DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Ifo-Geschäftsklima hellt sich leicht auf - bessere Erwartungen
Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im Oktober wie erwartet aufgehellt, was an optimistischeren Geschäftserwartungen lag. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg auf 90,2 (September: 89,9) Punkte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 90,1 prognostiziert. Der Index der Lagebeurteilung sank auf 88,8 (89,5) Punkte. Erwartet worden war dagegen ein Anstieg auf 89,9 Punkte. Der Index der Geschäftserwartungen erhöhte sich unerwartet auf 91,6 (90,4) Punkte. Volkswirte hatten dagegen einen Rückgang auf 90,0 Punkte erwartet. "Die Konjunkturbelebung setzt sich fort", kommentierten die Konjunkturforscher die Daten.
EZB: Unternehmen melden Kreditverknappung und höhere Zinsen
Die Unternehmen des Euroraums leiden nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) unter steigenden Zinsen und einer Verknappung von Krediten. Wie die EZB in ihrem Bericht über den Zugang von Unternehmen zu Finanzmitteln (Safe) für das dritte Quartal mitteilte, meldeten die Unternehmen im Euroraum auf breiter Front einen weiteren Nettoanstieg der Zinsen für Bankkredite (netto 46 Prozent, verglichen mit 42 Prozent im Vorquartal). In der Umfragerunde gaben die Unternehmen außerdem an, dass die Verfügbarkeit von Bankkrediten stärker gesunken sei als ihre Nachfrage nach Krediten. Die Unternehmen meldeten einen Rückgang der Verfügbarkeit von Bankkrediten (minus 5 Prozent, verglichen mit netto minus 1 Prozent im zweiten Quartal), wobei sowohl KMU (netto minus 5 Prozent, nach minus 4 Prozent) als auch Großunternehmen (netto minus 6 Prozent, nach zuvor 4 Prozent) eine geringere Verfügbarkeit verzeichneten.
Französische Staatsanleihen erholen sich nach Abwendung einer Rating-Herabstufung
Französische Staatsanleihen erholen sich wieder, nachdem Moody's am Freitag darauf verzichtet hat, die Kreditwürdigkeit des Landes herabzustufen, wie einige Anleger befürchtet hatten. Die Renditen 10-jähriger französischer Staatsanleihen fielen um etwa 0,06 Prozentpunkte auf 4,97 Prozent. Die Renditen sinken, wenn die Kurse steigen. Französische Anleihen entwickeln sich besser als ihre europäischen Wettbewerber. Der Abstand zwischen den 10-jährigen Kreditkosten Frankreichs und Deutschlands, ein als 'le spread' bekannter Schlüsselindikator für das fiskalische Risiko, verringerte sich auf 1,6 Prozentpunkte. Zur besseren Stimmung trug auch bei, dass Frankreich ein relativ friedliches Protestwochenende erlebte. Frühere Demonstrationen, die in Gewalt umschlugen, hatten die Sorgen der Anleger verstärkt, dass die Regierung Schwierigkeiten haben werde, die Ausgaben einzudämmen und den Schuldenstand zu stabilisieren.
Spanische und portugiesische Aktien nach Brasilien-Wahl unter Druck
Der überraschende Wahlausgang in Brasilien belastet die Börsen in Portugal und Spanien. Spanien gehört zu den größten ausländischen Investoren in dem südamerikanischen Land, auch das frühere Mutterland zu Kolonialzeiten, Portugal, ist stark mit der brasilianischen Wirtschaft verflochten. Belastend wirkt der überraschende Sieg von Luiz Inácio Lula da Silva über den konservativen und als wirtschaftsfreundlich geltenden Herausforderer Flavio Bolsonaro bei der Stichwahl der Präsidentschaftswahlen. Bolsonaro hatte die erste Runde noch gewonnen. Die brasilianische Börse dürfte einbrechen. Während der DAX um 0,7 Prozent zulegt, verlieren PSI-20 in Lissabon und IBEX-35 in Madrid jeweils 0,6 Prozent. Die Aktien der spanischen Unternehmen Santander und Telefonica, die beide auf dem brasilianischen Markt stark engagiert sind, stürzen um 5 bzw. 7,2 Prozent ab. Auch das portugiesische Energie-Unternehmen Galp Energia ist in Basilien äußerst aktiv, der Kurs bricht um 9,3 Prozent ein.
Brasilien Leistungsbilanz Sep Defizit 5,1 Mrd USD (Aug: Defizit 5,1 Mrd USD)
Brasilien/Ausländische Direktinvestitionen Sep 11,3 Mrd USD
Brasilien/Ausländische Direktinvestitionen 12 Monate 88,3 Mrd USD
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October 26, 2026 08:30 ET (12:30 GMT)
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