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MÄRKTE EUROPA/Viele Schreckreaktionen auf Geschäftszahlen

DJ MÄRKTE EUROPA/Viele Schreckreaktionen auf Geschäftszahlen

DOW JONES--Abwärts geht es am Freitagmittag mit den europäischen Börsen. Die Märkte stehen von mehreren Seiten unter Druck. Öl der Sorte Brent notiert bei 114 Dollar das Fass. Die leichte Entspannung bei den Anleiherenditen wird eher negativ gewertet als Zeichen für die "Flucht in Sichere Häfen" aus dem Aktienmarkt. Der DAX verliert 0,7 Prozent auf 25.187 Punkte, der Euro-Stoxx-50 fällt um 0,6 Prozent auf 6.053 Zähler. Je länger die Energiepreise hoch bleiben, desto stärker fressen sie sich durch die Lieferketten und treiben die Inflation.

Der Stoxx-Index der Ölaktien ist daher mit 1,9 Prozent Plus mit weitem Abstand Tagesgewinner in Europa. Technologiewerte notieren im Schnitt aber wieder 1 Prozent im Minus. Wiedererwachte Sorgen wegen der hohen KI-Investitionspläne belasten, die Facebook-Mutter Meta Platforms musste nun einen negativen Cashflow in den Quartalszahlen offenlegen. Dazu hat SK Hynix die Pläne für den Börsengang ihrer Speicherchipsparte in den USA erst einmal auf Eis gelegt.

Hauptverlierer sind jedoch die Rüstungs- und Raumfahrtaktien mit über 3 Prozent Index-Minus - belastet vom Kurseinbruch von Safran in Paris von über 8 Prozent. Die Geschäftszahlen liegen zwar im Rahmen der Erwartungen, der Bereich Antriebssysteme hat jedoch die Prognose verfehlt. Dies drückt massiv auf die anderen Hersteller von Flugzeugtriebwerken: MTU im DAX fallen um 4,2 Prozent, Rolls-Royce in London um 6 Prozent.

Bei Anleihen steht weiter Frankreich im Fokus. Mit 169 Basispunkten liegt die Zinsdifferenz zwischen französischen und deutschen 10-jährigen Benchmarkanleihen auf dem Niveau wie zu Zeiten der Schuldenkrise. Sorgen macht man sich über das neue Länder-Rating, dass die Agentur Moody's am Abend bekanntgeben wird. Eine Abstufung der französischen Bonität ist möglich. Auch der Einbruch von Frankreichs Einkaufsmanager-Index für den wichtigen Service-Bereich belastet.

Zudem überzeugen Unternehmenszahlen nicht: Vor allem im Luxussektor gehen die schlechten Nachrichten weiter. Ursache ist bei den meisten Anbietern ein deutlich schwächeres China-Geschäft. So haben auch bei Kering die Drittquartalszahlen die Erwartungen verfehlt. Ursächlich hierfür ist laut Bernstein die schwache Entwicklung der Kernmarke Gucci. Hier fielen die Umsätze um 6 Prozent. Händler bezeichnen den erneuten Kurseinbruch von fast 13 Prozent bei Kering als überraschend. Nach den Geschäftszahlen von Hermes (-3%) am Vortag und davor LVMH (-1%) seien diese Faktoren bekannt gewesen. Auch Richemont geben 4,7 Prozent nach, Burberry und Moncler bis zu 2,8 Prozent.

Munich Re erholen sich nach vorläufigen Geschäftszahlen und liegen nun nur noch 0,2 Prozent hinten. Der Rückversicherer hat im dritten Quartal die Marktprognose zum Gewinn geschlagen. Für das Gesamtjahr werden nun 6,6 Milliarden Euro angestrebt nach bislang 6,3 Milliarden.

Dagegen haben die Umsätze von Vinci (-0,2%) im dritten Quartal laut JP Morgan mit 20,4 Milliarden Euro auf vergleichbarer Basis die Schätzungen geschlagen. Alle Sparten außer Vinci Immobilier haben die Erwartungen der Analysten übertroffen. Holcim hat ebenfalls überzeugende Geschäftszahlen vorgelegt. Die Aktie steigt um 5,2 Prozent.

