DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
EZB: Banken straffen Firmenkreditstandards unerwartet deutlich
Die Banken des Euroraums haben ihre Standards für die Vergabe von Unternehmenskrediten im dritten Quartal deutlicher als erwartet gestrafft und rechnen für das vierte Quartal mit einer weiteren Straffung. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem Quartalsbericht zur Kreditvergabe mitteilte, überstieg der Prozentsatz der Banken mit strengeren Standards jenen der Banken mit lockereren Standards um 9 Prozent. Die Banken selbst hatten im Bericht für das zweite Quartal eine Straffung um 5 Prozent prognostiziert. Straffere Konditionen meldeten Deutschland und Frankreich, unveränderte Italien und Spanien.
EZB: Tempo der Kreditvergabe an Unternehmen im September konstant
Das Wachstum der Kreditvergabe an Unternehmen im Euroraum hat sich im September nicht verändert. Nach einer Mitteilung der Europäischen Zentralbank (EZB) stieg die Buchkreditvergabe an nicht-finanzielle Unternehmen wie im August mit einer Jahresrate von 4,2 Prozent. Gegenüber dem Vormonat erhöhte sich die Kreditvergabe um 13 Milliarden Euro, nachdem sie im Vormonat um 11 Milliarden Euro zugelegt hatte. Die gesamte Kreditvergabe im Euroraum stieg mit einer unveränderten Jahresrate von 2,4 Prozent.
EZB dürfte niedrige Hürde für Zinserhöhung im Dezember signalisieren
Es wird erwartet, dass die EZB am Donnerstag die Leitzinsen unverändert lässt, aber eine wahrscheinliche Zinserhöhung im Dezember signalisiert, da sich sowohl die Öl- als auch die Erdgaspreise weiter von der September-Baseline der Zentralbank entfernen, schreiben die Analysten von Unicredit in einer Research Note. Dennoch bleibe die Kerninflation stabil, und es gebe keine Anzeichen für lohngetriebene Zweitrundeneffekte, merken sie an. "Eine breit angelegte Straffung der Finanzierungsbedingungen würde die Notwendigkeit zusätzlicher Zinserhöhungen verringern." Zunehmende Spannungen bei Staatsanleihen, insbesondere in Frankreich, würden auf der Pressekonferenz eine wichtige Rolle spielen, auch wenn der Stress begrenzt bleibe, so die Analysten.
Bank of Canada vor Zinserhöhung aus Angst vor Inflationsausbruch
Die meisten Ökonomen erwarten, dass die Bank of Canada am Mittwoch ihren Leitzins zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren anheben wird. Sie stützen sich dabei vor allem auf die gewachsene Sorge von Gouverneur Tiff Macklem, dass die hohen Treibstoffkosten einen Preisanstieg bei Nicht-Energie-Gütern auslösen könnten. Analysten zufolge könnte die Bank of Canada nun rasch handeln wollen, da ihre Umfragen auf höhere Inflationserwartungen bei Unternehmen und Haushalten hindeuten. Die Wirtschaft befindet sich trotz der Sorgen über die Zukunft der amerikanisch-kanadischen Handelspolitik in einer relativ soliden Verfassung, wobei die Einzelhandelsumsätze und die Exporte eine überraschende Stärke zeigen.
Französisches Verbrauchervertrauen sinkt auf 13-Jahrestief
Das Verbrauchervertrauen in Frankreich ist auf den niedrigsten Stand seit Juni 2013 gefallen. Zuvor hatten landesweite Proteste und ein Ausverkauf von Staatsanleihen Fragen zur Machbarkeit der fiskalischen Aussichten des Landes aufgeworfen. Der Stimmungsindikator von rund 2.000 Haushalten sank in diesem Monat von 85 im September auf 80, wie das französische Statistikamt Insee am Dienstag mitteilte. Damit liegt er deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt von 100.
Energieschock wird bleibende Narben in Europas Wirtschaft hinterlassen
Der durch den USA-Iran-Konflikt verursachte starke Anstieg der Energiepreise wird sich nachhaltig negativ auf Europa auswirken, dürfte aber Unternehmen im Bereich der Energieinfrastruktur zugutekommen, schreiben die Strategen von Blackrock. Die Puffer, die den anfänglichen Energieschock zu Beginn dieses Jahres aufgefangen haben, schwächen sich ab, und Europa sei besonders gefährdet, so die Strategen. Das Bruttoinlandsprodukt Europas liege um 0,5 Prozent niedriger, als es ohne die höheren Energiepreise der Fall wäre, sagen sie. Infrastruktur, die vor künftigen Schocks schützt, werde zunehmend gefragt sein, was die Investitionsmöglichkeiten in diesem Bereich erhöhe. Die Aktien von US- und europäischen Versorgungsunternehmen erschienen attraktiv, nachdem sie unter steigenden Anleiherenditen gelitten haben, fügen sie hinzu.
Chinas PMI-Werte für Oktober dürften saisonale Schwäche widerspiegeln
Die Fabrikaktivität in China dürfte schwach bleiben, schreibt Goldman Sachs in einem Kommentar. Die Bank prognostiziert, dass der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Oktober auf 49,7 von 50,1 im September fallen wird. "While the emerging industry PMI rose notably after seasonal adjustment, residual seasonality typically points to a softer October reading," meint GS. Die Bank erwartet, dass der offizielle PMI für das nicht-verarbeitende Gewerbe von 50,2 auf 49,9 sinken wird, was im Einklang mit der typischen saisonalen Schwäche sowohl im Bau- als auch im Dienstleistungssektor im Oktober steht.
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October 27, 2026 08:30 ET (12:30 GMT)
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