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MÄRKTE EUROPA/Schwach - KI-Sorgen ziehen Technologiewerte nach unten

DJ MÄRKTE EUROPA/Schwach - KI-Sorgen ziehen Technologiewerte nach unten

DOW JONES--Der europäische Aktienmarkt hat am Donnerstag mit Verlusten geschlossen. Nur durchwachsen ausgefallene Quartalszahlen von US-Technologieunternehmen weckten neue Bedenken im Hinblick auf die Rentabilität der hohen KI-Investitionen. Daneben zog der Ölpreis wieder kräftig an; Brent kostete zu Börsenschluss wieder mehr als 111 Dollar das Fass. Im Handel wurde auf Medienberichte verwiesen, laut denen USA und Israel an neuen Angriffsplänen auf den Iran nach den US-Zwischenwahlen arbeiteten. Händler verwiesen zudem auf erneute Angriffe auf die saudische Energieinfrastruktur, vermutlich durch Huthi-Rebellen. Auch stieg die Rendite der französischen 10-jährigen Benchmarkanleihen wieder über die kritische 5 Prozent-Marke.

Der DAX gab 1,1 Prozent auf 25.372 Punkte nach, der Euro-Stoxx-50 verlor 1,9 Prozent. Die Rendite der 10-jährigen US-Benchmarkanleihe fiel um 15 Basispunkte auf 5,00 Prozent. Im Prinzip positiv für die Börsen waren die gesunkenen Marktzinsen vielmehr Ausdruck einer Flucht in den "sicheren" Anleihehafen. An den Devisenmärkten gab der Euro leicht nach auf 1,1209 Dollar.

Am Kassamarkt stiegen die 10-jährigen französischen Renditen bei Staatsanleihen über die gefürchtete 5-Prozentmarke auf 5,07 Prozent. Der Rendite-Spread zu deutschen Bundesanleihen legte auf 168 Basispunkten (Bp) zu. Wie die Deutsche Bank anmerkte, wurde der Rekord-Spread zwischen beiden Anleihen im November 2011 im Rahmen der Eurozonen-Schuldenkrise mit 189 Bp erreicht. Fundamentale Sorgen machte die anstehende Neubewertung des Ratings von Frankreich durch die Agentur Moody's am Freitagabend. Hier könnte eine Abstufung drohen.

Der europäische Technologiesektor verlor 1,6 Prozent. Die Unsicherheit wegen der hohen KI-Investitionen erlebte ein Comeback. Zwar wurde die Investitionsprognose bei Meta Platforms angehoben, bei Tesla wurde sie aber gesenkt. Der Halbleiterausrüster Lam Research wartete zudem mit einer schwächer als erwartet ausgefallenen Gewinnprognose auf. Die Aktien von Infineon gaben um 6 Prozent nach, Suss verloren 7,7 Prozent und Aixtron 9,8 Prozent. Siemens Energy sanken um 8,6 Prozent und waren damit Tagesverlierer im DAX. Auch für das Hochtief-Papier ging es in dem KI-Strudel um 4,7 Prozent nach unten. In Europa verloren ASML 5 Prozent und STMicro 4,9 Prozent.

SAP konnten sich nach positiv aufgenommen Geschäftszahlen dem Abverkauf entziehen und schlossen 3,2 Prozent fester. Der Softwarekonzern legte sehr ordentliche Geschäftszahlen vor. Im Fokus stand das bessere Cloud-Wachstum. Dies zeige, so die Deutsche Bank, dass die Nachfragedynamik die jüngste Erholung des Aktienkurses klar unterstütze. Das SAP-Angebot der "Autonomous Enterprise" gewinne spürbar an kommerzieller Zugkraft, was die Debatte, KI zerstöre SAP bzw. Software, auf absehbare Zeit beenden dürfte.

Der schwedische Finanzinvestor EQT greift nach Qiagen: Gemeinsam mit den Staats- und Pensionsfonds ADIA und CPP haben die Schweden ein freiwilliges Barübernahmeangebot für den Diagnostik- und Laborausrüster unterbreitet. Mit 46,50 Euro je Aktie bietet das Konsortium einen Aufschlag von gut 40 Prozent auf den unbeeinflussten Kurs vom 8. Juli und bewertet Qiagen mit insgesamt 10,8 Milliarden Euro. Die Qiagen-Aktie gewann 4,9 Prozent auf 44,93 Euro.

