DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Ifo-Exporterwartungen im Oktober gestiegen
Die Stimmung unter den Exporteuren in Deutschland hat sich im Oktober deutlich aufgehellt. Die Ifo-Exporterwartungen stiegen auf 12,2 Punkte von 9,0 im September. Das ist der höchste Wert seit Februar 2022. "Vor allem die Automobilindustrie hat ihre Exportaussichten deutlich nach oben korrigiert", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. "Auch in vielen anderen Industriebranchen stehen die Zeichen auf Exportwachstum." Nach einem deutlichen Minus im September rechnen nun auch die Automobilhersteller wieder mit steigenden Exporten. Im Maschinenbau bleiben die Unternehmen optimistisch.
Einstimmige "Zinspause" von EZB in dieser Woche erwartet
Pimco erwartet eine einstimmige Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank, meint Portfoliomanager Konstantin Veit. Pimco erwartet im Einklang mit dem Markt, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen bei der Sitzung unverändert lässt, womit der Einlagensatz bei 2,50 Prozent bleibt. Längerfristig preisen die Geldmärkte laut LSEG bis Ende 2027 drei Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank ein. Pimco glaubt jedoch, dass die Risiken in Richtung weniger Zinserhöhungen tendieren, räumt jedoch eine außergewöhnlich hohe Unsicherheit ein. "Unsere Basiserwartung ist, dass die Europäische Zentralbank im Dezember die Zinsen anhebt und damit in leicht restriktives Terrain eintritt", sagt Veit.
Märkte preisen milden Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank ein
Die Futures-Märkte preisen einen relativ milden Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank bis Ende 2027 ein, doch die Geschichte früherer Zyklen deutet darauf hin, dass Anleger bei der Annahme eines moderaten Endpunkts vorsichtig sein sollten, schreibt Tim Murray von T. Rowe Price in einer Research Note. "Seit 1994 verzeichneten fünf von sechs Zinserhöhungszyklen der US-Notenbank einen Anstieg des US-Leitzinses um mindestens 175 Basispunkte gegenüber dem Beginn des Zyklus, was das Potenzial dafür verdeutlicht, dass sich die Zinsen weiter bewegen, als die Märkte anfangs erwarten", meint der Kapitalmarktstratege. "Während sich die aktuelle Futures-Kurve als zutreffend erweisen mag, deutet die Geschichte darauf hin, dass der Endpunkt, sobald die US-Notenbank mit den Zinserhöhungen begonnen hat, oft erheblich höher lag, als die Märkte anfangs erwartet hatten", meint er.
Fed sollte Zinsen angesichts wachsender Risikowarnungen unverändert lassen
Die Fed werde die Zinsen bei ihrer Sitzung in dieser Woche nicht erneut anheben, und das sollte sie auch nicht tun, meint Mark Zandi, Chefökonom bei Moody's Analytics. Die Wirtschaft sei von einer wachsenden Liste von Risiken bedroht, und ein Fehltritt der Fed gehöre dazu, fügt er hinzu. Das sei die klare Botschaft der Risikomatrix von Moody's, die jedes Risiko danach bewertet, wie wahrscheinlich sein Eintritt in den nächsten 12 bis 18 Monaten ist und wie viel wirtschaftlichen Schaden es im Fall der Fälle anrichten würde, so Zandi. Es gebe viel Rot in der Matrix, was auf Risiken hindeute, die wahrscheinlicher oder schwerwiegender werden, fügt er hinzu.
Inflation bleibt wahrscheinlich dominanter Teil des Doppelmandats der US-Notenbank
Die Inflation dürfte auf der dominierenden Seite des Doppelmandats der US-Notenbank bleiben, schreibt Rushabh Amin von Allspring Global Investments in einer Research Note. Eine Voraussetzung für diese Annahme sei, dass es keine großen Überraschungen bei den Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt gebe, meint der Portfoliomanager. "Die PCE-Kerninflation dürfte auf kurze Sicht nur wenig Entlastung bieten, da ungünstige Basiseffekte die Inflation hoch halten, obwohl sich dies im ersten Halbjahr 2027 deutlich umkehren sollte", meint Amin. Das Doppelmandat der US-Notenbank besteht darin, maximale Beschäftigung und stabile Preise zu fördern.
Brasiliens Wirtschaft braucht Haushaltskonsolidierung für einen nachhaltigen Pfad
Während sich der Staub nach den Wahlen in Brasilien legt, steht der amtierende Präsident Lula vor dringenden wirtschaftlichen Herausforderungen, meint Alfredo Coutino von Moody's Analytics. Die Wirtschaft ist angeschlagen. Das Wachstum verlangsamt sich angesichts schwacher Investitionen, zunehmender Haushaltsungleichgewichte und hoher Inflation. Eine wirtschaftliche Stabilisierung und eine Haushaltskonsolidierung seien notwendig, um die Wirtschaft mittelfristig auf einen nachhaltigeren Pfad zu führen, schreibt Coutino. Anhaltend hohe Zinsen - die zur Bekämpfung der Inflation notwendig sind - und gestiegene Ausgaben für Sozialprogramme haben die Haushaltsungleichgewichte verschlimmert. Das Haushaltsdefizit hat sich von 2022 auf geschätzte 9 Prozent des BIP im Jahr 2026 verdoppelt, während die Staatsverschuldung um 5 Prozentpunkte des BIP auf geschätzte 83 Prozent gestiegen ist.
Südkoreas Wirtschaft wächst im dritten Quartal schneller als erwartet
Südkoreas Wirtschaft ist im dritten Quartal schneller als erwartet gewachsen. Der Boom im Bereich der künstlichen Intelligenz trieb die Halbleiterexporte weiterhin kräftig an und glich damit Schwächen in anderen Bereichen aus. Das Bruttoinlandsprodukt expandierte von Juli bis September um 1,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie vorläufige Daten der Bank of Korea am Dienstag zeigten. Im Zeitraum von April bis Juni hatte das Wachstum bei 0,6 Prozent gelegen.
Chinas Industriegewinne im September kräftig gestiegen
Das Wachstum der Industriegewinne in China ist im September kräftig gestiegen. Gestützt wurde diese Entwicklung durch starke Zuwächse in der Elektronikbranche und der High-Tech-Produktion, die mit Ausgaben für künstliche Intelligenz und digitale Infrastruktur zusammenhängen. Die Gewinne der großen Industrieunternehmen in China stiegen im September im Vergleich zum Vorjahr um 14,4 Prozent. Damit beschleunigte sich das Wachstum gegenüber dem Plus von 4,2 Prozent im August. Die am Dienstag vom Nationalen Statistikamt veröffentlichten Daten zeigten jedoch, dass die Gewinne im Zeitraum von Januar bis September um 15,5 Prozent zulegten. Dies war etwas weniger als der für den Zeitraum von Januar bis August verzeichnete Anstieg von 15,7 Prozent.
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October 27, 2026 04:00 ET (08:00 GMT)
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