Die aktuellen Wirtschaftsnachrichten mit Michael Weyland
Thema heute: Altersvorsorgedepot: Von kostenlos bis 1,5 Prozent im Jahr - Finanztip befragt mehr als 100 potenzielle Anbieter - erste Marktübersicht zeigt große Unterschiede bei Kosten, Geldanlage und Auszahlung
Das Altersvorsorgedepot startet 2027. Doch schon jetzt zeichnen sich deutliche Unterschiede zwischen den geplanten Angeboten ab. Eine Abfrage des unabhängigen Geldratgebers Finanztip unter mehr als 100 potenziellen Anbietern zeigt: Manche Anbieter wollen dauerhaft auf Depot- und Fondskosten verzichten. Bei anderen sind je nach Produkt jährliche Kosten von bis zu 1,5 Prozent vorgesehen. Teilweise könnten weitere Gebühren hinzukommen.
"Kosten sind bei der Altersvorsorge keine Nebensache. Selbst kleine Unterschiede können über Jahrzehnte einen großen Teil des Ertrags aufzehren. Dieses Geld fehlt später für die Rente", sagt man bei Finanztip.
Trade Republic hat angekündigt, keine Gebühren für Depotführung und Sparpläne zu verlangen und bei Dutzenden ETFs auch die Fondskosten zu übernehmen. Scalable Capital will die Kosten ausgewählter ETFs erstatten und im Depot wieder anlegen. Auch die Sparkassen planen günstige Konditionen von 0,1 Prozent pro Jahr beim Standarddepot. Ein aktiv gemanagtes Altersvorsorge -Depot kann dagegen bis zu 1,5 Prozent kosten.
Kostenunterschiede können nach 25 Jahren Zehntausende Euro ausmachen
Wer Angebote vergleicht, sollte sämtliche Kosten berücksichtigen: neben der Depotgebühr auch die Kosten der Fonds und ETFs sowie mögliche Gebühren für Käufe und Verkäufe. Befristete Rabatte sollten Sparer dabei nicht mit den dauerhaft geltenden Kosten verwechseln.
Wie stark Kosten langfristig wirken, zeigt eine vereinfachte Finanztip-Modellrechnung: Wer 25 Jahre lang monatlich 250 Euro in einen Aktien-ETF einzahlt, kommt bei einer angenommenen jährlichen Rendite von sechs Prozent vor Kosten und jährlichen Kosten von 0,1 Prozent auf rund 167.000 Euro. Bei Kosten von 1,5 Prozent bleiben dagegen rund 137.000 Euro - etwa 30.000 Euro weniger. Staatliche Zulagen und Steuererstattungen sind in der Rechnung nicht berücksichtigt.
Riester-Wechsel prüfen
Wer bereits einen Riester-Vertrag hat, sollte darauf achten, ob der Anbieter die Übertragung des Guthabens unterstützt und welche Kosten dabei entstehen.
Angebote unterscheiden sich auch bei den Leistungen
Bei der Geldanlage haben Sparerinnen und Sparer unterschiedliche Möglichkeiten: In einem freien Depot wählen sie ihre Fonds oder ETFs selbst. Bei einem gesteuerten Standarddepot gibt der Anbieter die Anlagen vor und schlägt eine Aufteilung zwischen Aktien und risikoärmeren Anlagen vor. Einige Anbieter planen beide Depotvarianten.
Diesen Beitrag können Sie hier nachhören oder downloaden.
