Leipzig (ots) -
Während der Schwangerschaft versorgt die Plazenta das ungeborene Kind mit Sauerstoff und Nährstoffen und schützt es vor zahlreichen schädlichen Einflüssen. Nach der Geburt wird das Organ häufig entsorgt. Dabei enthält die Plazenta Stammzellen, deren medizinisches Potenzial intensiv erforscht wird. Bei einem Pressegespräch von Vita 34 erklärten eine Hebamme, eine Ärztin und eine Naturwissenschaftlerin, warum die Plazenta mehr Aufmerksamkeit verdient und welche Möglichkeiten es gibt, ihr Gewebe für die Zukunft einzulagern.
Ein Organ für Mutter und Kind
Cathrin Klinkner begleitet als erfahrene Hebamme Frauen und Familien während der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett. In ihrem Vortrag zeigte sie, welche zentrale Rolle die Plazenta in dieser Zeit spielt. Die Plazenta entwickelt sich zu Beginn der Schwangerschaft und stellt die Verbindung zwischen Mutter und Kind her. Über sie erhält das ungeborene Kind Sauerstoff und lebenswichtige Nährstoffe. Gleichzeitig werden Stoffwechselprodukte des Kindes über die Plazenta an den mütterlichen Kreislauf abgegeben.
"Die Plazenta ist das einzige Organ im menschlichen Körper, das zwei Menschen gehört, nämlich Mutter und Kind", erklärte Cathrin Klinkner.
Dabei ist die Plazenta keineswegs nur eine einfache Verbindung. Sie wirkt auch als Schutzbarriere. Bestimmte mütterliche Antikörper können sie passieren und dem Kind in den ersten Lebensmonaten helfen, sich gegen Krankheitserreger zu schützen. Viele schädliche Keime und fremde Zellen werden dagegen zurückgehalten. Dieser Schutz ist jedoch nicht vollständig, weshalb die Gesundheit der Plazenta während der gesamten Schwangerschaft besonders wichtig ist.
Rauchen, eine unausgewogene Ernährung, Diabetes, Bluthochdruck, anhaltender Stress oder vorausgegangene Operationen an der Gebärmutter können die Entwicklung und Funktion der Plazenta beeinträchtigen. Für Cathrin Klinkner zeigt dies, wie wichtig es ist, das Organ während der Schwangerschaft bewusst wahrzunehmen: "Geben wir der Plazenta wieder die Bedeutung zurück, die sie verdient hat."
Stammzellen aus der Plazenta für die Zukunft bewahren
Eine Möglichkeit der Plazenta wieder mehr Bedeutung zuzumessen besteht darin, das Plazentagewebe nach der Geburt fachgerecht einzulagern. Darauf ging Dr. rer. nat. Bartel, Leiterin der Fachberatung bei Vita 34, ein. Die Plazenta enthält sogenannte mesenchymale Stammzellen. Das sind vielseitige Zellen, die sich unter bestimmten Bedingungen in verschiedene Zell- und Gewebearten weiterentwickeln können. Außerdem geben sie Botenstoffe ab, die Entzündungs- und Heilungsprozesse beeinflussen können. Deshalb sind sie für die Forschung an neuen regenerativen und immunologischen Therapien interessant. [1,2]
Da diese Stammzellen direkt nach der Geburt gewonnen werden, sind sie biologisch jung und vergleichsweise wenig durch Alterungsprozesse und Umwelteinflüsse belastet. Ihr möglicher therapeutischer Nutzen wird derzeit in frühen klinischen Studien untersucht. Dabei geht es beispielsweise um die Behandlung von schweren angeborenen Fehlbildungen, Schlaganfällen, Knorpelschäden und schweren Entzündungsreaktionen. Viele dieser Ansätze befinden sich noch in einem frühen Forschungsstadium und gehören nicht zur medizinischen Routineversorgung. [3-6]
"Die Plazenta bietet eine zusätzliche Zellquelle mit besonderem Potenzial für immunologische Anwendungen", erklärte Bartel.
Was geschieht sonst nach der Geburt mit der Plazenta?
