DJ MÄRKTE USA/Wall Street dreht dank niedrigerem Ölpreis ins Plus
DOW JONES--Plötzlich sinkende Ölpreise bescheren der Wall Street am Dienstag im Verlauf einen Stimmungsumschwung. Selbst der Technologiesektor, der zuvor noch mit deutlichen Abschlägen gehandelt worden ist, lässt sich anstecken und präsentiert sich nun im Plus. AMD drehen 0,5 Prozent ins Plus, Intel 1 Prozent, Micron Technology 0,5 Prozent und Marvell Technology 1,5 Prozent. Auch Nvidia erholen sich von den Tagestiefs und verlieren auf Tagessicht nur noch 0,2 Prozent. Gegen Mittag US-Ostküstenzeit steigt der Dow-Jones-Index um 0,9 Prozent auf 52.421 Punkte - etwas gestützt von 3M. S&P-500 und Nasdaq-Composite drehen um 0,3 bzw 0,1 Prozent ins Plus.
Die extreme Volatilität im Technologiesektor könnte kurzfristig eine Fortsetzung finden. "Ich denke, uns stehen einige turbulente Tage bevor, wenn wir auf die Quartalszahlen der großen Technologie-Unternehmen zusteuern, die von sehr bedeutenden Wahlen umrahmt sind", blickt CEO Daniel Newman von Futurum bereits voraus - auch auf die Zwischenwahlen in den USA. Schwache Daten zu den Baubeginnen dürften auf gestiegene Marktzinsen zurückzuführen sein, belasten aber aktuell den Markt nicht.
Der kräftige Ölpreisrückgang treibt vor allem Aktien aus dem Luftverkehr: Delta Airlines steigen um 2,6 Prozent, United Airlines um 2,8 Prozent. In den Fokus rückt immer stärker die Fahrt aufnehmende Berichtssaison. Richtig spannend wird es nach Handelsende, wenn der zweite Quartalsbericht von SpaceX als börsennotiertem Unternehmen vorgelegt wird. Da das Unternehmen auch ein starkes KI-Standbein hat, sprechen Händler vom ersten Lackmustest im KI-Sektor in der laufenden US-Berichtsperiode. "Wie sind Investoren vor den Ergebnissen positioniert?", fragt Morgan Stanley-Analyst Adam Jonas. "Die Stimmung war so eine Achterbahnfahrt, dass es für uns schwierig geworden ist, sie genau zu bestimmen. Wir glauben, dass Investoren den Zahlen eher positiv gegenüberstehen." Der Kurs fällt um 0,4 Prozent.
Aber einige Unternehmen von Rang haben bereits vorgelegt. General Motors stürzen um 8,1 Prozent ab. Der Automobilkonzern hat im vergangenen Quartal höhere Gewinne und Umsätze gemeldet, aber weniger Fahrzeuge abgesetzt - was aber bereits bekannt war. Auch ein Aktienrückkaufprogramm über 20 Milliarden Dollar hilft der Aktie nicht. Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr wurde am oberen Rand gekappt. Am Markt wertet man dies als Signal für ein mögliches Ende des jüngsten Wachstumszyklus.
Im Triebwerksbereich haben RTX (-0,4%) und GE Aerospace (-4,1%) Quartalszahlen vorgelegt. Beide Luftfahrtkonzerne haben ihre Jahresprognosen erhöht. "Da sich dieses Jahr dem Ende zuneigt, erwarten wir Fragen zur Nachhaltigkeit dieses Wachstums im Ersatzteilmarkt für Motoren", merken die Analysten Robert Stallard und Karl Oehlschlaeger von Vertical Research Partners mit Blick auf GE an. Auch Northrop Grumman erhöht ihre Prognose nach höherem Gewinn und Umsatz im dritten Quartal, der Kurs legt um 5,2 Prozent zu. Der Spielzeughersteller Hasbro hat den Ausblick ebenfalls nach oben genommen, der Kurs steigt um 7,5 Prozent. 3M liegen 6,4 Prozent höher im Markt. Der Mischkonzern übertraf die Gewinnerwartungen und hob erneut den Jahresausblick für das bereinigte Ergebnis je Aktie an.
