BRATISLAVA (dpa-AFX) - Bei den Regional- und Kommunalwahlen in der Slowakei konnten die meisten Amtsinhaber ihre Posten verteidigen. Das zeigten die am Sonntag von der staatlichen Wahlkommission veröffentlichten inoffiziellen Endergebnisse. Damit blieben auch Veränderungssignale aus, die mit Blick auf die spätestens im Herbst 2027 stattfindende Parlamentswahl erwartet worden waren.
Das Lager der in Bratislava regierenden Parteien unter dem linkspopulistischen Ministerpräsidenten Robert Fico verteidigte bei den Wahlen am Samstag die meisten seiner Positionen ebenso wie die liberalen und konservativen Oppositionsparteien. Auf kommunaler Ebene gewannen erneut viele parteiunabhängige Kandidaten.
Kein Wechsel der Regionspräsidenten
Alle acht Regionspräsidenten wurden in ihren Ämtern bestätigt. Wie bisher stellen die Regierungsparteien zwei Regionspräsidenten, vier sind liberalen und konservativen Oppositionsparteien zuzuordnen. In zwei Regionen gewannen erneut die beiden parteiunabhängigen Kandidaten, die sich keinem der großen Lager zuordnen lassen.
In der Hauptstadt Bratislava, die als Hochburg der Opposition gilt, gewann der amtierende Bürgermeister Matus Vallo mit 64 Prozent der Stimmen in der Direktwahl überlegen gegen den von den Regierungsparteien unterstützten Verkehrsminister Jozef Raz. Juraj Droba, der liberale Präsident der gleichnamigen Verwaltungsregion um die Hauptstadt verteidigte sein Amt mit 71 Prozent Zustimmung sogar noch deutlicher. Umgekehrt gelang es den Oppositionsparteien nicht, ihre Postionen in der großen Zahl kleinerer Städte und Gemeinden wesentlich zu stärken.
"Superwahl" in Regionen und Gemeinden
Rund 4,4 Millionen Staatsbürger und EU-Bürger mit Hauptwohnsitz in der Slowakei waren aufgerufen, in einer Art "Superwahl" an einem einzigen Tag über die Regionspräsidenten und Regionalparlamente aller acht Regionen und zugleich auch die Bürgermeister und Gemeindevertretungen der fast 3.000 Gemeinden zu entscheiden./ct/DP/he
