DJ MÄRKTE USA/Leichter - Enttäuschende Zahlen schicken Alphabet auf Talfahrt
DOW JONES--An den US-Börsen dominieren am Donnerstag im Verlauf weiter Kursverluste. Gegen Mittag (Ortszeit New York) fällt der Dow-Jones-Index um 0,3 Prozent auf 52.3001 Punkte. Der S&P-500 verliert 0,4 Prozent und der Nasdaq-Composite 1,4 Prozent. Vor allem der Quartalsausweis der Google-Mutter Alphabet wird mit Enttäuschung aufgenommen und belastet den Technologiesektor. Als Stimmungsdämpfer wirken Händlern zufolge auch die Geschäftszahlen des südkoreanischen Chipkonzerns Samsung, der zwar einen Rekordgewinn meldete, mit dem Ausblick aber hinter den hochgesteckten Markterwartungen zurückblieb.
Ansonsten stehen die Märkte noch unter dem Eindruck des Zinsentscheids der US-Notenbank vom Vortag. Die Federal Reserve hatte den Leitzins unverändert belassen. In der anschließenden Pressekonferenz räumte Fed-Chef Kevin Warsh jedoch ein, dass die Inflation noch immer zu hoch sei. Gleichzeitig betonte er die jüngste Stärke der US-Wirtschaft. Am Markt wird nun mit einer Zinserhöhung im Dezember gerechnet. Die Renditen der US-Anleihen geben gleichwohl nach. Die Zehnjahresrendite sinkt um 5 Basispunkte auf 5,00 Prozent. Der Dollarindex zeigt sich gut behauptet.
Konjunkturseitig stieg das Bruttoinlandsprodukt der USA im dritten Quartal stärker als angenommen. Der PCE-Preisindex bewegte sich im September im Rahmen der Erwartungen. Die persönlichen Einkommen und Ausgaben stiegen nur etwas weniger deutlich als von Volkswirten prognostiziert. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging wider Erwarten etwas zurück. Derweil hat die Europäische Zentralbank wie erwartet den Leitzins unverändert belassen.
Alphabet brechen um 12 Prozent ein. Trotz eines kräftig gestiegenen Umsatzes im Cloud-Computing-Geschäft verfehlte der Konzernumsatz die Konsensschätzungen von Analysten. Ursächlich waren überraschend schwache Umsätze im Dienstleistungsgeschäft, zu dem auch die Google-Suche gehört. Die Monetarisierung der auf künstlicher Intelligenz basierenden Suchmaschine verlaufe langsamer als erhofft, was neue Zweifel an den Ertragsmöglichkeiten der KI aufwerfe, heißt es. Auch der deutlich negative Cashflow als Folge der massiven Investitionen in den Ausbau der KI-Kapazitäten stoße bei den Anleger auf Skepsis.
Nach zunächst positiv aufgenommenen Geschäftszahlen von Microsoft dreht die Aktie ins Minus und verliert aktuell 1,3 Prozent. Vor allem dank der Cloudsparte Azure steigerte Microsoft den Umsatz stärker als erwartet. Auch der Gewinn übertraf die Konsensschätzung. Die Aktie kann sich wohl der negativen Stimmung im Sektor nicht entziehen, wie Händler vermuten. Die Zahlen von Ebay (+2,5%) kommen gut an.
Besser als erwartet hat ferner die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile abgeschnitten. Die Aktie verbessert sich um 0,6 Prozent. Auch die Zahlen des Pharmakonzerns Merck & Co (+4,7%) überraschten positiv. Eine ungebrochen starke Nachfrage nach den Diabetes- und Gewichtsreduktionsmedikamenten von Eli Lilly (+6,2%) verhalf dem Unternehmen zu einem Umsatz und Gewinn deutlich über den Markterwartungen. Auch der Ausblick übertraf den Analystenkonsens.
Nach Vorlage "mäßiger" Geschäftszahlen und einem pessimistischen Ausblick stürzen Softwarenow um 25 Prozent ab. Anleger sorgen sich, dass KI das Geschäftsmodell des Softwareanbieters zerstört. Das Cybersecurity-Unternehmen Fortinet (-21%) hat zwar überzeugende Zahlen vorgelegt, Anleger hatten aber wohl noch mehr erwartet.
Marvell knicken um 12 Prozent ein. Hier belastet ein Medienbericht, wonach das Unternehmen den Wettbewerber Lumentum übernehmen will.
Hoffnungen auf eine Wiederbelebung der Friedensverhandlungen mit dem Iran lassen die Ölpreise nachgeben. Das Barrel Brentöl ermäßigt sich um 1,4 Prozent auf 113,76 Dollar. Beobachter merken jedoch an, dass die USA ihre Militärschläge gegen den Iran nach der US-Midterm-Wahl wieder aufnehmen könnten. Erst ein "glaubwürdiges" Abkommen mit dem Iran könnte die geopolitische Prämie auf dem Brentpreis beseitigen, so Naeem Aslam von Zaye Capital Markets.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 52.300,50 -0,3 -174,60 52.475,10 S&P-500 7.714,19 -0,4 -29,79 7.743,98 NASDAQ Comp 26.186,25 -1,4 -363,60 26.549,85 NASDAQ 100 29.399,40 -1,4 -413,76 29.813,16 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,67 -0,07 4,73 4,63 5 Jahre 4,81 -0,06 4,86 4,77 10 Jahre 5,00 -0,05 5,04 4,95 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:00 EUR/USD 1,1167 +0,1 0,0015 1,1152 1,1139 EUR/JPY 176,24 +0,1 0,2200 176,02 176,2500 EUR/CHF 0,9225 -0,1 -0,0010 0,9235 0,9245 EUR/GBP 0,8349 -0,2 -0,0018 0,8367 0,8374 USD/JPY 157,8 -0,0 -0,0200 157,82 158,2100 GBP/USD 1,3374 +0,4 0,0049 1,3325 1,3297 USD/CNY 6,661 -0,1 -0,0050 6,6660 6,6662 USD/CNH 6,6573 -0,1 -0,0041 6,6614 6,6634 AUS/USD 0,7037 -0,2 -0,0016 0,7053 0,7034 Bitcoin/USD 81.532,56 +0,3 258,98 81.273,58 80.453,83 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 100,92 -1,8 -1,86 102,78 Brent/ICE 113,76 -1,4 -1,56 115,32 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.014,02 -1,3 -53,02 4.067,04 Silber 52,39 -2,9 -1,59 53,98 Platin 1.484,08 -3,5 -54,04 1.538,12 (Angaben ohne Gewähr) ===
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October 29, 2026 12:24 ET (16:24 GMT)
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