BAKU (dpa-AFX) - Borussia Dortmund hat sein Ergebnistief dank Stürmer Serhou Guirassy gestoppt und erstmals seit fast einem Jahr auswärts in der Champions League gewonnen. Das Team von Trainer Niko Kovac besiegte FK Sabah im Olympiastadion von Baku allerdings nur mit viel Mühe 2:1 (1:1). Dank zwei Treffern von Guirassy (10. Minute/53.) rehabilitierte sich der BVB ein wenig für die schmerzhafte 0:1-Pleite beim norwegischen Club FK Bodö/Glimt.
Guirassys nächster Doppelpack
Vor rund 45.000 Zuschauern bereitete der erst 2017 gegründete Club aus Aserbaidschan Dortmund aber deutlich mehr Probleme als gedacht. Aden McCarthy (39.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. Mit sechs Punkten aus drei Spielen ist Dortmund in der Gruppenphase wieder auf Kurs.
Schon das 3:2 gegen den FC Villarreal zum Auftakt hatte Guirassy mit zwei Treffern sichergestellt. Auswärts gab es erstmals nach saisonübergreifend vier Niederlagen wieder Grund zum Jubeln. Der bis dato letzte internationale Erfolg gelang dem BVB am 21. Oktober des Vorjahres beim FC Kopenhagen (4:2).
Chancen im Minutentakt
Nach den jüngsten Flops gegen Werder Bremen (2:2), in Bodö und bei Union Berlin (0:0) stellte Kovac sein Team auf vier Positionen um. Routinier Ramy Bensebaini durfte anstelle des 19 Jahre jungen Joane Gadou von Beginn an ran, sorgte aber kaum für Stabilität. Ein krasser Stellungsfehler ermöglichte Kaheem Parris die erste Chance, doch dieser legte sich den Ball zu weit vor.
Der BVB hatte zu Beginn Chancen im Minutentakt, immer wieder initiiert von Carney Chukwuemeka an dessen 23. Geburtstag. Zunächst vergab Fabio Silva zwei Gelegenheiten, dann auch Guirassy. Doch kurze Zeit später war auf Dortmunds Garant Verlass: Einen Schuss von Nationalspieler Felix Nmecha ließ Sabah-Keeper Stas Pokatilow prallen, Guirassy setzte nach und traf.
Torhymne für Mickels, aber kein Ausgleich
Wer dachte, dass der BVB fortan die Partie beim Königsklassen-Debütanten locker kontrollieren würde, sah sich getäuscht. Einen Freistoß von Joey Veerman aus 18 Metern wehrte Pokatilow ab. Aus dem Spiel legte Dortmund kaum nach. Stattdessen wurden die Gastgeber in schwarz und pink stärker.
Nach einer halben Stunde traf der deutsch-ruandische Stürmer Joy-Lance Mickels, früher beim FC Schalke, nach starker Parris-Vorlage zum Ausgleich. Doch obwohl der Stadion-DJ bereits die Tormusik abspielen ließ, zählte der Treffer wegen einer Abseitsposition nicht.
Kobel rettet 1:1 vor der Pause
Sabah blieb am Drücker und belohnte sich. Einen Freistoß des ehemaligen Bundesliga-Profis Tymoteusz Puchacz köpfte Innenverteidiger McCarthy aus ganz kurzer Distanz ins Tor. Gregor Kobel war machtlos, nachdem Waldemar Anton in der Luft das Nachsehen gehabt hatte.
Kobel war es, der danach zweimal Schlimmeres verhinderte. Veljko Simic (42.) und erneut Parris (45.) nach einem einfachen Ballverlust von Nmecha scheiterten am Schweizer Nationaltorhüter, der in einer schwachen Kovac-Elf vor der Pause noch der stabilste war. Vor allem der Spielaufbau der Dortmunder wirkte seltsam ideenlos und an vielen Stellen zu langsam.
Veerman assistiert punktgenau
Die rund 2.000 Dortmunder Fans waren nominell zwar deutlich in der Unterzahl, machten sich aber bemerkbar. "Führt der Weg selbst ans kaspische Meer, bist du mir jede Reise wert", schrieben die Fans, die einen Fünf-Stunden-Flug auf sich genommen hatten.
Obwohl Kovac in Jobe Bellingham, Ethan Nwaneri und Maximilian Beier starke Optionen auf der Bank hatte, ließ er sein Team zunächst so weitermachen. Und recht gab ihm erneut Stürmer Guirassy, der eine präzise Flanke von Veerman verwandelte. Der 30-Jährige hätte drei Minuten später beinahe seinen dritten Treffer nachgelegt, scheiterte mit einem Schlenzer aber an Pokatilow./pre/DP/he