Sartorius hatte in den ersten neun Monaten mehr umgesetzt und verdient als erwartet. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung und der anhaltend positiven Entwicklung der relevanten Endmärkte bestätigte der Vorstand seine Gesamtjahresprognose für den Konzern und die Sparte Bioprocess Solutions. Die Titel stiegen um 3,6 Prozent. Auch Merck KGaA lagen mit Aufschlägen von 2,9 Prozent gut im Markt.

Für Flatexdegiro ging es um 6,1 Prozent nach unten. Die Ergebnisse für das dritte Quartal lägen leicht unter den Erwartungen, hieß es von der Deutschen Bank. Vossloh (+1,8%) ist bei erstmals vollständiger Einbeziehung von VTT Europa in den ersten neun Monaten um 19,6 Prozent gewachsen. Der Bahntechnikkonzern bestätigte die im Sommer gesenkte Jahresprognose. Nach einer Gewinnwarnung verloren Krones 3 Prozent.

Quartalszahlen gab es auch aus der Schweiz. Als "überraschend stark" bezeichneten Händler die Geschäftszahlen von Nestle zum dritten Quartal. "Gerade am Derivatemarkt war man deutlich skeptischer und ist stark abgesichert in die Zahlen gegangen", sagte ein Händler. Nestle gewannen 1,1 Prozent. Roche zeigte dagegen enttäuschende bereinigte Umsatztrends, und das Update des Schweizer Pharmakonzerns für das dritte Quartal dürfte Fragen zu seinem Wachstumskurs im nächsten Jahr aufwerfen, hieß es bei Jefferies. Die Aktie schloss unverändert.

Kräftig im Minus mit 4,9 Prozent schlossen die Aktien von Hermes. Es zeigte sich weiter keine Erholung in China, entsprechend schwächte sich das Umsatzwachstum ab. Der Erlös legte im dritten Quartal um 4,3 Prozent zu, während Analysten Raten von über 5 Prozent erwartet hatten. Für Kering wurde dies als schlechtes Omen gesehen. Der Konzern legte am Abend seine Geschäftszahlen vor - der Kurs fiel im Vorfeld um 1,3 Prozent.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.087       -1,9          +7,2 
Stoxx-50        5.348       -1,1         +10,0 
Stoxx-600        638       -1,1          +8,8 
DAX          25.372       -1,1          +4,7 
FTSE-100 London    10.753       -0,3          +8,3 
CAC-40 Paris      7.922       -1,4          -2,8 
AEX Amsterdam     1.142       -1,1         +20,1 
ATHEX-20 Athen     6.773       -2,3         +26,6 
BEL-20 Brüssel     5.626       +2,0         +10,8 
BUX Budapest     143.326       -0,9         +29,1 
OMXH-25 Helsinki    6.289       -1,4         +10,3 
OMXC-20 Kopenhagen   1.572       +0,3          -2,2 
PSI 20 Lissabon    9.374       -1,5         +13,4 
IBEX-35 Madrid    19.324       -2,1         +11,7 
FTSE-MIB Mailand   49.644       -2,5         +10,5 
OBX Oslo        2.021       -1,0         +26,5 
PX Prag        2.663       -1,5          -0,8 
OMXS-30 Stockholm   3.244       -2,5         +12,5 
WIG-20 Warschau   158.154       -1,4         +36,9 
ATX Wien        6.566       -4,6         +23,3 
SMI Zürich      14.552       -0,0          +9,7 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:31 
EUR/USD          1,1214  -0,2  -0,0018     1,1232   1,1225 
EUR/JPY          176,16  -0,8  -1,4600     177,62  177,4100 
EUR/CHF          0,9225  -0,4  -0,0034     0,9259   0,9259 
EUR/GBP          0,8374  -0,1  -0,0010     0,8384   0,8379 
USD/JPY          157,08  -0,7  -1,0500     158,13  158,0400 
GBP/USD          1,3388  -0,0  -0,0006     1,3394   1,3390 
USD/CNY          6,6745  -0,0  -0,0013     6,6758   6,6758 
USD/CNH          6,6737  0,0   0,0000     6,6737   6,6749 
AUS/USD          0,702  -0,1  -0,0007     0,7027   0,7029 
Bitcoin/USD      81.645,24  -3,5 -2.990,73    84.635,97 84.436,63 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         98,77  +1,7    1,62      97,15 
Brent/ICE         111,32  +2,3    2,50     108,82 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.047,37  -2,2   -93,01    4.140,38 
Silber           55,04  -5,1   -2,93      57,97 
Platin         1.578,06  -3,1   -50,35    1.628,41 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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October 22, 2026 12:11 ET (16:11 GMT)

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