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Monatelang ging es für die Aktie nur bergab. Fast die Hälfte des Werts war weg, dazu kam der überraschende Abgang des Finanzchefs. Doch jetzt dreht die Stimmung ein wenig und damit auch der Wind, denn zusätzlich steigt ein aktivistischer US-Investor ein und spricht von einer möglichen Verdopplung. Gleichzeitig scheint der Chart einen Boden gefunden zu haben und es wurden wichtige Linien geknackt. Ist das der Startschuss für den Weg Richtung 70 bis 80 Euro? Oder nur ein kurzes Aufflackern? Wir zeigen, was die Zahlen sagen, was der Chart verrät und worauf Anleger jetzt achten sollten. Ein wichtiger Termin steht schon im November an. Hochspannend! Weiterlesen!
Aktivist stürmt die Bühne: Ananym setzt auf Eventim
Der US-Investor Ananym Capital ist eingestiegen und hält die Aktie für unterbewertet. Mitgründer Charlie Penner sieht 50 bis 100 Prozent Luft nach oben. Wie groß der Anteil ist, bleibt offen, aber der Kurs sprang zeitweise auf über 65 Euro, den höchsten Stand seit über einem halben Jahr. Aktuell notiert die Aktie bei rund 63 Euro. Der Grund für Penners Optimismus ist der Vergleich mit Live Nation. Beim Gewinn liegt CTS Eventim rund 44 Prozent unter dem US-Rivalen. Ananym will Aktienrückkäufe, mehr Transparenz und stabilere Führung. Auch Künstliche Intelligenz soll stärker helfen. Penner gibt sich geduldig und sagt, man könne das Investment lange mögen. Es ist ein freundlicher Ansatz, eine Übernahme ist nicht geplant. Das Signal könnte aber bei den anderen Investoren gut ankommen und auch die Zahlen liefern dafür eine anständige Basis. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 16,9 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA legte um 12,4 Prozent auf 225,4 Millionen Euro zu. Trotzdem bleibt das Management beim Ausblick vorsichtig. Für das Gesamtjahr erwartet es stabile bis leicht höhere Werte. Auf der anderen Seite kam aber der abrupte Abgang des Finanzvorstands, was oftmals Skepsis bei den Investoren auslöst.

Charttechnik
Charttechnisch hat sich die Lage aufgehellt. Anfang Oktober rutschte die Aktie kurz auf unter 49 Euro und damit unter die Unterstützung bei eben dieser Marke. Die Verkäufer setzten jedoch nicht konsequent nach und so konnte die Aktie binnen zwei Tagen den Verlust wieder ausradieren. Charttechniker nennen das eine Bärenfalle. Wer nach dem Chartbruch auf weiter fallende Kurse gewettet hatte, wurde kalt erwischt. Die Zone um 48 bis 49 Euro scheint ein Boden zu sein und jetzt kommt der nächste Schritt. Der Kurs ist über den 50er SMA bei 56,26 Euro gestiegen. Auch der 200er SMA bei 59,62 Euro liegt hinter ihm. Das ist ein starkes Zeichen, denn beide Marken galten lange auch als Deckel und als Widerstand. Die Seitwärtsspanne zwischen 48 und 63 Euro wird damit angekratzt. Der Trend zeigt wieder nach oben, die Stimmung ist spürbar besser. Was jetzt noch fehlt, ist der Beweis, dass sich der Kurs über der 60 Euro-Marke halten kann. Dann öffnet sich der Weg weiter nach oben. Erste Ziele liegen bei 71 bis 73 Euro, danach bei 76 bis 78 Euro. Auch 80 Euro sind dann denkbar. Rutscht die Aktie dagegen unter 48 Euro, ist das Szenario hinfällig. Dann drohen 45 und 40 Euro.
Was tun?
Unterm Strich ist das Bild freundlicher geworden, die Zahlen sind gut, der Chart dreht, und mit Ananym steht ein Investor an der Seite, was positiv sein dürfte. Die Analysten sind überwiegend optimistisch. Das Kursziel liegt im Schnitt bei etwa 92 Euro, J.P. Morgan nennt 95 und die Deutsche Bank 100 Euro. Die Citi bleibt neutral, Goldman Sachs sieht 68 Euro. Die Dividendenrendite liegt bei eher mageren rund zwei Prozent. Es gibt aber Fragezeichen bzw. Skepsis, denn der Finanzchef ging recht abrupt, die Dividende für das Geschäftsjahr 2025 (Ausgezahlt im Mai/Juni 2026) wurde von 1,66 auf 1,44 Euro gekürzt, und der Ausblick wirkt zurückhaltend. Der Kapitalmarkttag am 20. November kann mehr Klarheit bringen. Wer einsteigen will, bleibt am besten diszipliniert, etwa mit einem Stopp unter 48 Euro.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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