PARIS (dpa-AFX) - Der Lebensmittelkonzern Danone hat im dritten Quartal vor allem dank höherer Preise, aber auch wegen einer anhaltend starken Nachfrage nach proteinreichen Produkten etwas mehr umgesetzt als erwartet. Konzernchef Antoine de Saint-Affrique bestätigte deshalb seine Jahresprognose. An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die im EuroStoxx 50 notierte Aktie gehörte am Mittwoch zu den Favoriten im Index.
Am späten Vormittag notierte das Papier 2,7 Prozent höher. Allerdings hat Danone binnen eines Jahres fast ein Fünftel an Wert verloren. Damit entwickelte sich der Kurs schwächer als Nestle - die Aktie des Schweizer Konkurrenten hat im selben Zeitraum knapp 5 Prozent hinzugewonnen.
Insgesamt erzielte Danone Erlöse von gut 7,2 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis stieg der Umsatz um 4 Prozent, wie der Hersteller von Oikos-Joghurts am Mittwoch mitteilte. Höhere Preise trugen 3,6 Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei - mehr als erwartet. Das Absatzwachstum blieb dagegen hinter den Erwartungen zurück.
Besonders stark entwickelte sich in dem Quartal das Geschäft mit Spezialnahrung, das von einer robusten Nachfrage in Asien und der Region Amerika profitierte.
Jefferies-Analyst David Hayes sprach indes von durchwachsenen Zahlen: Das überraschend hohe organische Umsatzwachstum steche ins Auge, und auch das Spezialnahrungsgeschäft habe sich gut entwickelt, schrieb er in einer ersten Reaktion. In China und den USA sehe es aber schwach aus. Bernstein-Experte Callum Elliott wies zudem darauf hin, dass die Erwartungen an den Konzern in den vergangenen Wochen gesunken seien - gemessen an diesen habe Danone aber positiv überrascht.
Für das Gesamtjahr bestätigte Danone seine Prognose. Konzernchef Antoine de Saint-Affrique peilt demnach weiterhin für 2026 ein vergleichbares Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent an. Das bereinigte operative Ergebnis soll dabei stärker zulegen als der Umsatz.
Saint-Affrique richtet den Lebensmittelkonzern seit fünf Jahren neu aus: Dazu trennte sich Danone von schwächeren Geschäftsbereichen und baute das Angebot in Bereichen wie proteinreichen Milchprodukten und Nahrung für Krebspatienten aus. Der Hype um Medikamente zur Gewichtsreduktion kurbelte in der jüngeren Vergangenheit die Nachfrage nach proteinreichen und darmfreundlichen Produkten zusätzlich an.
In den USA hat Danone jedoch zu kämpfen, so konnte der Konzern zeitweise die Nachfrage nach seinen Protein-Joghurts nicht bedienen. Auch verlor das Unternehmen Marktanteile an den Wettbewerber Chobani. Danone habe deshalb eine Reihe von Maßnahmen angekündigt, um die Geschäftsentwicklung in den USA "mit einem Gefühl der Dringlichkeit" zu verbessern, betonte der stellvertretende Vorstandschef Juergen Esser am Mittwoch vor Investoren. "Wir sind mit dieser Entwicklung angesichts eines Marktes, der schneller wächst, offensichtlich nicht zufrieden."
Inzwischen hat Danone die Produktionskapazitäten für proteinreiche Joghurts in vier US-Werken erweitert und will sie weiter ausbauen. "Die Kapazitäten sind Ende des dritten Quartals kein begrenzender Faktor für unser Wachstum mehr", sagte Esser./tav/men/stk




