BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung strebt angesichts des vorzeitigen Rückzugs von Präsidentin Christine Lagarde zügige Entscheidungen über die künftige Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sagte, mehrere zentrale Positionen seien neu zu besetzen. "Deutschland wird sein Gewicht als größter Staat im Euroraum einbringen, um eine breit getragene und verantwortungsvolle neue Führungsspitze der EZB zu bilden."
Klingbeil sagte, man werde gemeinsam im Euroraum darüber beraten und zeitnah entscheiden. Er sei mit Kanzler Friedrich Merz (CDU) und seinen europäischen Amtskolleginnen und Amtskollegen hierzu im engen Austausch.
Klingbeil: Stabiler Euro auch in Krisen
Der Vizekanzler sagte, unter der Führung Lagardes habe die EZB den Euro auch in Krisenzeiten stabil gehalten: "Als die Corona-Pandemie Europa hart getroffen hat, als Russland die Ukraine überfallen hat, genauso wie zuletzt angesichts der wirtschaftlichen Erschütterungen durch den Iran-Krieg." Er habe großen Respekt vor Lagardes Arbeit als EZB-Präsidentin und danke ihr herzlich.
Wie die EZB mitteilte, gibt die Französin ihren Posten zum 7. Februar 2027 auf. Regulär wäre ihre achtjährige Amtszeit bis Ende Oktober 2027 gelaufen./sam/DP/jha

