DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
IMK sieht aufgehellten Konjunkturausblick für Deutschland
Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) sieht eine deutliche Aufhellung der wirtschaftlichen Perspektiven für Deutschland im vierten Quartal 2026. Wie das zur Hans-Böckler-Stiftung gehörende Institut mitteilte, sank die vom IMK-Konjunkturindikator ermittelte Rezessionswahrscheinlichkeit für den Zeitraum Oktober bis Dezember auf 16,5 Prozent. Anfang September lag der Wert für die Folgemonate noch bei 25,9 Prozent. Damit erreicht das Rezessionsrisiko den niedrigsten Stand seit Anfang 2026 und davor im Jahr 2022, bevor Russland die Ukraine überfallen hat.
Bundesbank-Präsident fordert stärkere Finanzmarktintegration
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat eine rasche Vertiefung der europäischen Finanzmarktintegration gefordert, um den enormen Transformationsbedarf der EU zu stemmen. Um den jährlichen Investitionsbedarf von 750 bis 800 Milliarden Euro für Künstliche Intelligenz (KI), Energie und Dekarbonisierung zu decken, reichten öffentliche Mittel allein nicht aus, sagte Nagel in einer Rede. Obwohl Europas Banken kapital- und liquiditätsstark aufgestellt seien, gerieten sie gegenüber US-Konkurrenten durch den nach wie vor fragmentierten Binnenmarkt und komplexe Regulierungsvorschriften strukturell ins Hintertreffen.
Staatsverschuldung in Europa steigt - Frankreich in Bedrängnis
Die Staatsverschuldung im Euroraum ist im Jahr 2025 spürbar gestiegen, während die Haushaltsdefizite auf hohem Niveau verharrten. Wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte, kletterte die Schuldenquote der Eurozone von 86,6 Prozent im Vorjahr auf 87,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), während das Haushaltsdefizit unverändert bei 3,0 Prozent verblieb. In der gesamten EU-27 stieg der Schuldenstand von 80,3 Prozent auf 81,5 Prozent des BIP, bei einem stabilen Budgetdefizit von 3,1 Prozent. Insgesamt überschritten elf EU-Mitgliedstaaten die Maastricht-Defizitgrenze von 3,0 Prozent des BIP.
Inflation in Großbritannien steigt erneut und stärkt Argumente für Zinserhöhung
Die Inflation in Großbritannien ist im September weiter über das Ziel der Bank of England gestiegen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass sich die Währungshüter auf eine Sitzung vorbereiten, von der Anleger die erste Zinserhöhung seit Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran erwarten. Die Verbraucherpreise stiegen im September im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent, nach einem Zuwachs von 3,1 Prozent im August, wie das Statistikamt Office for National Statistics am Mittwoch mitteilte. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten im Konsens einen etwas schwächeren Wert von 3,4 Prozent erwartet.
Bank of England könnte Leitzins zweimal anheben
Der zugrunde liegende Inflationsdruck in Großbritannien gewinnt an Fahrt, was die Argumente für zwei Zinserhöhungen der Bank of England in den kommenden Monaten stärkt, schreibt Sanjay Raja von der Deutschen Bank in einer Research Note. Die Gesamtinflation der Verbraucherpreise sei im September auf 3,5 Prozent gestiegen, während die Kerninflation auf 2,8 Prozent und die Dienstleistungsinflation auf 3,7 Prozent zugenommen habe. "Die zugrunde liegenden Inflationstrends weisen nach oben, wobei alle unsere bevorzugten Kernmetriken für Dienstleistungen im September gestiegen sind," meint Raja. Auch die Lebensmittelpreise und indexgebundene Erhöhungen dürften die Dienstleistungsinflation bis ins Jahr 2027 auf einem erhöhten Niveau halten, meint er.
China wird abhängiger von der Auslandsnachfrage
Chinas Wirtschaft werde abhängiger von der Auslandsnachfrage, während die Binnennachfrage weiterhin zu kämpfen habe, schreibt Nguyen Hoang Nam, China-Ökonom bei Capital Economics, in einer Research Note. Das Wachstum habe sich im dritten Quartal beschleunigt, doch die Verbesserung verschleiere eine weitere Abschwächung der Binnennachfrage, fügt er hinzu. Die detaillierte Aufschlüsselung deute darauf hin, dass die Erholung des vergangenen Quartals vollständig von den Exporten getragen worden sei, und trotz des KI-bezogenen Wachstumsimpulses hänge dieser zunehmend von der Auslandsnachfrage ab, meint er.
Ölpreis steigt - Angriffe auf Schifffahrt in der Straße von Hormus
Die Ölpreise steigen im frühen europäischen Handel, da anhaltende Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus die Ströme bedrohen, während US-Branchendaten auf sinkende Rohöl- und Produktbestände hindeuten. Die Ölmärkte haben ihre jüngsten Gewinne behauptet und die Schlagzeilen über die diplomatische Haltung zwischen dem Iran und den USA abgeschüttelt, meint Soojin Kim, Analystin bei MUFG. Rohöl der Sorte Brent steigt um 0,9 Prozent auf 109,80 US-Dollar pro Barrel, während WTI-Futures um 0,9 Prozent auf 98,72 US-Dollar pro Barrel zulegen. Berichten zufolge, die sich auf Daten des American Petroleum Institute vor den offiziellen EIA-Zahlen am späteren Mittwoch berufen, fielen die US-Rohölbestände in der vergangenen Woche um 4,9 Millionen Barrel, einhergehend mit Rückgängen bei den Benzin- und Destillatbeständen.
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October 21, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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