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MÄRKTE EUROPA/Börsen legen zu - Rating-Bestätigung Frankreich beruhigt

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen legen zu - Rating-Bestätigung Frankreich beruhigt

DOW JONES--Mit Gewinnen haben die europäischen Aktienmärkte zu Wochenbeginn den Handel beendet. Für Erleichterung sorgte vor allem die Bestätigung der Bonitätseinstufung für Frankreichs mit "Aa3" durch die Ratingagentur Moody's - trotz des stetigen Anstiegs der Verschuldung und der politischen Zersplitterung, welche die Eindämmung der Kreditaufnahme erschwert. Moody's begründete dies mit der diversifizierten Wirtschaft des Landes und den starken öffentlichen Institutionen. Die Entscheidung sorgte für etwas Entspannung an den französischen Anleihemärkten. Die Rendite der 10-jährigen Benchmarkanleihe fiel daraufhin deutlicher unter die Marke von 5 Prozent.

Der DAX gewann 0,9 Prozent auf 25.411 Punkte, der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,8 Prozent auf 6.116 Punkte. Hier belasteten etwas die spanischen und portugiesischen Börsen nach dem Wahlausgang in Brasilien. Der spanische Ibex schloss lediglich 0,2 Prozent höher, der portugiesische PSI verlor 0,8 Prozent. Der französische CAC-40 legte dagegen um 0,8 Prozent zu. Die Rendite der 10-jährige US-Benchmarkanleihe fiel leicht auf 4,98 Prozent. Brent-Öl holte seine zwischenzeitlichen Verluste wieder auf und zeigte sich mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 117,07 Dollar das Fass.

Wenngleich nicht von größerer Marktrelevanz, so sendete der Ifo-Index doch ein positives Signal. Dieser stieg im Oktober auf 90,2 nach 89,9 im September und damit zum sechsten Mal in Folge.

Santander und andere spanische Aktien standen an der Madrider Börse unter Druck. Santander fielen um 3,1 Prozent, Telefonica sogar um 6,4 Prozent. Galp Energia rutschten in Lissabon um 10,8 Prozent ab. Belastend wirkt der überraschende Sieg von Luiz Inácio Lula da Silva über den konservativen Herausforderer Flavio Bolsonaro in der Stichwahl bei den Präsidentschaftswahlen in Brasilien. Bolsonaro hatte die erste Rund noch gewonnen. Die brasilianische Börse stand deutlich unter Druck. Santander und Telefonica sind auf dem brasilianischen Markt stark engagiert - ebenso das portugiesische Energie-Unternehmen Galp.

Im Technologiesektor richtete sich der Blick zunehmend auf die Wirtschaftlichkeit des KI-Booms. Antworten darauf könnte die neue Berichtswoche liefern. Mit Amazon, Alphabet, Intel und Microsoft öffneten gleich mehrere Schwergewichte ihre Bücher. Ihre Geschäftszahlen und vor allem die Ausblicke auf die weiteren Investitionsausgaben dürften maßgeblich darüber entscheiden, ob die zuletzt dominierenden Gewinnmitnahmen anhielten oder Anleger wieder Vertrauen in die hohen Bewertungen fassten.

Im Vorfeld erholten sich die zuletzt teils schwer unter die Räder gekommenen Aktien mit KI-Fantasie. Das dürfte unter anderem Schnäppchenkäufen zu verdanken gewesen sein, aber auch der relativen Ruhe am Anleihemarkt. Der zuletzt gesehene starke Anstieg der Marktzinsen hatte für Skepsis über die Rentabilität und Nachhaltigkeit der Investitionen in KI gesorgt und damit maßgeblich zum Ausverkauf bei KI-Aktien beigetragen. Siemens Energy gewannen nach den jüngsten Abgaben 3,8 Prozent. DAX-Spitzenreiter waren Hochtief mit einem Plus von 3,9 Prozent. Für Infineon ging es um 3,1 Prozent nach oben, Aixtron stiegen um 3,5 Prozent, ASML um 1,8 Prozent und STMicro um 2,6 Prozent.

