DJ MÄRKTE USA/Wall Street vor heftigen Verlusten
DOW JONES--Der Wall Street könnte am Donnerstag ein Handelstag mit deutlichen Abschlägen bevorstehen. Der Aktienterminmarkt deutet einen sehr schwachen Handelsbeginn am Kassamarkt an. Händler nennen gleich mehrere Belastungsfaktoren: Durchwachsen ausgefallene Quartalsergebnisse von US-Technologieunternehmen konnten die Bedenken vieler Börsianer im Hinblick auf die Rentabilität der massiven KI-Investitionen nicht beruhigen. Viele der größten Namen im Bereich Künstlicher Intelligenz verzeichnen vorbörslich Verluste, darunter SpaceX, Nvidia und Intel sowie die Titel des Speicherherstellers Micron als auch der Kurs des Rechenzentrumsanbieters CoreWeave.
Als weiteren Belastungsfaktor machen Marktteilnehmer die deutlich anziehenden Ölpreise aus. "Die globalen Finanzmärkte nehmen über Nacht eine defensive Haltung ein, da die zunehmenden geopolitischen Risiken im Nahen Osten die Rohölpreise in die Höhe treiben und die jüngste, technologiegetriebene Aktienrally ausbremsten", heißt es bei Tickmill Group. Die leicht besser als gedacht ausgefallenen wöchentlichen Arbeitsmarktdaten spielen angesichts der Fokussierung auf KI und Erdöl kaum eine Rolle.
Während bei Tesla die Investitionsprognose gesenkt wurde, wurde sie bei Meta Platforms angehoben. Meta Platforms meldete einen Rekordumsatz für das dritte Quartal und kündigte an, eine neue Klasse von stimmrechtslosen Aktien zu schaffen, um Kapital für ihre KI-Ambitionen zu beschaffen. Die Aktien geben im vorbörslichen Handel um 2,4 Prozent nach.
Tesla fallen um 3,7 Prozent. Der E-Autobauer berichtete für das dritte Quartal über einen stagnierenden Umsatz, aber einen überraschend positiven freien Cashflow trotz der hohen Investitionen in KI und Robotik. CEO Elon Musk weigerte sich, in einer Telefonkonferenz mit Analysten über eine mögliche Fusion mit SpaceX zu sprechen.
Die Renditen von US-Staatsanleihen geben deutlich nach. Händler sprechen angesichts der Schwäche am Aktienmarkt von einer Flucht in vermeintlich sichere Häfen. Zudem seien Konjunktursorgen aktuell ausgeprägter als Inflationsängste. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sinkt um 11 Basispunkte auf 5,04 Prozent.
Der Dollar erholt sich von einem Dreiwochentief, auf das er im Zuge gesunkener Marktzinsen gefallen war. Auch der Greenback profitiere von seinem Ruf als vermeintlich sicherer Hafen - der Dollar-Index stagniert auf Tagessicht. Der Euro sinkt mit den Verwerfungen am französischen Anleihemarkt. Die Rendite 10-jähriger französischer Staatsanleihen springt über die gefürchtete 5-Prozentmarke.
Die global gehandelte Ölsorte Brent verteuert sich um knapp 3 Prozent auf knapp 112 Dollar pro Barrel. Händler verweisen auf erneute Angriffe auf die saudische Energieinfrastruktur. Unter anderem wurde der internationalen Flughafen in der östlichen Stadt Dammam, einer ölproduzierenden Region nahe Bahrain, getroffen - vermutlich durch die Huthi-Rebellen im Jemen. An anderer Stelle wird auf einen Bericht der New York Times verwiesen, wonach die USA und Israel nach den US-Zwischenwahlen erneute Angriffe auf den Iran vorbereiteten.
Gold läuft mal wieder in die Gegenrichtung zu Erdöl. Denn die anziehenden Ölpreise dürften die Inflation anheizen und letztlich zu höheren Leitzinsen führen, so die Spekulation im Markt. Die Feinunze verbilligt sich um 1,6 Prozent.
Am Aktienmarkt fallen Texas Instruments um 0,9 Prozent vor der Startglocke mit der Schwäche im Technologiesektor - trotz höherem Gewinn und Umsatz im dritten Quartal. Im Handel ist auch von Gewinnmitnahmen die Rede. International Business Machines (IBM) rutschen um 6,4 Prozent ab. Das Unternehmen verbuchte überzeugende Drittquartalszahlen, allerdings enttäuscht die unveränderte Jahresprognose. IBM hat das währungsbereinigte Umsatzziel für das Gesamtjahr bestätigt, angesichts starker Quartalszahlen hatten Anleger auf eine Anhebung gesetzt. Lam Research stürzen gar um 8 Prozent ab. Der Halbleiterausrüster wartet mit einer schwächer als erwartet ausgefallenen Gewinnprognose auf.
Hohe Kerosinpreise machen American Airlines zu schaffen. Die Fluglinie erwartet für das vierte Quartal nun einem bereinigten Verlust von 50 Cent bis 1,10 Dollar pro Aktie. Analysten hatten mit einem Fehlbetrag von 52 Cent gerechnet. Auch für das Gesamtjahr hat der Konzern die Prognose gesenkt. American Airlines sinken um 3,7 Prozent. Positiv kommen die Drittquartalszahlen von Spotify Technology an, der Kurs zieht um 5,7 Prozent an.
Das Technologieunternehmen Honeywell International (-0,3%) und der Rüstungskonzern Lockheed Martin (+3,8%) heben beide die Prognose an. Im Konsumgüterbereich ziehen Procter & Gamble um 2,8 Prozent an. Die Gesellschaft gleicht steigende Treibstoffkosten durch Umsatzwachstum im ersten Quartal aus.
=== US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,73 -0,09 4,80 4,71 5 Jahre 4,86 -0,11 4,95 4,85 10 Jahre 5,04 -0,11 5,11 5,03 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:31 EUR/USD 1,1203 -0,3 -0,0029 1,1232 1,1225 EUR/JPY 176,09 -0,9 -1,5300 177,62 177,4100 EUR/CHF 0,9224 -0,4 -0,0035 0,9259 0,9259 EUR/GBP 0,838 -0,1 -0,0004 0,8384 0,8379 USD/JPY 157,17 -0,6 -0,9600 158,13 158,0400 GBP/USD 1,3367 -0,2 -0,0027 1,3394 1,3390 USD/CNY 6,6743 -0,0 -0,0015 6,6758 6,6758 USD/CNH 6,6732 -0,0 -0,0005 6,6737 6,6749 AUS/USD 0,7012 -0,2 -0,0015 0,7027 0,7029 Bitcoin/USD 81.647,18 -3,5 -2.988,79 84.635,97 84.436,63 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 99,36 +2,3 2,21 97,15 Brent/ICE 111,99 +2,9 3,17 108,82 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.072,67 -1,6 -67,71 4.140,38 Silber 55,79 -3,8 -2,18 57,97 Platin 1.588,45 -2,5 -39,97 1.628,41 (Angaben ohne Gewähr) ===
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