NEW YORK (dpa-AFX) - In einem weltweit schwierigen Umfeld für risikoreichere Anlageklassen ist der Bitcoin am Donnerstag unter Druck geraten. Der Kurs der Kryptowährung fiel auf der Handelsplattform Bitstamp bis zum Abend um dreieinhalb Prozent auf 81.040 US-Dollar.
Der Kurs droht nun aus seiner jüngsten Handelsspanne herauszufallen, nachdem sich zuletzt um die 81.000 Dollar eine Unterstützungszone gebildet hatte. Sollte der Kurs nachhaltig darunter rutschen, wäre das Chartbild angekratzt, weiter Verluste könnten die Folge sein.
Analyst Timo Emden von Captrader hatte bereits am Vortag in einem da noch positiveren Marktumfeld gemahnt, dass "ein Bündel aus geopolitischen Risiken und geldpolitischen Unwägbarkeiten" derzeit noch den großen Risikoappetit dämpfe. "Unter dem Strich mangelt es an überzeugten Marktteilnehmern."
Am Donnerstag nun trübten vor allem steigende Ölpreise und damit weiterhin verbundene Inflationsrisiken die Stimmung an den Finanzmärkten. So halten der Krieg zwischen den USA und dem Iran und die Folgen der Auseinandersetzung Investoren auf Trab. Die Ölpreise stiegen nach einem Drohnenangriff jemenitischen Huthi-Miliz auf ein Ölfeld in Saudi-Arabien kräftig.
Zudem wurden Quartalszahlen großer US-Techkonzerne durchwachsen aufgenommen. Weitere Pläne von Meta zur Aufstockung der Investitionen schürten abermals Befürchtungen, dass die Technologiegiganten in einem bereits gesättigten Markt mehr Anleihen für den Ausbau der KI-Infrastruktur auflegen werden. Allein Meta steckt in diesem Jahr mindestens 135 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur.
"Die Botschaft scheint immer deutlicher zu werden: Der Markt ist nach wie vor bereit, hohe Investitionen in KI zu belohnen, stellt jedoch immer höhere Anforderungen an die Renditen", sagte Santiago Mateo, Leiter des Aktienbereichs der CaixaBank AM. "Die Anleger wollen Nachweise dafür, dass sich die Investitionen in ein stärkeres Wachstum, eine bessere Monetarisierung und letztendlich in Gewinnen niederschlagen."/mis/he
