WIESBADEN (ots) -
- 2025 rund 1 Million Sterbefälle in Deutschland - 9 % mehr als 2015
- Preise für Bestattungsleistungen und Friedhofsgebühren überdurchschnittlich gestiegen
Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag - der November gilt gemeinhin als der Monat des Gedenkens und des Friedhofbesuchs. Die Alterung der Bevölkerung führt zu einer tendenziell steigenden Zahl der Sterbefälle und hat damit auch Auswirkungen auf die Bestattungsbranche. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren zum Jahresende 2025 insgesamt 900 Personen in einer dualen Ausbildung zur Bestattungsfachkraft - ein neuer Höchststand. Damit hat sich die Zahl der Auszubildenden in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. 2015 gab es noch insgesamt 430 Auszubildende. Eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft wird mittlerweile häufiger von Frauen gewählt: 2025 waren 61 % der Auszubildenden in diesem Bereich Frauen, der Männeranteil lag bei 39 %. Zehn Jahre zuvor lag der Frauenanteil noch bei 46 %.
32 000 Personen im Jahr 2024 im Bestattungshandwerk tätig
Rund 32 000 Personen waren im Jahr 2024 bei den hierzulande ansässigen rund 4 200 Unternehmen im Bestattungshandwerk tätig. Der Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigten ist in der Branche mit 41,9 % deutlich höher als im Handwerk insgesamt (21,1 %). Die Umsätze lagen im Jahr 2024 bei 2,37 Milliarden Euro.
2025 starben rund 1,0 Millionen Menschen - 9 % mehr als zehn Jahre zuvor
Die Nachfrage nach Bestattungsdienstleistungen und damit auch nach Fachkräften in dieser Branche steigt stetig an - auch aufgrund des zunehmenden Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung in Deutschland. Im Jahr 2025 starben hierzulande rund 1,0 Millionen Menschen - das waren 9 % mehr als zehn Jahre zuvor. Im Jahr 2015 gab es rund 925 000 Sterbefälle.
Preise für Bestattungen gestiegen
Verbraucherinnen und Verbraucher mussten für Bestattungen 2025 mehr ausgeben als im Jahr zuvor. Die Preise für Särge, Urnen, Grabsteine o.a. Begräbnisartikel sind im Jahr 2025 um 1,9 % gegenüber 2024 gestiegen, die Preise für Bestattungsleistungen und Friedhofsgebühren um 3,2 %. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben Zeitraum um 2,2 %.
16,3 % weniger Ausgaben für staatliche Kostenübernahme für Bestattungen als zehn Jahre zuvor
Nicht immer sind die Hinterbliebenen mit Mitteln aus dem Nachlass, eigenem Einkommen oder Vermögen in der Lage, die Kosten einer Bestattung zu tragen. Im Jahr 2025 haben die Sozialhilfeträger in Deutschland 51,6 Millionen Euro brutto für sogenannte Sozialbestattungen ausgegeben - das waren 16,3 % weniger als zehn Jahre zuvor (2015: 61,7 Millionen Euro). Im Jahr 2025 gab es rund 15 400 Empfängerinnen und Empfänger wie Angehörige oder testamentarisch eingesetzte Erben, die zur Bestattung verpflichtet waren und bei denen die beantragten Bestattungskosten übernommen wurden. Zehn Jahre zuvor waren es knapp 23 400 Empfängerinnen und Empfänger.
951,9 Millionen Euro kommunale Einnahmen durch Gebühren und Entgelte im Friedhofs- und Bestattungswesen im Jahr 2024
Für die kommunalen Kassen sind Bestattungen aber auch eine Einnahmequelle. Die Kernhaushalte der Städte und Gemeinden in den Flächenländern (ohne Stadtstaaten) erzielten im Jahr 2024 Einnahmen von 951,9 Millionen Euro aus Verwaltungs- und Benutzungsgebühren und ähnlichen Entgelten im Friedhofs- und Bestattungswesen. Das waren 2,4 % mehr als im Jahr 2023 (929,8 Millionen Euro) und gut ein Drittel (34,1 %) mehr als zehn Jahre zuvor (2014: 710,1 Millionen Euro).
Friedhöfe erstrecken sich auf 0,1 % der Bodenfläche Deutschlands
Die Friedhofsflächen umfassten bundesweit im Jahr 2024 rund 38 500 Hektar - das waren rund 0,1 % der gesamten Bodenfläche Deutschlands. Nicht eingerechnet bei den klassischen Friedhofsflächen sind Waldbestattungsflächen. Diese erstreckten sich im Jahr 2024 auf rund 2 500 Hektar.
