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MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Abgaben aus

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen bauen Abgaben aus

DOW JONES--Die europäischen Börsen weiten ihre Verlusten im Verlauf des Freitagshandels. War am Morgen noch von einer normalen Konsolidierung nach den Aufschlägen des Vortages die Rede gewesen, machen Marktteilnehmer nun doch Belastungsfaktoren aus - vor allem für den Technologiebereich. So bricht die Intel-Aktie vorbörslich in den USA nach einem schwachen Ausblick um knapp 26 Prozent ein. Für das Amazon-Papier geht es vor der Startglocke um knapp 7 Prozent nach unten. Die Geschäftszahlen der Technologiegiganten lösen neue Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms aus. Der KI-arme DAX befindet sich da relativ betrachtet im Vorteil. Gleichwohl sinken im DAX Papiere mit KI-Fantasie am deutlichsten: Siemens Energy verlieren 6,1 Prozent, Infineon 4,6 Prozent - im Euro-Stoxx-50 zählen ASML mit einem Abschlag von 5,5 Prozent zu den Schlusslichtern. Der Technologiesektor im Stoxx-50 belegt mit minus 2,3 Prozent den letzten Platz.

Der DAX büßt 0,8 Prozent auf 25.840 Punkte ein, der Euro-Stoxx-50 sinkt um 1,1 Prozent auf 6.141 Punkte. Die Rendite der 10-jährigen US-Benchmarkanleihe fällt um 8 Basispunkte auf 4,91 Prozent. Prinzipiell positiv für die Börsen ist der Renditerückgang hier auch Ausdruck von einer Flucht in die "sicheren" Anleihehäfen. Belastet werden die Aktienbörsen von steigenden Rohölpreisen. Die Ukraine hat am Freitag eine Ölraffinerie in der russischen Region Samara angegriffen. Die Armee beendete damit eine zweiwöchige Pause bei derartigen Angriffen, die unter starkem Druck der US-Regierung zustande gekommen war.

Dazu gesellen sich Wachstumssorgen, denn das Wirtschaftswachstum der Eurozone hat sich im dritten Quartal verlangsamt, da der Krieg zwischen den USA und dem Iran die Energiepreise hoch hielt. Gleichzeitig schrumpfte die Wirtschaft Frankreichs, was die Sorgen über die Schuldenlast der Regierung inmitten einer anhaltenden politischen Lähmung verstärkte. Flankiert werden die Wachstumssorgen von höheren Inflationsannahmen. Die regelmäßig von der Europäischen Zentralbank befragten Professional Forecasters haben ihre Prognosen für die Inflation im Euroraum für 2026 und 2027 angehoben und erwarten für 2027 und 2028 auch eine höhere Kerninflation.

Unter den Einzelaktien ziehen Bayer um 3,7 Prozent an. Die Bayer-Tochter Monsanto hat im Milliardenrechtsstreit um die angeblich krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat das nach eigener Darstellung erste Verfahren seit der richtungsweisenden Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA gewonnen. Ein Geschworenengericht in Missouri habe im Fall Aretino zugunsten von Monsanto entschieden, teilte der Pharma- und Agrarchemiekonzern mit.

JP Morgan erwarten nach Ausweis solider Geschäftszahlen von AXA keine nennenswerten Kursbewegungen in der Aktie. Die Bruttoprämien seien im dritten Quartal 2026 rund 1 Prozent besser ausgefallen als vom Konsens erwartet, gestützt durch über Konsens liegende Prämien im Schaden- und Unfallgeschäft sowie im Neugeschäft der Lebensversicherung. Die Nettomittelzuflüsse sind hinter den Erwartungen zurückgeblieben - diese Entwicklung sei jedoch hauptsächlich auf das traditionelle Lebensversicherungs-Spargeschäft zurückzuführen, das AXA in den vergangenen Jahren gezielt reduziert habe. Der Kurs stagniert.

