BERLIN (dpa-AFX) - Bundesbildungs- und -jugendministerin Karin Prien ruft die jungen Menschen zu friedlichen Protesten am Samstag auf und bietet ihnen den Dialog an. "Seid laut. Engagiert Euch in Parteien. Aber seid nicht gewalttätig", appellierte die CDU-Politikerin im "Stern" vor dem Protesttag der Initiative "Gen Z regelt". "Ich biete jedem, der friedlich ist, ein Gespräch an. Denn es gibt selbstverständlich die legitimen Anliegen der Jugendlichen", fügte Prien hinzu.
Die Gruppierung "Gen Z regelt" plant Demonstrationen in rund 30 Städten, bei denen junge Menschen für mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen eine Wehrpflicht auf die Straße gehen wollen. Dabei lehnt "Gen Z regelt" Gewalt ausdrücklich ab. Bei Protesten in Frankreich und anderen europäischen Ländern war es zu Krawallen gekommen.
Prien wies auf Unterschiede zum Nachbarland hin: "Die Schulen bei uns sind in besserem Zustand, die Klassen kleiner, Lehrkräfte werden besser bezahlt." Auch gebe es in Deutschland anders als in Frankreich ein funktionierendes Berufsbildungssystem und eine deutlich geringere Jugendarbeitslosigkeit.
Die Ministerin sagte: "In Deutschland reden wir mit Jugendlichen, bevor Barrikaden brennen. Das ist mein Anspruch. Für Zugeständnisse wie in Frankreich braucht man in Deutschland nicht auf die Straße zu gehen, weil wir diese Rahmenbedingungen längst haben."/shy/DP/zb
