DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Fed dürfte Zinsen trotz Inflationsdrucks unverändert lassen
Obwohl die Verbraucherpreise und Erzeugerpreise im September höher als erwartet ausgefallen sind, der KI-Ausbau keine wesentlichen Anzeichen einer Verlangsamung gezeigt hat und die Energiepreise erhöht bleiben, erwarten Marktteilnehmer weiterhin, dass die Fed die Zinsen am Mittwoch in einer Zielspanne von 3,75 Prozent bis 4,00 Prozent unverändert halten wird. Dies folgt auf Äußerungen einiger hochrangiger Fed-Vertreter, die signalisiert haben, dass sie in diesem Monat keine Eile mit Zinserhöhungen haben. "Die Kommentare von Williams und Jefferson lagen vor der Inflationsüberraschung, und wir glauben nicht, dass ihre Aussagen ein indirekter Kanal für die Ansichten von Warsh an die Märkte waren, wie es bei früheren Vorsitzenden der Fall gewesen sein mag", schreibt Oxford Economics.
Bank of Canada hebt Leitzins auf 2,50 Prozent an
Die Bank of Canada hat am Mittwoch ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf 2,50 Prozent angehoben. Sie rechnet damit, dass die Inflation bis 2028 deutlich über ihrem Zielwert von 2 Prozent bleiben wird. Gouverneur Tiff Macklem erklärte, es "könnte die Notwendigkeit bestehen, den Leitzins weiter anzuheben", um die Inflation einzudämmen. Die Vertreter versprachen jedoch, vorsichtig vorzugehen. "Eine Erhöhung des Leitzinses ist notwendig, um das Risiko zu verringern, dass die gestiegenen Energiepreise übergreifen und zu einer breit angelegten Inflation werden", sagte Macklem laut dem Redetext für eine Pressekonferenz.
Kanadische Zinserhöhung wirft Fragen für Hauskäufer auf
Die Erhöhung des Leitzinses der Bank of Canada um einen Viertelprozentpunkt könnte pro 100.000 CAD an Hypothekenschulden etwa 15 CAD pro Monat mehr bedeuten. Für jemanden mit einer Hypothek von 800.000 CAD seien das etwa 120 CAD mehr pro Monat oder 1.440 CAD jährlich, meint Leah Zlatkin von LowestRates.ca. Die lizenzierte Hypothekenmaklerin meint, die Erhöhung verändere auch den Vergleich zwischen festen und variablen Zinssätzen, wobei variable Hypotheken weiterhin niedrigere Einstiegszinssätze böten. Für angehende Hauskäufer werfe die Zinsänderung Fragen auf, ob es besser sei, jetzt zu kaufen oder zu warten, fügt Zlatkin hinzu.
Französische Krise dürfte kaum Maßnahmen der Europäischen Zentralbank auslösen
Die Haushaltskrise in Frankreich könnte sich verschlimmern, bevor sie sich bessert, dürfte jedoch kaum Maßnahmen der Europäischen Zentralbank auslösen, schreibt Leo Barincou von Oxford Economics in einer Research Note. Ein sich verschärfender Ausverkauf von Anleihen könne durch weitere Proteste, einen Zusammenbruch der Regierung bei den Haushaltsverhandlungen, einen weiteren Aufstieg des linksextremen Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Melenchon oder Anzeichen dafür ausgelöst werden, dass es der rechtsextremen Marine Le Pen mit der fiskalischen Glaubwürdigkeit nicht ernst sei. "Dennoch würden trotz eines Anstiegs der Spreads auf 300 Basispunkte nicht zwangsläufig substanzielle fiskalische Maßnahmen oder Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank ausgelöst", meint Barincou.
Britischer Haushalt hält Regierung auf Kurs zur Einhaltung der Regeln
Die britische Regierung wird nach den am Mittwoch angekündigten neuen Ausgaben- und Steuermaßnahmen ihre Haushaltsregeln einhalten. Dem Office for Budget Responsibility (OBR) zufolge verringert sich jedoch der Puffer gegen Rückschläge leicht. Die Haushaltspläne der Regierung orientieren sich an zwei Zielen. Eines davon verlangt, dass sie die laufenden Ausgaben bis zu dem im April 2030 endenden Haushaltsjahr vollständig aus Steuereinnahmen bestreitet und Kredite nur zur Finanzierung von Investitionen aufnimmt.
Britische Regierung verdoppelt vorübergehend Bankenabgabe
Die britische Regierung hat angekündigt, den Körperschaftsteuerzuschlag für Banken ab Januar vorübergehend zu verdoppeln. Damit will sie den "globalen Wirtschaftsstürmen" trotzen. Schatzkanzler John Healey erklärte am Mittwoch im Rahmen des britischen Haushalts, dass der Bankenzuschlag ab Januar für 15 Monate von 3 Prozent auf 6 Prozent angehoben werde. Dies solle der Finanzierung einer "sofortigen Unterstützung bei den Energierechnungen" dienen.
DJG/DJN/apo
(END) Dow Jones Newswires
October 28, 2026 14:00 ET (18:00 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