Dr. med. Sophia Johnson beleuchtete beim Pressegespräch die kulturgeschichtliche Bedeutung der Plazenta und verschiedene Formen seiner nachgeburtlichen Verwendung. Die Plazenta produziert während der Schwangerschaft zahlreiche Hormone. Dazu gehören Östrogene, Progesteron und das sogenannte humane Plazentalaktogen, das unter anderem an der Vorbereitung der Milchbildung beteiligt ist. Untersuchungen zeigen, dass die Hormonmengen in roher, getrockneter oder anderweitig verarbeiteter Plazenta erheblich schwanken. [7-9]
Johnson sprach sich dafür aus, werdende Mütter sachlich über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren. Ihre zentrale Frage lautete: "Es ist meine Plazenta. Was mache ich damit?"
Plazentagewebe durch Kälte langfristig erhalten
Seit Sommer 2026 bietet Vita 34 neben der Einlagerung von Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe auch die private Einlagerung von Plazentagewebe an. Dabei wird das Gewebe nach der Geburt aufbereitet und bei sehr niedrigen Temperaturen tiefgefroren. Dieses Verfahren wird als Kryokonservierung bezeichnet.
Durch die Einlagerung sollen die im Gewebe enthaltenen Zellpopulationen und ihr biologisches Potenzial langfristig erhalten bleiben. So könnten sie grundsätzlich zur Verfügung stehen, falls sich später eine geeignete medizinische Anwendung ergibt. Ob und für welche Erkrankungen die eingelagerten Zellen tatsächlich eingesetzt werden können, hängt jedoch von der weiteren wissenschaftlichen Entwicklung und den künftig zugelassenen Therapien ab.
Vita 34 lagert nach eigenen Angaben das vollständige Plazentagewebe ein. Dadurch bleiben unterschiedliche Zellarten erhalten, die für mögliche zukünftige Anwendungen von Interesse sein könnten.
Weitere Informationen zur Einlagerung von Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Plazentagewebe finden Interessierte unter vita34.de.
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Über Vita 34
Vita 34 ist eine Marke der FamiCord AG. Die FamiCord AG ist ein 1997 gegründetes Unternehmen mit Sitz in Leipzig und ist nicht nur die führende Stammzellenbank Europas, sondern auch die drittgrößte weltweit. Angetrieben durch den Leitgedanken, allen Menschen eine gesündere Zukunft zu ermöglichen, erbringt die FamiCord AG als Full-Service-Anbieter mit weltweit rund 800 Mitarbeiter:innen alle Leistungen rund um die Gesundheitsvorsorge mit Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Plazenta.
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Referenzen
- Davies JE, Walker JT, Keating A. Stem Cells Transl Med. 2017;6(7):1620-1630.
- Galieva LR, et al. Front Pharmacol. 2017 Sep 8;8:628.
- Farmer DL, et al. Lancet. 2026 Feb 28;407(10531):867-875.
- Human Placenta-derived 3D Mesenchymal Stem Cells (Guojianqingke) (3D MSC - QK01); https://clinicaltrials.gov/study/NCT07635758. Letzter Zugriff Oktober 2026.
- Safety and Efficacy of hUC-MSC for the Treatment of Cartilage Damage in the Knee Joint (BPCC001); https://clinicaltrials.gov/study/NCT06981741. Letzter Zugriff Oktober 2026.
- Umbilical Mesenchymal Stromal Cells as Cellular Immunotherapy for Septic Shock (UC-CISSII); https://clinicaltrials.gov/study/NCT05969275. Letzter Zugriff Oktober 2026.
- Reis FM, Petraglia F. Front Horm Res. 2001;27:216-228.
- Johnson et al. Placenta. 2018;67:8-14.
- Chang S. et al. Placenta. 2017;60:100-102.
