BERLIN (dpa-AFX) - Zeitungs- und Zeitschriftenverlage aus Deutschland und Kanada wollen sich gemeinsam für einen besseren Schutz journalistischer Inhalte im Zeitalter künstlicher Intelligenz (KI) einsetzen. Dazu haben sie eine transatlantische Koalition gegründet, wie der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und der Medienverband der freien Presse (MVFP) mitteilten. Beide deutschen Verbände beteiligen sich daran.
Anlässlich des EU-Kanada-Gipfels am 29. und 30. Oktober in Montréal fordern die Verbände die Europäische Union und Kanada auf, sich in einer gemeinsamen Erklärung für freie, unabhängige und wirtschaftlich tragfähige Medien einzusetzen.
Kritik an KI-generierten Zusammenfassungen
Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Branche. Die Verbände kritisieren insbesondere, dass KI-Systeme journalistische Inhalte ohne ausreichende Kontrolle und Vergütung nutzen. KI-generierte Zusammenfassungen in Suchmaschinen könnten dazu führen, dass weniger Menschen die Internetseiten der Verlage besuchen. Dadurch drohten Einbußen bei Werbe- und Abonnementerlösen.
Die Koalition fordert deshalb mehr Transparenz darüber, wie KI-Unternehmen journalistische Inhalte verwenden. Verlage müssten die Nutzung ihrer Inhalte genehmigen, nachvollziehen und ihre Rechte wirksam durchsetzen können. Zudem brauche es faire Vergütungen. "Wenn Plattformen unsere Inhalte ohne Genehmigung oder Vergütung nutzen, schwächt das nicht nur die Verlage, sondern auch unsere Demokratien", hieß es in der Mitteilung.
Der Koalition gehören den Angaben zufolge neben BDZV und MVFP unter anderem die europäischen Verlegerorganisationen ENPA und EMMA sowie die kanadischen Verbände News Media Canada und Magazines Canada an. Gemeinsam vertreten sie nach eigenen Angaben Tausende Zeitungs- und Zeitschriftentitel auf beiden Seiten des Atlantiks./svv/DP/jha