Salesforce (-0,3%) übernimmt das US-Unternehmens Braze für rund 5,66 Milliarden Dollar einschließlich Schulden. Braze haussieren um 51,6 Prozent.
Am Anleihemarkt fallen die Renditen zumindest am langen Ende des Marktes. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen büßt 1 Basispunkt auf 5,12 Prozent ein. US-Staatsanleihen könnten ihren Diversifikationswert zurückerhalten, wenn sich eine von der KI angeführte Marktkorrektur verschärfe, urteilen die Analysten von Julius Bär. Historisch gesehen hätten US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren bei Aktienkursrückgängen zwischen 2000 und 2020 positive Renditen erzielt. Der Dollar-Index folgt den Renditen nach unten und verliert 0,2 Prozent.
Preis für Rohöl der Sorte Brent gibt um 0,9 Prozent auf 108,60 Dollar das Fass nach. Zuvor hatte sich der Preis nahe am Fünfmonatshoch bewegt, nur um dann plötzlich deutlich nachzugeben. Aktuell erholt sich Brent wieder von den Tagestiefs. Laut Berichten bemühen sich Katar und Pakistan, die Gespräche zwischen den USA und dem Iran wiederzubeleben. Belastbare Fakten auf Fortschritte gibt es aber bislang nicht. WTI stieg zunächst sogar noch deutlicher. Hintergrund waren Eindeckungen von Spekulanten, die vor physischen Lieferproblemen standen. Denn am Berichtstag ist Verfalltag der November-Kontrakte an der CME. Der nun zum Frontmonat gewordene Dezember-Kontrakt gibt nun 0,7 Prozent nach und zeigt sich damit unauffällig.
Die Goldpreise geben nach, da die noch immer sehr hohen Energiepreise die Inflationssorgen verstärken. Eine höhere Inflation könnte letztlich zu höheren Leitzinsen führen, so die Spekulation. Insgesamt bleibe das Edelmetall in einer relativ engen Spanne gefangen, merken die Analysten der Saxo Bank an.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 52.420,90 +0,9 +454,87 51.966,03 S&P-500 7.713,92 +0,3 +23,19 7.690,73 NASDAQ Comp 26.452,89 +0,1 +22,00 26.430,89 NASDAQ 100 29.539,67 +0,0 +10,33 29.529,35 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,79 +0,03 4,79 4,73 5 Jahre 4,94 +0,01 4,94 4,88 10 Jahre 5,12 -0,01 5,15 5,07 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 18:04 EUR/USD 1,1226 +0,1 0,0016 1,1210 1,1204 EUR/JPY 177,64 -0,0 -0,0700 177,71 177,6100 EUR/CHF 0,9273 +0,1 0,0005 0,9268 0,9264 EUR/GBP 0,8397 -0,3 -0,0029 0,8426 0,8423 USD/JPY 158,21 -0,2 -0,2700 158,48 158,5100 GBP/USD 1,3365 +0,5 0,0063 1,3302 1,3300 USD/CNY 6,6779 -0,0 -0,0027 6,6806 6,6806 USD/CNH 6,6753 -0,1 -0,0066 6,6819 6,6832 AUS/USD 0,6997 +0,3 0,0019 0,6978 0,6975 Bitcoin/USD 82.353,44 +0,5 417,42 81.936,02 81.699,41 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 102,96 -0,7 -0,70 103,66 Brent/ICE 108,6 -0,9 -0,95 109,55 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.122,59 -0,4 -17,08 4.139,67 Silber 57,71 +1,1 0,62 57,09 Platin 1.643,45 +0,2 3,20 1.640,25 (Angaben ohne Gewähr) ===
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