Pressekontakt:
Benedikta Springer
dpmed GmbH
Tel: +49 89 71 67 231 - 10
Mobil: +49 171 - 790 26 42
E-Mail: benedikta.springer@dpmed.de
Original-Content von: VITA 34, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/41319/6378400
Während der Schwangerschaft versorgt die Plazenta das ungeborene Kind mit Sauerstoff und Nährstoffen und schützt es vor zahlreichen schädlichen Einflüssen. Nach der Geburt wird das Organ häufig entsorgt. Dabei enthält die Plazenta Stammzellen, deren medizinisches Potenzial intensiv erforscht wird. Bei einem Pressegespräch von Vita 34 erklärten eine Hebamme, eine Ärztin und eine Naturwissenschaftlerin, warum die Plazenta mehr Aufmerksamkeit verdient und welche Möglichkeiten es gibt, ihr Gewebe für die Zukunft einzulagern.
Ein Organ für Mutter und Kind
Cathrin Klinkner begleitet als erfahrene Hebamme Frauen und Familien während der Schwangerschaft, bei der Geburt und im Wochenbett. In ihrem Vortrag zeigte sie, welche zentrale Rolle die Plazenta in dieser Zeit spielt. Die Plazenta entwickelt sich zu Beginn der Schwangerschaft und stellt die Verbindung zwischen Mutter und Kind her. Über sie erhält das ungeborene Kind Sauerstoff und lebenswichtige Nährstoffe. Gleichzeitig werden Stoffwechselprodukte des Kindes über die Plazenta an den mütterlichen Kreislauf abgegeben.
"Die Plazenta ist das einzige Organ im menschlichen Körper, das zwei Menschen gehört, nämlich Mutter und Kind", erklärte Cathrin Klinkner.
Dabei ist die Plazenta keineswegs nur eine einfache Verbindung. Sie wirkt auch als Schutzbarriere. Bestimmte mütterliche Antikörper können sie passieren und dem Kind in den ersten Lebensmonaten helfen, sich gegen Krankheitserreger zu schützen. Viele schädliche Keime und fremde Zellen werden dagegen zurückgehalten. Dieser Schutz ist jedoch nicht vollständig, weshalb die Gesundheit der Plazenta während der gesamten Schwangerschaft besonders wichtig ist.
Rauchen, eine unausgewogene Ernährung, Diabetes, Bluthochdruck, anhaltender Stress oder vorausgegangene Operationen an der Gebärmutter können die Entwicklung und Funktion der Plazenta beeinträchtigen. Für Cathrin Klinkner zeigt dies, wie wichtig es ist, das Organ während der Schwangerschaft bewusst wahrzunehmen: "Geben wir der Plazenta wieder die Bedeutung zurück, die sie verdient hat."
Stammzellen aus der Plazenta für die Zukunft bewahren
Eine Möglichkeit der Plazenta wieder mehr Bedeutung zuzumessen besteht darin, das Plazentagewebe nach der Geburt fachgerecht einzulagern. Darauf ging Dr. rer. nat. Bartel, Leiterin der Fachberatung bei Vita 34, ein. Die Plazenta enthält sogenannte mesenchymale Stammzellen. Das sind vielseitige Zellen, die sich unter bestimmten Bedingungen in verschiedene Zell- und Gewebearten weiterentwickeln können. Außerdem geben sie Botenstoffe ab, die Entzündungs- und Heilungsprozesse beeinflussen können. Deshalb sind sie für die Forschung an neuen regenerativen und immunologischen Therapien interessant. [1,2]
Da diese Stammzellen direkt nach der Geburt gewonnen werden, sind sie biologisch jung und vergleichsweise wenig durch Alterungsprozesse und Umwelteinflüsse belastet. Ihr möglicher therapeutischer Nutzen wird derzeit in frühen klinischen Studien untersucht. Dabei geht es beispielsweise um die Behandlung von schweren angeborenen Fehlbildungen, Schlaganfällen, Knorpelschäden und schweren Entzündungsreaktionen. Viele dieser Ansätze befinden sich noch in einem frühen Forschungsstadium und gehören nicht zur medizinischen Routineversorgung. [3-6]
"Die Plazenta bietet eine zusätzliche Zellquelle mit besonderem Potenzial für immunologische Anwendungen", erklärte Bartel.
