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MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Gewinne aus - Ifo steigt erneut

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Gewinne aus - Ifo steigt erneut

DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte bauen ihre Gewinne bis Montagmittag noch leicht aus. Für Erleichterung sorgt die Bestätigung der Bonitätseinstufung Frankreichs mit "Aa3" durch die Ratingagentur Moody's - trotz des stetigen Anstiegs der Verschuldung und der politischen Zersplitterung, welche die Eindämmung der Kreditaufnahme erschwert. Moody's begründete dies mit der diversifizierten Wirtschaft des Landes und den starken öffentlichen Institutionen. Die Entscheidung sorgt für etwas Entspannung an den französischen Anleihemärkten. Die Rendite der 10-jährigen Benchmarkanleihe fällt daraufhin unter 5 Prozent.

Der DAX gewinnt 1,0 Prozent auf 25.421 Punkte, der Euro-Stoxx-50 hinkt dagegen etwas hinterher mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 6.111 Punkte. Hier belasten die spanischen und portugiesischen Börsen nach dem Wahlausgang in Brasilien. Der spanische Ibex notiert unverändert, der portugiesische PSI verliert 0,6 Prozent. Der französische CAC-40 legt dagegen um 0,8 Prozent zu. Die Rendite der 10-jährige US-Benchmarkanleihe zieht leicht an auf 5 Prozent. Brent-Öl verbilligt sich auf unter 115 Dollar das Fass, bleibt damit aber auf einem sehr hohen Niveau.

Wenngleich nicht von größerer Marktrelevanz so sendet der Ifo-Index doch ein positives Signal. Dieser stieg im Oktober auf 90,2 nach 89,9 im September und damit zum sechsten Mal in Folge. "Dabei sind die Öl- und Gaspreise im Großhandel in den letzten Wochen wieder heftig gestiegen und eine Lösung für den Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist weiterhin nicht absehbar", so die KfW. Vielmehr drohe sogar eine erneute Eskalation am Persischen Golf nach den Zwischenwahlen in den USA. Vor diesem Hintergrund seien die aktuellen Befragungsergebnisse noch positiver zu sehen.

Santander und andere spanische Aktien stehen an der Madrider Börse unter Druck. Santander fallen um 2,8 Prozent, Telefonica sogar um 6,3 Prozent. Galp Energia rutschen in Lissabon um 10 Prozent ab. Belastend wirkt der überraschende Sieg von Luiz Inácio Lula da Silva über den konservativen Herausforderer Flavio Bolsonaro in der Stichwahl bei den brasilianischen Präsidentschaftswahlen. Bolsonaro hatte die erste Rund noch gewonnen. Die brasilianische Börse dürfte einbrechen. Santander und Telefonica sind auf dem brasilianischen Markt stark engagiert - ebenso das portugiesische Energie-Unternehmen Galp.

Im Technologiesektor richtet sich der Blick zunehmend auf die Wirtschaftlichkeit des KI-Booms. "Anleger zweifeln nicht mehr grundsätzlich am Potenzial künstlicher Intelligenz, sondern fragen immer lauter nach der Rendite der gewaltigen Infrastruktur-Investitionen", so CMC. Antworten darauf könnte die neue Berichtswoche liefern. Mit Amazon, Alphabet, Intel und Microsoft öffneten gleich mehrere Schwergewichte ihre Bücher. Ihre Geschäftszahlen und vor allem die Ausblicke auf die weiteren Investitionsausgaben dürften maßgeblich darüber entscheiden, ob die zuletzt dominierenden Gewinnmitnahmen anhielten oder Anleger wieder Vertrauen in die hohen Bewertungen fassten.

Im Vorfeld erholt sich das KI-Universum. Siemens Energy gewinnen nach den jüngsten Abgaben 3,9 Prozent und stellen den DAX-Gewinner. Hochtief folgen mit 3,3 Prozent. Für Infineon geht es um 2,7 Prozent nach oben, Aixtron steigen um 2,9 Prozent, ASML um 1,4 Prozent und STMicro um 1,8 Prozent.

