BERLIN (dpa-AFX) - Der Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak warnt davor, die Teilnehmer der angekündigten Jugendproteste am Samstag unter Generalverdacht zu stellen. "Die Rhetorik der Union, diese Proteste präventiv schon mal zu kriminalisieren und in die Ecke von marodierenden Banden zu treiben, treibt die Leute im Zweifel sogar in eine Radikalisierung", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Stattdessen solle man sich "mit ihren berechtigten Anliegen mal politisch vernünftig auseinandersetzen". Das Aufstiegsversprechen gelte für junge Menschen nicht mehr, das Leben sei für viele kaum mehr bezahlbar. "Sie haben den Eindruck, für alles ist im Zweifel Geld da, nur nicht für das, was für sie eine Rolle spielt."
Es sei ein Fehler, auf die Forderungen der Protestbewegung "jetzt nur mit Warnungen vor Gewalt zu reagieren. Es ist klar, dass Gewalt keine Rolle spielen darf. Aber die Unzufriedenheit und die Frustration junger Menschen sind aus meiner Sicht absolut nachvollziehbar", sagte Banaszak dem RND.
Die Initiative "Gen Z regelt" hat für diesen Samstag zu einem deutschlandweiten Protesttag aufgerufen. Dabei soll es um Bildung und soziale Gerechtigkeit gehen. Bei ähnlichen Veranstaltungen in Frankreich, Spanien, Italien und Albanien war es jüngst zu Ausschreitungen gekommen. Innenpolitiker von Union und SPD warnten danach vor Ausschreitungen auch in Deutschland und der Unterwanderung des Protests durch extremistische Kräfte./vio/DP/zb