Was geschieht sonst nach der Geburt mit der Plazenta?
Dr. med. Sophia Johnson beleuchtete beim Pressegespräch die kulturgeschichtliche Bedeutung der Plazenta und verschiedene Formen seiner nachgeburtlichen Verwendung. Die Plazenta produziert während der Schwangerschaft zahlreiche Hormone. Dazu gehören Östrogene, Progesteron und das sogenannte humane Plazentalaktogen, das unter anderem an der Vorbereitung der Milchbildung beteiligt ist. Untersuchungen zeigen, dass die Hormonmengen in roher, getrockneter oder anderweitig verarbeiteter Plazenta erheblich schwanken. [7-9]
Johnson sprach sich dafür aus, werdende Mütter sachlich über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren. Ihre zentrale Frage lautete: "Es ist meine Plazenta. Was mache ich damit?"
Plazentagewebe durch Kälte langfristig erhalten
Seit Sommer 2026 bietet Vita 34 neben der Einlagerung von Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe auch die private Einlagerung von Plazentagewebe an. Dabei wird das Gewebe nach der Geburt aufbereitet und bei sehr niedrigen Temperaturen tiefgefroren. Dieses Verfahren wird als Kryokonservierung bezeichnet.
Durch die Einlagerung sollen die im Gewebe enthaltenen Zellpopulationen und ihr biologisches Potenzial langfristig erhalten bleiben. So könnten sie grundsätzlich zur Verfügung stehen, falls sich später eine geeignete medizinische Anwendung ergibt. Ob und für welche Erkrankungen die eingelagerten Zellen tatsächlich eingesetzt werden können, hängt jedoch von der weiteren wissenschaftlichen Entwicklung und den künftig zugelassenen Therapien ab.
Vita 34 lagert nach eigenen Angaben das vollständige Plazentagewebe ein. Dadurch bleiben unterschiedliche Zellarten erhalten, die für mögliche zukünftige Anwendungen von Interesse sein könnten.
Weitere Informationen zur Einlagerung von Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Plazentagewebe finden Interessierte unter vita34.de.
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Über Vita 34
Vita 34 ist eine Marke der FamiCord AG. Die FamiCord AG ist ein 1997 gegründetes Unternehmen mit Sitz in Leipzig und ist nicht nur die führende Stammzellenbank Europas, sondern auch die drittgrößte weltweit. Angetrieben durch den Leitgedanken, allen Menschen eine gesündere Zukunft zu ermöglichen, erbringt die FamiCord AG als Full-Service-Anbieter mit weltweit rund 800 Mitarbeiter:innen alle Leistungen rund um die Gesundheitsvorsorge mit Nabelschnurblut, Nabelschnurgewebe und Plazenta.
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Referenzen
- Davies JE, Walker JT, Keating A. Stem Cells Transl Med. 2017;6(7):1620-1630.
- Galieva LR, et al. Front Pharmacol. 2017 Sep 8;8:628.
- Farmer DL, et al. Lancet. 2026 Feb 28;407(10531):867-875.
- Human Placenta-derived 3D Mesenchymal Stem Cells (Guojianqingke) (3D MSC - QK01); https://clinicaltrials.gov/study/NCT07635758. Letzter Zugriff Oktober 2026.
- Safety and Efficacy of hUC-MSC for the Treatment of Cartilage Damage in the Knee Joint (BPCC001); https://clinicaltrials.gov/study/NCT06981741. Letzter Zugriff Oktober 2026.
- Umbilical Mesenchymal Stromal Cells as Cellular Immunotherapy for Septic Shock (UC-CISSII); https://clinicaltrials.gov/study/NCT05969275. Letzter Zugriff Oktober 2026.
- Reis FM, Petraglia F. Front Horm Res. 2001;27:216-228.
- Johnson et al. Placenta. 2018;67:8-14.
- Chang S. et al. Placenta. 2017;60:100-102.
Pressekontakt:
Benedikta Springer
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Tel: +49 89 71 67 231 - 10
Mobil: +49 171 - 790 26 42
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