BERLIN (dpa-AFX) - Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier brechen am Montag zu mehrtägigen Reisen nach Asien auf. Am Morgen startet Steinmeier zu seinem zweiten Staatsbesuch nach China, nur wenige Stunden später beginnt für Merz seine bisher längste Auslandsreise als Kanzler. Erste Station ist der reiche Stadtstaat Singapur, anschließend geht es weiter nach Japan und Südkorea.
Erst am späten Freitagabend kehrt Merz nach Berlin zurück, kurz darauf auch Steinmeier. In Regierungskreisen wird Wert darauf gelegt, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Reisen zu sehr unterschiedlichen Partnern gibt.
Merz will Abhängigkeiten verringern
Merz hatte das autoritär geführte Riesenreich China bereits im Februar besucht. Er will die Partnerschaft zu den Ländern des Kontinents aber breiter aufstellen, um Abhängigkeiten von einzelnen Staaten zu verringern. Der Kanzler wird von einer großen und hochkarätigen Wirtschaftsdelegation begleitet.
In Singapur wird er neben seinen politischen Gesprächen eine außenpolitische Grundsatzrede halten. Anschließend besucht er mit Japan einen Partner, mit dem Deutschland in der G7 demokratischer Wirtschaftsmächte und in der G20 eng verbunden ist. In Südkorea wird Merz an der Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft teilnehmen und die demilitarisierte Zone an der Grenze zu Nordkorea besuchen.
Steinmeier will für faire Wirtschaftsbeziehungen werben
Steinmeier will im Rahmen seines viertägigen Staatsbesuchs in China für faire Wirtschafts- und Handelsbeziehungen werben, die zum beiderseitigen Vorteil sind. Dafür müssten Ungleichgewichte abgebaut werden, heißt es im Bundespräsidialamt. Der Bundespräsident will dies am Donnerstag in einer Grundsatzrede in der Universität von Peking deutlich machen und am Tag darauf mit Chinas Staatschef Xi Jinping und Ministerpräsident Li Qiang besprechen.
Ein weiteres Thema wird dabei die künftige Rolle Chinas in den internationalen Beziehungen sein. Aus Steinmeiers Sicht muss der Aufstieg Chinas zur Weltmacht auch mit der Übernahme von mehr Verantwortung einhergehen. So sollte China etwa seine guten Verbindungen zu Russland nutzen, um sich für eine Beendigung des Krieges in der Ukraine einzusetzen./mfi/sk/DP/he
