MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Nutzfahrzeugholding Traton aus dem VW -Konzern hat nach einem erwartungsgemäß ausgefallenen dritten Quartal die Jahresprognosen bestätigt. Der Auftragseingang zog weiter an, Experten hatten sich aber mehr versprochen. Das Management setzt im vierten Quartal vor allem im nordamerikanischen Markt auf noch mehr Schwung, nachdem es dort lange Zeit schwierig war. Die Anleger blieben davon aber unbeeindruckt, die Aktie fiel nach Handelsbeginn.
Das im MDax notierte Papier verlor 0,7 Prozent auf 32,44 Euro. Damit steht im bisherigen Jahr noch ein Kursplus von rund 6 Prozent zu Buche. Jefferies-Analyst Michael Aspinall wertete die Quartalsresultate wie erwartet, der Auftragseingang hingegen verfehle die Schätzungen um rund 10 Prozent. JPMorgan-Experte Jose Asumendi war bei den Orders weniger skeptisch gestimmt: Nachfrageumfeld und Auftragsbuch seien positive Aspekte des Quartalsberichts.
Beim Auftragseingang verzeichnete Traton nach dem insbesondere auf dem US-Markt schwachen Vorjahreszeitraum in den ersten neun Monaten ein Plus von einem Viertel auf 253.147 Fahrzeuge. Im dritten Quartal allein ging es um 14 Prozent auf 71.203 Lkw und Busse nach oben. In Nordamerika gab es bei Lkw ein Plus von gut einem Drittel - in Europa hingegen verharrten die Bestellungen von Lastern auf dem Vorjahresniveau.
Im vergangenen Jahr hatten die Zollkapriolen von US-Präsident Donald Trump den US-Markt durcheinandergewirbelt. Wegen der Unsicherheit über die künftige Transportnachfrage bestellten Spediteure kaum noch Lkw. Mittlerweile haben die Bestellungen in den USA wieder deutlich angezogen.
"Für das vierte Quartal 2026 gehen wir von einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung aus", sagte Finanzchef Michael Jackstein. Der hohe Auftragseingang der vergangenen Quartale wandle sich nun in Fahrzeugabsatz. "Insbesondere in Nordamerika dürfte der Markt gegen Jahresende weiter an Fahrt aufnehmen. Wir halten daher an unseren Jahreszielen fest", sagte Jackstein.
Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten im Jahresvergleich um 3 Prozent auf 33,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in München mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis wuchs um 13 Prozent auf 2,31 Milliarden Euro und traf damit die Erwartungen von Analysten. Die entsprechende Marge zog um 0,6 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent an. Dank eines deutlich verbesserten Finanzergebnisses kletterte der auf die Traton-Aktionäre entfallende Gewinn unterm Strich auf 2,61 Milliarden Euro nach 1,04 Milliarden ein Jahr zuvor.
Unter dem Traton-Dach versammeln sich die Marken MAN und Scania, der US-Truckbauer International (ehemals Navistar) und die südamerikanische Tochter VW Truck & Bus./men/lew/mis




