WASHINGTON/ST. PETERSBURG (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump hat die Freilassung des seit Jahren inhaftierten Amerikaners Stephen Hubbard durch Kremlchef Wladimir Putin gelobt. "Für diese Freilassung war kein "Austausch" erforderlich", teilte Trump in seinem sozialen Netzwerk Truth Social mit. Die USA hätten keine Gegenleistung erbringen müssen. Trump sprach von "einer für Russland beispiellosen Situation". Putin hatte unlängst bereits einen anderen US-Amerikaner freigelassen, ohne - wie sonst üblich - im Gegenzug die Freilassung eines Russen zu verlangen.
Trump sagte, dass er Putin um die Freilassung Hubbards bei ihrem jüngsten Telefonat gebeten habe. "Stephen ist auf dem Weg nach Hause", erklärte er. Putin hatte kurz zuvor bei einem Treffen mit Trumps Unterhändler Steve Witkoff in St. Petersburg erklärt, dass Hubbard auf dem internationalen Flughafen Pulkowo sei. Witkoff sollte von dort nach den Unterredungen mit Putin wieder abfliegen.
Hubbard sei aus humanitären Erwägungen freigelassen worden, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Er war 2024 zu langer Haft verurteilt worden, weil er als Söldner an der Seite der ukrainischen Streitkräfte gegen russische Truppen gekämpft haben soll. Witkoff dankte Putin für die Freilassung des 75-Jährigen. Hubbards Familie und die Amerikaner seien froh darüber, sagte er.
Russland prüft neue Vorschläge für Friedenslösung
In St. Petersburg dauerten derweil die Verhandlungen zwischen Putin und Witkoff über neue Vorschläge der Ukrainer, Europäer und Amerikaner zur Beendigung des Krieges an. Peskow sagte, dass Russland die von Witkoff von seinen Gesprächen in Oslo mitgebrachten Vorschläge prüfen werde.
Zugleich betonte Putins Vertrauter im Interview des russischen Staatsfernsehens erneut, dass es Sache der ukrainischen Seite sei, die notwendigen Schritte für einen Frieden zu ergreifen. Peskow verwies auf US-Präsident Trump, der zuletzt Zweifel an einem Friedenswillen des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj geäußert hatte. Für die Ukraine werde sich die Lage nur weiter verschlechtern, wenn sie nicht einlenke, warnte Peskow.
Russland fordert seit langem als Bedingung für einen Waffenstillstand, dass sich die Ukraine komplett aus dem Gebiet Donezk zurückzieht. Kiew kontrolliert dort aber noch strategisch wichtige Städte. Selenskyj hatte deshalb ein solches Geschenk an Putin, das für Kiew einer Kapitulation gleichkäme, stets kategorisch abgelehnt./mau/DP/stk