Neben der Berichtssaison stehen in der laufenden Woche vor allem die Zentralbanken im Blick. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank über ihre Geldpolitik, am Donnerstag folgt dann die Europäische Zentralbank (EZB). In beiden Fällen wird mit einer Bestätigung des aktuellen Leitzinsniveaus gerechnet, im Dezember könnte es dann aber so weit sein mit Erhöhungen. Mit Blick auf die EZB dürfte sich Präsidentin Christine Lagarde auch Fragen zur Lage in Frankreich ausgesetzt sehen. Die meisten Beobachter sehen hohe Hürden für eine EZB-Intervention an den Anleihemärkten, eine Destabilisierung der Eurozone dürfte sie aber nicht zulassen.

Für die Bayer-Aktie geht es nach der Vorstellung der Zwischenergebnisse der DASL-HiCaP-Studie zu Nubeqa bei Patienten mit lokalisiertem Prostatakarzinom und sehr hohem Rezidivrisiko um 3,4 Prozent nach oben. Nubeqa in Kombination mit Strahlentherapie und Androgendeprivationstherapie habe eine Verbesserung des metastasenfreien Überlebens um 58 Prozent im Vergleich zu alleiniger Strahlentherapie und Androgendeprivationstherapie gezeigt, schreibt JP Morgan. Nach Einschätzung der Analysten sind die Konsensschätzungen für Nubeqa zu niedrig.

BASF verlieren dagegen 1,0 Prozent. JP Morgan äußert sich zurückhaltend zu einer möglichen Übernahme von Evonik durch BASF. BASF-Evonik gehört aus Sicht der Analysten nicht zu den naheliegenderen Zusammenschlüssen in der Chemiebranche. Der Grund dafür sei, dass BASF über alternative Optionen potenziell höhere Renditen bei geringerem Umsetzungsrisiko erzielen könnte. Bloomberg berichtete am Freitag unter Berufung auf informierte Personen, der Ludwigshafener Konzern biete nun rund 24 Euro je Aktie. Evonik büßen 0,3 Prozent auf 21,20 Euro ein.

=== 
Index          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.110,73  +0,7   42,51    6.068,22    5,5 
Stoxx-50        5.341,35  +0,4   20,88    5.320,47    8,6 
DAX          25.420,73  +1,0   239,08    25.181,65    3,8 
MDAX          30.292,02  +1,4   415,71    27.039,42    -1,1 
TecDAX         4.051,58  +0,7   27,28    3.091,28    11,9 
SDAX          18.427,02  +1,8   320,44    13.062,07    7,3 
FTSE          10.737,86  +0,4   47,50    10.690,36    8,1 
CAC           7.849,57  +0,9   66,75    7.782,82    -3,7 
SMI          14.500,12  +0,3   37,76    14.462,36    9,3 
ATX           6.270,26  +0,1    6,31    6.263,95    17,7 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:24 
EUR/USD          1,1192  -0,1  -0,0010     1,1202   1,1197 
EUR/JPY          176,2  +0,3   0,5000      175,7  175,5500 
EUR/CHF          0,9248  +0,1   0,0005     0,9243   0,9236 
EUR/GBP          0,8383  +0,1   0,0008     0,8375   0,8368 
USD/JPY          157,44  +0,4   0,5800     156,86  156,7700 
GBP/USD          1,3347  -0,2  -0,0025     1,3372   1,3378 
USD/CNY          6,668  -0,0  -0,0022     6,6702   6,6702 
USD/CNH          6,6681  -0,0  -0,0009     6,6690   6,6696 
AUS/USD          0,7025  -0,1  -0,0008     0,7033   0,7033 
Bitcoin/USD      80.294,06  -0,2  -121,74    80.415,80 81.497,35 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         100,97  -2,2   -2,30     103,27 
Brent/ICE         114,96  -1,5   -1,76     116,72 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.016,75  +0,5   21,23    3.995,52 
Silber           54,09  +0,4    0,20      53,89 
Platin         1.541,95  -0,6   -8,88    1.550,83 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/ros

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October 26, 2026 08:27 ET (12:27 GMT)

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