
© Foto: von Dylan Agbagni auf Pixabay
Die Auftragsbücher sind voll, ein Großkunde bestellt so viel wie nie zuvor, und in wenigen Tagen legt Airbus neue Zahlen vor. Doch zum Jahresende wartet eine riesengroße Aufgaben, denn über 320 Jets müssen noch raus. Schafft der Konzern das? Und was macht die Aktie, die gerade an einer entscheidenden Linie hängt? Wer weiterliest, erfährt, welche Marken zwischen 189 und 240 Euro den Weg weisen.
Die Nachfrage ist sehr groß
Bei Airbus stapeln sich die Bestellungen. Aviation Capital Group ordert 75 Jets der A320neo-Familie. Für den Leasinggeber ist das die größte Bestellung seiner fast 40-jährigen Geschichte. Kurz zuvor griff Avolon mit 110 Flugzeugen zu, darunter 35 A330-900. Zusammen sind das 185 Maschinen. Die Airlines schwenken um, sie wollen sparsame, moderne Flieger, und sie wollen sie von Airbus. Das macht Mut, genauso wie der Blick weit nach vorne Mut macht, denn Airbus rechnet damit, dass die weltweite Frachterflotte bis 2045 um 46 Prozent wächst, von 2.360 auf 3.460 Maschinen. Rund 2.670 davon sind Neubauten. Für Lateinamerika sieht der Konzern bis dahin einen Bedarf von 2.720 Passagierjets. Das ist zwar noch lange kein Umsatz, aber ein starkes Fundament für die kommenden Jahrzehnte. Übrig bleibt die Frage nach dem Tempo. Bis Ende 2027 will Airbus 70 bis 75 A320neo pro Monat bauen. Ein Knackpunkt sind die Triebwerke von Pratt & Whitney. Zuletzt gab es Lichtblicke, denn Safran lieferte im dritten Quartal 535 LEAP-Triebwerke aus und steigerte den Umsatz um 15 Prozent und nach neun Monaten stehen 547 Auslieferungen, was rund 8 Prozent mehr als im Vorjahr sind. Das Datum wird wichtig: Morgen, am 28. Oktober gibt es frische Zahlen.

Charttechnik
Zuletzt ging es für die Aktie wieder abwärts. Am Freitag schloss sie bei gut 192 Euro und fiel damit unter den 50er SMA, der bei rund 197 Euro verläuft. Genau hier liegt der erste Schlüssel. Holt Airbus diese Linie zurück, hellt sich das Bild spürbar auf. Danach warten Hürden bei 200 und bei 217 Euro. Vor allem die runde 200 wird eine harte Probe für die Käufer. Gelingt der Sprung über 217 Euro, rückt das letzte Hoch bei 221,30 Euro ins Visier. Wird auch das geknackt, ist der Weg Richtung 230 bis 240 Euro frei. Das wäre ein starkes Signal. Nach unten sieht es dagegen schlecht aus, falls die Marke von 189 Euro reißt. Dann droht ein Rutsch. Die 189 ist deshalb die Linie, die die Bullen unbedingt verteidigen müssen.
Was tun?
Die Lage ist gut, aber nicht fehlerfrei. Für Airbus sprechen volle Bücher, steigende Auslieferungen und ein Kursziel von 227 Euro von mwb research. Die Hürde ist aber ebenfalls hoch, denn im Schlussquartal müssen rund 323 Jets übergeben werden, so viele wie noch nie. Dazu verzögern sich etwa 20 A321neo wegen eines Grundierungsproblems. Das Jahresziel von rund 870 Flugzeugen gilt trotzdem als machbar. Unsere Idee daher dazu: Wer langfristig denkt, kann die Aktie, sofern er schon investiert ist, halten oder bei Schwäche in Etappen zukaufen. Geduld könnte sich bei Airbus auszahlen. Mutige steigen ein, sobald der Kurs zurück über 197 Euro klettert. Vorsichtige warten die Zahlen vom 28. Oktober ab und sichern sich mit einem Stopp irgendwo unter 189 Euro ab.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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