
© Foto: Coen Crevels auf Pexels (Symbolbild)
Die Aktie hängt seit Monaten fest und die Stimmung ist eher mau bis leicht negativ. Doch es bewegt sich bei TUI einiges. Ein neues Bonusprogramm startet mit über einer Million Anmeldungen, was nicht gerade wenig ist. Die Buchungen ziehen generell wieder an und im Chart zeichnet sich ein spannendes Muster ab. Hält die Marke von 6 Euro, könnte der Weg nach oben frei werden. Erst Richtung 7 Euro, dann vielleicht sogar bis 9 Euro. Wie das gelingen kann, lesen Sie hier.
Rückenwind für den Reisekonzern
Es waren keine einfachen Monate und auch kein einfaches Jahr bislang für TUI, trotzdem gibt der Konzern Gas. Das bereinigte EBIT soll 2026 bei 1,20 bis 1,30 Milliarden Euro landen. Im dritten Quartal lag der Umsatz bei 5,82 Milliarden Euro, nach 6,20 Milliarden im Vorjahr. Der Gewinn sank auf 82,5 Millionen Euro. Dafür hellt sich der Blick nach vorn aber auf, da die Buchungen langsam in Schwung kommen. Für den Sommer lag das Minus zuletzt bei 5 Prozent, für den Winter bei 7 Prozent, doch die Dynamik der letzten vier Wochen war wieder besser, als gedacht. Gefragt sind vor allem Klassiker wie z. B. die Kanaren. TUIfly plant für den Winter rund 1,3 Millionen Sitzplätze, fast die Hälfte fliegt dorthin. Auch Ägypten, die Türkei und Thailand stehen hoch im Kurs. Dazu kommt ein neues Treueprogramm, das seit dem 13. Oktober läuft. Es nennt sich der Smiles Rewards Club und es gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mehr als eine Million Menschen hatten sich vorab angemeldet. Dies bindet die Kunden und hilft gegen zu kurzfristiges Buchen.

Charttechnik
Seit einem halben Jahr pendelt die Aktie zwischen 6, und gut 8 Euro. Aktuell kostet sie 6,70 Euro. Wichtig ist die Marke von 6 Euro. Solange sie hält, ist alles in Ordnung. Davor wartet eine Unterstützung bei 6,20 bis 6,40 Euro. Die Verkäufer wirken eher müde, die Käufer sind zwar auch nicht richtig wach, was dazu führt, dass das Handelsvolumen dünn ist. Das wiederum könnten aber gute Voraussetzungen für eine Erholung sein, denn wenn der erste Schritt mit einem Anstieg über den 50er SMA bei rund 6,81 Euro erst einmal gemacht wäre, könnte auch gleich danach der 200er SMA in Blickweite bei etwa 7,23 Euro rücken. Schafft die Aktie beide SMAs zu überwinden, sieht der Chart deutlich freundlicher aus. Dann steht ein echter Aufwärtstrend im Raum. Das Augusthoch bei ca. 7,90 Euro wäre dann das nächste Ziel. Danach ist der Weg Richtung 9 Euro frei, das Jahreshoch liegt bei 9,56 Euro und von da aus wäre dann auch die 10 Euro-Marke möglich.
Was tun?
Die Lage spricht eher für Chancen als für Risiken. Die Zahlen sind zwar immer noch nicht so berauschen, ohne Fragen, doch die Prognose ist klar, die Buchungen werden besser. Barclays sieht das Kursziel bei 8,75 Euro, die Deutsche Bank bleibt bei Kaufen. Der Chart passt dazu, solange die 6 Euro halten. Wer vorsichtig ist, wartet auf den Sprung über den 50er SMA und evtl. auch den 200er SMA. Wer früher einsteigen will, kauft sich langsam ein und nutzt die 6 Euro als Warnsignal oder sucht sich irgendwo darum einen Stopp. Am 9. Dezember kommen die Geschäftszahlen. Sie könnten neue Impulse liefern.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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