ESSEN (dpa-AFX) - In Regionen ohne Regionalzeitungen ist die politische Beteiligung laut wissenschaftlichen Untersuchungen geringer. Darauf wies die Medienwissenschaftlerin Wiebke Möhring von der Technischen Universität Dortmund bei der Jahrestagung des Bundesverbands kostenloser Wochenzeitungen (BVDA) in Essen hin. Auch die Wahlbeteiligung könne sinken und die politische Polarisierung zunehmen, erklärte sie unter Berufung auf mehrere Studien.
In solchen sogenannten Nachrichtenwüsten leide auch die Qualität der Informationen vor Ort. Zudem könnten Gemeinsinn und Zugehörigkeitsgefühl geschwächt werden. Untersuchungen deuteten außerdem auf mehr Gesetzesverstöße und Korruption in Unternehmen hin.
Möhring verwies auch auf das Interesse der Bevölkerung an lokalen Nachrichten: Laut dem Reuters Institute Digital News Report 2025 interessieren sich 82 Prozent der Befragten in Deutschland für Nachrichten aus ihrer Umgebung, 48 Prozent sehr oder äußerst stark. Mit zunehmendem Alter steige das Interesse./svv/DP/stk