Im Wochenverlauf stehen zudem die Zentralbanken im Blick. Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank über ihre Geldpolitik, am Donnerstag folgt dann die Europäische Zentralbank (EZB). In beiden Fällen wird mit einer Bestätigung des aktuellen Leitzinsniveaus gerechnet, im Dezember könnte es dann aber so weit sein mit Erhöhungen. Mit Blick auf die EZB dürfte sich Präsidentin Christine Lagarde auch Fragen zur Lage in Frankreich ausgesetzt sehen. Die meisten Beobachter sehen hohe Hürden für eine EZB-Intervention an den Anleihemärkten, eine Destabilisierung der Eurozone dürfte sie aber nicht zulassen.

Für die Bayer-Aktie ging es nach der Vorstellung der Zwischenergebnisse der DASL-HiCaP-Studie zu Nubeqa bei Patienten mit lokalisiertem Prostatakarzinom und sehr hohem Rezidivrisiko um 3,6 Prozent nach oben. Nubeqa in Kombination mit Strahlentherapie und Androgendeprivationstherapie habe eine Verbesserung des metastasenfreien Überlebens um 58 Prozent im Vergleich zu alleiniger Strahlentherapie und Androgendeprivationstherapie gezeigt, so JP Morgan.

BASF verloren 0,4 Prozent. JP Morgan hatte sich zurückhaltend zu einer möglichen Übernahme von Evonik durch BASF geäußert. Bloomberg hatte am Freitag unter Berufung auf informierte Personen berichtet, der Ludwigshafener Konzern biete nun rund 24 Euro je Aktie. Evonik gewannen 0,2 Prozent auf 21,30 Euro.

Die Fraport-Aktie stieg nach vorläufigen Ergebnissen für das dritte Quartal um 2,6 Prozent. Der Flughafenbetreiber übertraf wegen eines Sondereffektes die Analystenerwartungen für das abgelaufene Quartal. Hugo Boss schlossen 1,2 Prozent höher. Die britische Frasers Group schließt nach dem Überschreiten der 50-Prozent-Schwelle bei Hugo Boss weitere Zukäufe in den kommenden zwölf Monaten nicht aus und will bei personellen Veränderungen Einfluss auf Vorstand und Aufsichtsrat nehmen.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.116       +0,8          +4,8 
Stoxx-50        5.354       +0,6          +8,2 
Stoxx-600        641       +0,8          +7,4 
DAX          25.411       +0,9          +2,8 
FTSE-100 London    10.767       +0,7          +7,6 
CAC-40 Paris      7.847       +0,8          -4,5 
AEX Amsterdam     1.133       +0,1         +19,0 
BEL-20 Brüssel     5.784       +0,0         +13,9 
PSI 20 Lissabon    9.176       -0,8         +11,9 
IBEX-35 Madrid    19.033       +0,2          +9,7 
SMI Zürich      14.539       +0,5          +9,0 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:24 
EUR/USD          1,1182  -0,2  -0,0020     1,1202   1,1197 
EUR/JPY          176,11  +0,2  0,4100      175,7  175,5500 
EUR/CHF          0,9249  +0,1  0,0006     0,9243   0,9236 
EUR/GBP          0,8377  +0,0  0,0002     0,8375   0,8368 
USD/JPY          157,47  +0,4  0,6100     156,86  156,7700 
GBP/USD          1,3346  -0,2  -0,0026     1,3372   1,3378 
USD/CNY           6,67  0,0  -0,0002     6,6702   6,6702 
USD/CNH          6,6678  -0,0  -0,0012     6,6690   6,6696 
AUS/USD          0,7018  -0,2  -0,0015     0,7033   0,7033 
Bitcoin/USD      80.253,35  -0,2  -162,45    80.415,80 81.497,35 
 
ROHÖL          zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         102,45  -0,8   -0,82     103,27 
Brent/ICE         117,07  +0,3   0,35     116,72 
 
Metalle         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.022,59  +0,7   27,07    3.995,52 
Silber           54,20  +0,6   0,31      53,89 
Platin         1.542,05  -0,6   -8,78    1.550,83 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/apo

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October 26, 2026 13:17 ET (17:17 GMT)

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