DJ ÜBERBLICK am Abend/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
EZB lässt Leitzins wie erwartet bei 2,50 Prozent
Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt ihre Geldpolitik wie erwartet unverändert. Wie die EZB mitteilte, bleibt der Einlagensatz bei 2,50 Prozent. Zuvor hatte die EZB ihren Leitzins im Juni und im September um je 25 Basispunkte angehoben. "Die Energiepreise sind weiter gestiegen, was Aufwärtsrisiken für die Inflationsaussichten und Abwärtsrisiken für die Wachstumsaussichten birgt. Zwar müssen sich die vollen Auswirkungen des Energieschocks noch entfalten, doch ist die zugrunde liegende Inflation bislang weitgehend stabil geblieben, und die Löhne zeigen zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine wesentliche Reaktion", heißt es im geldpolitischen Statement des EZB-Rats.
Lagarde: Inflationsrisiken aufwärts gerichtet - Wachstumsrisiken abwärts
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) sieht nach den Worten von EZB-Präsidentin Christine Lagarde weiterhin ein überwiegendes Risiko, dass die Inflation höher als erwartet ausfallen wird. "Die Risiken für den Inflationsausblick sind aufwärts gerichtet", sagte sie in der Pressekonferenz nach der EZB-Ratssitzung. Die kurzfristigen Inflationserwartungen sind nach Lagardes Aussage gestiegen, während die längerfristigen überwiegend bei 2 Prozent verankert blieben.
Lagarde deutet EZB-Zinsschritt im Dezember an
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat die Bereitschaft der Europäischen Zentralbank (EZB) zu einer Leitzinserhöhung im Dezember angedeutet. In der Pressekonferenz nach der jüngsten Ratssitzung sagte sie: "Zum jetzigen Zeitpunkt halten wir an dieser maßvollen Reaktion auf die aktuelle Situation fest. Und wie ich bereits vorhin sagte, werden wir die Entwicklung der geopolitischen Lage, die Entwicklung der Energiepreise, die Entwicklung bei der Straffung der Finanzierungskosten sowie alle weiteren Fakten und Zahlen bewerten, die relevant sind, um unsere jetzige Situation mit dem zu vergleichen, was uns im kommenden Dezember vorliegen wird. Und wie gesagt: Sofern es keine größeren neuen Entwicklungen gibt, ist die Richtung für uns alle ziemlich klar."
Lagarde: Maßvolle geldpolitische Straffung weiterhin angemessen
Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hält nach den Worten von EZB-Präsidentin Christine Lagarde trotz des starken Anstiegs der Energiepreise derzeit keine entschiedenere Straffung der Geldpolitik für notwendig. "Auf Basis der sich häufenden und ebenfalls zunehmenden Unsicherheit sowie aufgrund der zugrunde liegenden Inflation, die, wie Sie wissen, weitgehend unverändert geblieben ist, hat der EZB-Rat einstimmig beschlossen, dass wir in der jetzigen Phase gut genug aufgestellt sind, um die Zinsen beizubehalten, und dass ein maßvoller Ansatz zum gegenwärtigen Zeitpunkt weiterhin angemessen ist", sagte sie in der Pressekonferenz nach der jüngsten EZB-Ratssitzung.
Entscheidung der EZB könnte als "hawkish" Pause gesehen werden
Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Zinssätze wie allgemein erwartet unverändert zu lassen, sollte nach Ansicht von Dean Turner von UBS Global Wealth Management eher als eine hawkish Pause und nicht als das Ende des Straffungszyklus betrachtet werden. "Höhere Energiepreise stellen weiterhin Aufwärtsrisiken für die Inflation dar, während sich die Wirtschaft der Eurozone bislang als bemerkenswert widerstandsfähig erwiesen hat", meint der Chefökonom für die Eurozone und Großbritannien.
PCE-Inflation beschleunigte sich im vergangenen Monat
Das von der US-Notenbank angestrebte Inflationsmaß hat sich im September beschleunigt. Dies verdeutlicht, warum die anhaltend hohen Preissteigerungen die nächsten Schritte der Zentralbank belasten. Die Preise, gemessen am Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE), stiegen im vergangenen Monat um 0,5 Prozent, nachdem sie im August um 0,3 Prozent zugelegt hatten, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Die 12-Monats-PCE-Inflationsrate kletterte von 3,4 Prozent im Vormonat auf 3,6 Prozent.
US-Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 3,4 Prozent
Das US-Wirtschaftswachstum hat im dritten Quartal 2026 an Fahrt aufgenommen und die Erwartungen von Ökonomen übertroffen. Dies geschah vor dem Hintergrund eines Anstiegs der Unternehmensinvestitionen und starker Verbraucherausgaben. Das Handelsministerium teilte mit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA auf das Jahr hochgerechnet um 3,4 Prozent gewachsen ist. Diese Zahl ist inflations- und saisonbereinigt. Vom Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten ein BIP-Wachstum von 3,1 Prozent erwartet.
US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken unerwartet leicht
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA war in der vergangenen Woche erneut rückläufig. Sie trotzte damit den Prognosen eines leichten Anstiegs, da sich der Arbeitsmarkt weiterhin langsam, aber robust zeigt. Die Zahl der Personen, die in der Woche bis zum 24. Oktober einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe stellten, lag bei 194.000. Dies waren 1.000 Anträge weniger als der revidierte Wert von 195.000 aus der Vorwoche, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Von The Wall Street Journal befragte Ökonomen hatten mit 200.000 neuen Anträgen gerechnet.
US-Staatsschulden erreichen 100 Prozent des BIP
Die US-Staatsschulden haben in dem am 30. September endenden Fiskaljahr 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht und damit zum ersten Mal seit 1946 die dreistellige Marke geknackt. Die US-Regierung hatte zuvor gemeldet, dass die öffentlich gehaltenen Schulden zum 30. September bei 32,2 Billionen US-Dollar lagen. Mit der Veröffentlichung der Wirtschaftsleistung für das dritte Quartal am Donnerstag entsprach dieser Wert über das Geschäftsjahr hinweg 100 Prozent (genau 100,03 Prozent) des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
EU strebt weiter engere Beziehungen zu Kanada an
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihre Vision einer engeren Anbindung zwischen der Europäischen Union und Kanada bekräftigt. Zuvor war über Vorbehalte einiger Mitgliedstaaten gegen das Angebot einer assoziierten Mitgliedschaft für Kanada berichtet worden. "Wir beide wollen unsere Beziehungen auf das höchstmögliche Niveau heben, und deshalb diskutieren wir die Idee, dass Kanada das erste assoziierte Mitglied der Europäischen Union wird", sagte von der Leyen am Donnerstag in Montreal. Die Möglichkeit einer assoziierten Mitgliedschaft Kanadas hatte sie bereits im September im Rahmen einer Rede ins Spiel gebracht.
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October 29, 2026 14:00 ET (18:00 GMT)
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