Atoss Software fallen 8,2 Prozent, obwohl die Analysten von Jefferies die Geschäftszahlen als positiv bezeichnen. Der Umsatz sei im Jahresvergleich um rund 11 Prozent auf 52,6 Millionen Euro gestiegen, was nur leicht unter Konsens lag. Atoss habe trotz des schwierigen Umfelds ein robustes Wachstum gezeigt.

In einem schwachen Gesamtmarkt steigen Evonik um 2,6 Prozent auf 21,24 Euro. Im Handel wird auf einen Bloomberg-Artikel verwiesen. Dort heißt es mit Verweis auf Kreise, dass BASF die Offerte für Evonik auf 24 Euro je Anteilsschein erhöht haben soll. Bislang stand das Gebot bei 22,15 Euro. Über eine Erhöhung der Offerte wird schon seit längerem spekuliert, und wäre mithin keine Überraschung. Evonik bleiben deutlich unter beiden Angeboten, Anleger haben offenbar Zweifel, ob dies ausreichen wird.

Für einen Crash von 26 Prozent sorgen die Ergebnisse bei Volvo Car für das dritte Quartal. Sie sind laut Bernstein sehr schwach ausgefallen. Dies hätte aber kaum überraschen sollen, da das Unternehmen die Jahresprognose bereits am Monatsbeginn zurückgezogen habe. Allerdings habe nun auch der Cashflow ins Minus gedreht.

Für die Automobilzuliefertitel Valeo geht es fast 10 Prozent tiefer. Hier liegt der Umsatz nur leicht unter Erwartung. Der Markt reagiere aufgrund der politischen Lage bei Aktien aus Frankreich über, heißt es im Handel. Bei L'Oreal geht es um 5,2 Prozent höher. Hier erfreut das deutlich stärkere Umsatzswachstum. Es hat im dritten Quartal mit 7,7 Prozent Plus laut JP Morgan die Konsenserwartungen von 5,4 Prozent klar übertroffen. Das Quartal habe von vorgezogenen Auslieferungen an den Handel profitiert.

=== 
Index          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.052,84  -0,6   -34,17    6.087,01    4,5 
Stoxx-50        5.311,89  -0,7   -36,22    5.348,11    8,0 
DAX          25.186,81  -0,7  -184,94    25.371,75    2,8 
MDAX          29.978,74  -0,4  -107,13    27.039,42    -2,1 
TecDAX         4.027,11  -0,8   -33,32    3.091,28    11,2 
SDAX          18.123,90  -0,4   -74,70    13.062,07    5,5 
FTSE          10.673,28  -0,5   -51,75    10.725,03    7,5 
CAC           7.759,66  -0,7   -51,60    7.811,26    -4,8 
SMI          14.486,34  -0,4   -61,63    14.547,97    9,2 
ATX           6.220,10  -0,7   -43,85    6.263,95    16,8 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:42 
EUR/USD          1,1192  -0,2  -0,0022     1,1214   1,1205 
EUR/JPY          175,6  -0,1  -0,2100     175,81  176,0800 
EUR/CHF          0,9225  +0,3   0,0025     0,9200   0,9221 
EUR/GBP          0,837  0,0   0,0000      0,837   0,8378 
USD/JPY          156,88  +0,1   0,1200     156,76  157,1300 
GBP/USD          1,3371  -0,2  -0,0028     1,3399   1,3370 
USD/CNY          6,6702  -0,1  -0,0043     6,6745   6,6746 
USD/CNH          6,6695  -0,1  -0,0031     6,6726   6,6740 
AUS/USD          0,7019  0,0   0,0000     0,7019   0,7015 
Bitcoin/USD      81.647,94  +0,6   455,52    81.192,42 81.531,50 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         100,60  +1,1    1,13      99,47 
Brent/ICE         114,54  +1,2    1,37     113,17 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.023,93  -0,0   -0,05    4.023,98 
Silber           53,91  -1,1   -0,62      54,53 
Platin         1.564,62  -0,4   -5,63    1.570,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/flf

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October 23, 2026 07:46 ET (11:46 GMT)

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