DJ XETRA-SCHLUSS/Leichter - SAP widersetzen sich Technologie-Abverkauf
DOW JONES--Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag mit Verlusten geschlossen. Nur durchwachsen ausgefallene Quartalszahlen von US-Technologieunternehmen weckten neue Bedenken im Hinblick auf die Rentabilität der hohen KI-Investitionen. Daneben zog der Ölpreis wieder kräftig an; Brent kostete zu Börsenschluss wieder mehr als 111 Dollar das Fass. Im Handel wurde auf Medienberichte verwiesen, laut denen USA und Israel an neuen Angriffsplänen auf den Iran nach den US-Zwischenwahlen arbeiteten. Händler verwiesen zudem auf erneute Angriffe auf die saudische Energieinfrastruktur, vermutlich durch Huthi-Rebellen. Auch stieg die Rendite der französischen 10-jährigen Benchmarkanleihen wieder über die kritische 5 Prozentmarke. Der DAX gab 1,1 Prozent auf 25.372 Punkte nach.
Technologieaktien, und speziell Chip-Aktien wurden gemieden. Die Unsicherheit wegen der hohen KI-Investitionen erlebte ein Comeback. Zwar wurde die Investitionsprognose bei Meta Platforms angehoben, bei Tesla wurde sie aber gesenkt. Der Halbleiterausrüster Lam Research wartete zudem mit einer schwächer als erwartet ausgefallenen Gewinnprognose auf. Die Aktien von Infineon gaben um 6 Prozent nach, Suss verloren 7,7 Prozent und Aixtron 9,8 Prozent. Siemens Energy verloren 8,6 Prozent und waren damit Tagesverlierer im DAX. Auch für das Hochtief-Papier ging es in dem KI-Strudel um 4,7 Prozent nach unten.
SAP konnten sich nach positiv aufgenommen Geschäftszahlen dem Abverkauf entziehen und schlossen 3,2 Prozent fester. Der Softwarekonzern legte sehr ordentliche Geschäftszahlen vor. Im Fokus stand das bessere Cloud-Wachstum. Dies zeige, so die Deutsche Bank, dass die Nachfragedynamik die jüngste Erholung des Aktienkurses klar unterstütze. Das SAP-Angebot der "Autonomous Enterprise" gewinne spürbar an kommerzieller Zugkraft, was die Debatte, KI zerstöre SAP bzw. Software, auf absehbare Zeit beenden dürfte.
Der schwedische Finanzinvestor EQT greift nach Qiagen: Gemeinsam mit den Staats- und Pensionsfonds ADIA und CPP haben die Schweden ein freiwilliges Barübernahmeangebot für den Diagnostik- und Laborausrüster unterbreitet. Mit 46,50 Euro je Aktie bietet das Konsortium einen Aufschlag von gut 40 Prozent auf den unbeeinflussten Kurs vom 8. Juli und bewertet Qiagen mit insgesamt 10,8 Milliarden Euro. Die Qiagen-Aktie gewann 4,9 Prozent auf 44,93 Euro.
Sartorius hatte in den ersten neun Monaten mehr umgesetzt und verdient als erwartet. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung und der anhaltend positiven Entwicklung der relevanten Endmärkte bestätigte der Vorstand seine Gesamtjahresprognose für den Konzern und die Sparte Bioprocess Solutions. Die Titel stiegen um 3,6 Prozent. Auch Merck KGaA lagen mit Aufschlägen von 2,9 Prozent gut im Markt.
Für Flatexdegiro ging es um 6,1 Prozent nach unten. Die Ergebnisse für das dritte Quartal lägen leicht unter den Erwartungen, hieß es von der Deutschen Bank. Vossloh (+1,8%) ist bei erstmals vollständiger Einbeziehung von VTT Europa in den ersten neun Monaten um 19,6 Prozent gewachsen. Der Bahntechnikkonzern bestätigte die im Sommer gesenkte Jahresprognose. Nach einer Gewinnwarnung verloren Krones 3 Prozent.
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