In Deutschland regeln die Bestattungsgesetze der Länder die Bestattungspflicht und den Friedhofszwang. In einigen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz oder Schleswig-Holstein gab es Reformen, um die traditionellen Vorgaben zu lockern.
Methodische Hinweise:
Die Zahlen zu den Auszubildenden entstammen der amtlichen Datenerhebung auf Grundlage des § 88 Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und beinhalten Daten zu Ausbildungsberufen nach dem BBiG oder der Handwerksordnung (HwO). Sie beziehen sich jeweils auf den Stichtag 31. Dezember eines jeden Jahres.
Mit dem Berichtsjahr 2024 wurde in der Handwerkszählung bei der Erfassung der Beschäftigten vom Personenkonzept auf das Jobkonzept umgestellt, sodass ab dem Berichtsjahr 2024 alle Beschäftigtenverhältnisse berücksichtigt werden einschließlich die im zweiten Job. Besonders im Bereich der geringfügigen Beschäftigung kam es daher zu starken Anstiegen. Ein direkter Vorjahresvergleich ist aus diesem Grund nicht möglich.
Weitere Informationen:
Ausführliche Ergebnisse zur Struktur des Handwerks bieten die Tabellen zur Handwerkszählung (53111) in der Datenbank GENESIS-Online.
Detaillierte Informationen zur Entwicklung der Sterbefallzahlen in den letzten Jahren sind hier in unserem Internetangebot verfügbar.
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte in Deutschland für Konsumzwecke kaufen. Die hier dargestellten Preisentwicklungen sind in der Datenbank GENESIS-Online in der Tabelle 61111-0005 abrufbar und beziehen sich auf die folgenden Positionen:
CC13-1232901100 Sarg, Urne, Grabstein o.a. Begräbnisartikel
CC13-1270300100 Bestattungsleistungen und Friedhofsgebühr
Weitere Ergebnisse zu den Empfängerinnen und Empfängern von Leistungen und den Bruttoausgaben für Bestattungskosten aus der Statistik der Empfänger von Leistungen nach dem 5.-9. Kapitel SGB XII und der Statistik der Ausgaben und Einnahmen der Sozialhilfe sind in der Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 22131-0006 und 22131-0013) verfügbar.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Pressestelle
Telefon: +49 611 75 3444
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/32102/6377527
- 2025 rund 1 Million Sterbefälle in Deutschland - 9 % mehr als 2015
- Preise für Bestattungsleistungen und Friedhofsgebühren überdurchschnittlich gestiegen
Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag - der November gilt gemeinhin als der Monat des Gedenkens und des Friedhofbesuchs. Die Alterung der Bevölkerung führt zu einer tendenziell steigenden Zahl der Sterbefälle und hat damit auch Auswirkungen auf die Bestattungsbranche. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren zum Jahresende 2025 insgesamt 900 Personen in einer dualen Ausbildung zur Bestattungsfachkraft - ein neuer Höchststand. Damit hat sich die Zahl der Auszubildenden in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. 2015 gab es noch insgesamt 430 Auszubildende. Eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft wird mittlerweile häufiger von Frauen gewählt: 2025 waren 61 % der Auszubildenden in diesem Bereich Frauen, der Männeranteil lag bei 39 %. Zehn Jahre zuvor lag der Frauenanteil noch bei 46 %.
32 000 Personen im Jahr 2024 im Bestattungshandwerk tätig
Rund 32 000 Personen waren im Jahr 2024 bei den hierzulande ansässigen rund 4 200 Unternehmen im Bestattungshandwerk tätig. Der Anteil der geringfügig entlohnten Beschäftigten ist in der Branche mit 41,9 % deutlich höher als im Handwerk insgesamt (21,1 %). Die Umsätze lagen im Jahr 2024 bei 2,37 Milliarden Euro.
2025 starben rund 1,0 Millionen Menschen - 9 % mehr als zehn Jahre zuvor
Die Nachfrage nach Bestattungsdienstleistungen und damit auch nach Fachkräften in dieser Branche steigt stetig an - auch aufgrund des zunehmenden Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung in Deutschland. Im Jahr 2025 starben hierzulande rund 1,0 Millionen Menschen - das waren 9 % mehr als zehn Jahre zuvor. Im Jahr 2015 gab es rund 925 000 Sterbefälle.
Preise für Bestattungen gestiegen
Verbraucherinnen und Verbraucher mussten für Bestattungen 2025 mehr ausgeben als im Jahr zuvor. Die Preise für Särge, Urnen, Grabsteine o.a. Begräbnisartikel sind im Jahr 2025 um 1,9 % gegenüber 2024 gestiegen, die Preise für Bestattungsleistungen und Friedhofsgebühren um 3,2 %. Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben Zeitraum um 2,2 %.
