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MÄRKTE EUROPA/Nur Öl hilft gegen KI- und Konjunktursorgen

DJ MÄRKTE EUROPA/Nur Öl hilft gegen KI- und Konjunktursorgen

DOW JONES--Erholt von deutlich tieferen Kursen im Verlauf sind Europas Börsen am Dienstag aus dem Handel gegangen. Gefallene Ölpreise sorgten im späten Handel für eine Erholung von den Tagestiefs. Der DAX gab nur 0,1 Prozent ab auf 25.304 Zähler, der Euro-Stoxx-50 sank um 0,4 Prozent auf 6.122 Punkte. Übergeordnet richteten sich die Blicke bereits auf kommende Woche und die Zinsentscheidungen von EZB und US-Notenbank.

Viel Positives gab es nicht zu berichten, die Entwicklung in Frankreich und Sorgen um die Konjunktur belasteten. In Deutschland erschreckte vor allem die Explosion der Erzeugerpreise, entsprechend sandte auch der ZEW-Konjunkturindex schwache Signale. Der Inflationsdruck in Deutschland hat sich im September massiv verschärft: Die Erzeugerpreise sprangen allein zum Vormonat um 1,9 Prozent - gegenüber dem Vorjahr wurde der Einkauf um 6,7 Prozent teurer.

Den Druck auf die Konjunktur zeigte daher auch der ZEW-Index, er fiel um 6,6 auf 28,1 Punkte zurück. Vor allem die Aussichten für den privaten Konsum verschlechterten sich weiter. Die Richtung der Erzeugerpreise zeigte, dass auch die Verbraucherpreise weiter steigen werden.

Entwarnung gab es bei der Ölsorte WTI, die am Vormittag mit einem Preissprung von fast 7 Prozent Inflationssorgen schürte. Dies lag aber nur am Verfalltag der November-Kontrakte an der US-Börse CME. Am Abend drehten die Ölpreise sogar ins Minus und trieben vor allem Aktien der Fluglinien, Ryanair und Lufthansa legten bis zu 2,6 Prozent zu.

Weiter nicht rund lief es für KI-verwandten Aktien: "Die Sorgen um die hohen Bewertungen und die Finanzierung des KI-Booms nehmen weiter zu", so CMC. Besonders deutlich zeigten dies die schweizerische ABB, die gut an der Ausrüstung von Datenzentren verdiente und Rekordaufträge einfuhr. Dennoch wurden die hohen Gewinnerwartungen verfehlt, die Aktien verloren 5 Prozent. Schneider Electric zog das um 3,3 Prozent und Siemens im DAX 2,2 Prozent nach unten. ASML rutschten mit dem Ausstieg aus KI-Aktien weitere 2,7 Prozent ab, Infineon hielten sich mit minus 0,9 Prozent besser.

Die Konjunktursorgen belasteten europaweit die Metallwerte. Der Rohstoffsektor stellte zeitweise die schwächste Branche. In Deutschland litt Kupferkonzern Aurubis mit 4,7 Prozent Minus darunter. Im Chemie-Sektor musste Solvay ihre Jahresprognose kassieren, der Kurs verlor 5 Prozent.

Ähnlich zurückhaltend war die Reaktion bei den Triebwerksbauern MTU (+0,2%) und Rolls-Royce (-0,7%). Beide notierten lange mit Verlusten von über 2 Prozent, obwohl ihre US-Vergleichsunternehmen RTX (Pratt & Whitney) und GE Aerospace sogar ihre Jahresprognosen erhöht hatten.

Gewinner waren Versorgertitel wie Eon mit 2,9 Prozent Aufschlag. Die Gesellschaft plant laut Manager Magazin ein umfassendes Sparprogramm. Für Merck KGaA ging es dank kräftiger Gewinne bei Gesundheitsaktien um 1,4 Prozent höher. Deutsche Börse kletterten vor ihrer Zahlenvorlage um 0,4 Prozent. Anleger hielten eine Erhöhung der Prognose für möglich.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.122       -0,4          +6,1 
Stoxx-50        5.348       -0,2          +9,0 
Stoxx-600        639       -0,1          +8,0 
DAX          25.304       -0,1          +3,4 
FTSE-100 London    10.765       -0,3          +8,4 
CAC-40 Paris      7.868       -0,4          -3,5 
AEX Amsterdam     1.141       -0,7         +20,0 
ATHEX-20 Athen     6.657       +0,3         +24,4 
BEL-20 Brüssel     5.534       +1,6          +9,0 
BUX Budapest     143.839       -0,3         +29,6 
OMXH-25 Helsinki    6.330       -1,2         +11,0 
OMXC-20 Kopenhagen   1.537       +0,7          -4,4 
PSI 20 Lissabon    9.394       -0,7         +13,7 
IBEX-35 Madrid    19.039       +0,3         +10,0 
FTSE-MIB Mailand   49.086       -0,0          +9,2 
OBX Oslo        2.013       -0,6         +26,0 
PX Prag        2.642       +0,3          -1,6 
OMXS-30 Stockholm   3.268       -0,9         +13,3 
WIG-20 Warschau   158.305       -0,3         +35,4 
ATX Wien        6.507       -0,8         +22,2 
SMI Zürich      14.369       +0,8          +8,3 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:04 
EUR/USD          1,1228  +0,2   0,0018     1,1210   1,1204 
EUR/JPY          177,69  -0,0  -0,0200     177,71  177,6100 
EUR/CHF          0,9273  +0,1   0,0005     0,9268   0,9264 
EUR/GBP          0,8397  -0,3  -0,0029     0,8426   0,8423 
USD/JPY          158,24  -0,2  -0,2400     158,48  158,5100 
GBP/USD          1,3369  +0,5   0,0067     1,3302   1,3300 
USD/CNY          6,6779  -0,0  -0,0027     6,6806   6,6806 
USD/CNH          6,6751  -0,1  -0,0068     6,6819   6,6832 
AUS/USD          0,6998  +0,3   0,0020     0,6978   0,6975 
Bitcoin/USD      82.471,47  +0,7   535,45    81.936,02 81.699,41 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         102,96  -0,7   -0,70     103,66 
Brent/ICE         108,26  -1,2   -1,29     109,55 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.126,21  -0,3   -13,46    4.139,67 
Silber           57,78  +1,2    0,70      57,09 
Platin         1.651,50  +0,7   11,25    1.640,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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October 20, 2026 12:18 ET (16:18 GMT)

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