16,3 % weniger Ausgaben für staatliche Kostenübernahme für Bestattungen als zehn Jahre zuvor
Nicht immer sind die Hinterbliebenen mit Mitteln aus dem Nachlass, eigenem Einkommen oder Vermögen in der Lage, die Kosten einer Bestattung zu tragen. Im Jahr 2025 haben die Sozialhilfeträger in Deutschland 51,6 Millionen Euro brutto für sogenannte Sozialbestattungen ausgegeben - das waren 16,3 % weniger als zehn Jahre zuvor (2015: 61,7 Millionen Euro). Im Jahr 2025 gab es rund 15 400 Empfängerinnen und Empfänger wie Angehörige oder testamentarisch eingesetzte Erben, die zur Bestattung verpflichtet waren und bei denen die beantragten Bestattungskosten übernommen wurden. Zehn Jahre zuvor waren es knapp 23 400 Empfängerinnen und Empfänger.
951,9 Millionen Euro kommunale Einnahmen durch Gebühren und Entgelte im Friedhofs- und Bestattungswesen im Jahr 2024
Für die kommunalen Kassen sind Bestattungen aber auch eine Einnahmequelle. Die Kernhaushalte der Städte und Gemeinden in den Flächenländern (ohne Stadtstaaten) erzielten im Jahr 2024 Einnahmen von 951,9 Millionen Euro aus Verwaltungs- und Benutzungsgebühren und ähnlichen Entgelten im Friedhofs- und Bestattungswesen. Das waren 2,4 % mehr als im Jahr 2023 (929,8 Millionen Euro) und gut ein Drittel (34,1 %) mehr als zehn Jahre zuvor (2014: 710,1 Millionen Euro).
Friedhöfe erstrecken sich auf 0,1 % der Bodenfläche Deutschlands
Die Friedhofsflächen umfassten bundesweit im Jahr 2024 rund 38 500 Hektar - das waren rund 0,1 % der gesamten Bodenfläche Deutschlands. Nicht eingerechnet bei den klassischen Friedhofsflächen sind Waldbestattungsflächen. Diese erstreckten sich im Jahr 2024 auf rund 2 500 Hektar.
In Deutschland regeln die Bestattungsgesetze der Länder die Bestattungspflicht und den Friedhofszwang. In einigen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz oder Schleswig-Holstein gab es Reformen, um die traditionellen Vorgaben zu lockern.
Methodische Hinweise:
Die Zahlen zu den Auszubildenden entstammen der amtlichen Datenerhebung auf Grundlage des § 88 Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und beinhalten Daten zu Ausbildungsberufen nach dem BBiG oder der Handwerksordnung (HwO). Sie beziehen sich jeweils auf den Stichtag 31. Dezember eines jeden Jahres.
Mit dem Berichtsjahr 2024 wurde in der Handwerkszählung bei der Erfassung der Beschäftigten vom Personenkonzept auf das Jobkonzept umgestellt, sodass ab dem Berichtsjahr 2024 alle Beschäftigtenverhältnisse berücksichtigt werden einschließlich die im zweiten Job. Besonders im Bereich der geringfügigen Beschäftigung kam es daher zu starken Anstiegen. Ein direkter Vorjahresvergleich ist aus diesem Grund nicht möglich.
Weitere Informationen:
Ausführliche Ergebnisse zur Struktur des Handwerks bieten die Tabellen zur Handwerkszählung (53111) in der Datenbank GENESIS-Online.
Detaillierte Informationen zur Entwicklung der Sterbefallzahlen in den letzten Jahren sind hier in unserem Internetangebot verfügbar.
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte in Deutschland für Konsumzwecke kaufen. Die hier dargestellten Preisentwicklungen sind in der Datenbank GENESIS-Online in der Tabelle 61111-0005 abrufbar und beziehen sich auf die folgenden Positionen:
CC13-1232901100 Sarg, Urne, Grabstein o.a. Begräbnisartikel
CC13-1270300100 Bestattungsleistungen und Friedhofsgebühr
Weitere Ergebnisse zu den Empfängerinnen und Empfängern von Leistungen und den Bruttoausgaben für Bestattungskosten aus der Statistik der Empfänger von Leistungen nach dem 5.-9. Kapitel SGB XII und der Statistik der Ausgaben und Einnahmen der Sozialhilfe sind in der Datenbank GENESIS-Online (Tabellen 22131-0006 und 22131-0013) verfügbar.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.
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