Credit Agricole verlieren nach Vorlage von Drittquartalszahlen 1,9 Prozent. Der Ausblick der französischen Bank lese sich wenig vielversprechend, monieren die Analysten von Keefe, Bruyette & Woods (KBW). Sanofi schießen dagegen 5 Prozent nach oben, der Pharmakonzern hat nach Einschätzung von JP Morgan sehr starke Drittquartalszahlen vorgelegt. BP drehen 0,1 Prozent ins Minus. Zwar bescheinigt Raiffeisen starke Geschäftszahlen - hohe Raffineriemargen hätten den Gewinn kräftig steigen lassen. Doch bemängeln Börsianer den Verzicht auf neue Aktienrückkäufe. Natwest büßen nach Vorlage von Drittquartalszahlen 8,5 Prozent ein. Sprunghaft gestiegene Kreditausfallrisiken und ein enttäuschender Margen-Ausblick belasten.

Volkswagen steigen nach Audi-Zahlen um 0,5 Prozent. Im Audi-Konzern hat sich der Margendruck in den ersten neun Monaten 2026 auf sämtliche Marken ausgeweitet - die VW-Tochter hat die Jahresprognose nach einem Gewinneinbruch in den ersten neun Monaten gesenkt. Nach den bekannten Konzernzahlen belasten die Audi-Daten nun nicht mehr.

Puma legen um 6,2 Prozent zu. Der Sportartikelhersteller hat im dritten Quartal bei einem Umsatzrückgang das zweite Quartal in Folge operativ und unter dem Strich Verluste ausgewiesen. Die Ergebnisse fielen umsatzseitig etwas besser, die Verluste jedoch ausgeprägter als die Markterwartungen. Die angepeilte Verlustspanne wurde etwas eingegrenzt. Das Unternehmen verspricht künftiges Wachstum, was positiv aufgenommen wird. Die Trendwende scheine am Laufen zu sein, befindet Bernstein.

Gerresheimer legen um 3 Prozent zu. Der Anbieter von Injektionssystemen und Pharma-Spezialverpackungen hat den Umsatz im dritten Quartal deutlich gesteigert und das operative Ergebnis knapp stabil gehalten. Die Restrukturierung dürfte sichtbarer werden, schaut Bernstein voraus.

Evonik wird das verbesserte BASF-Übernahmeangebot in Höhe von rund 11 Milliarden Euro wohl ablehnen. Der Vorstand teilte mit, er trete nicht in Verhandlungen mit BASF ein. Man bleibe auf strategische Ausrichtung als eigenständiges Unternehmen fokussiert. Der Kurs verliert 0,6 Prozent, BASF fallen um 0,4 Prozent.

SFC Energy stagnieren und zeigen damit relative Stärke. Der Brennstoffzellenhersteller hat seine Gewinnziele nach Zahlenausweis zu den ersten neun Monaten für das Gesamtjahr 2026 erneut angehoben. Das Umsatzziel blieb aber unverändert.

=== 
Index          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.140,79  -1,1   -66,28    6.207,07      6,0 
Stoxx-50        5.390,86  -0,4   -20,06    5.410,92      9,6 
DAX          25.840,24  -0,8  -199,44    26.039,68      5,5 
MDAX          30.500,53  -1,0  -298,12    27.039,42      -0,4 
TecDAX         4.105,37  -1,1   -44,24    3.091,28      13,3 
SDAX          18.148,57  -1,5  -269,93    13.062,07      5,7 
FTSE          10.734,54  +0,1   12,47    10.722,07      8,1 
CAC           7.970,39  0,0    0,39    7.970,00      -2,2 
SMI          14.798,49  +0,3   41,63    14.756,86      11,5 
ATX           6.434,97  -0,6   -40,49    6.475,46      20,8 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:25 Uhr 
EUR/USD          1,1193  +0,1   0,0015     1,1178     1,1164 
EUR/JPY          175,7  -0,3  -0,5900     176,29    176,1800 
EUR/CHF          0,9182  -0,4  -0,0032     0,9214     0,9223 
EUR/GBP          0,8335  -0,2  -0,0019     0,8354     0,8348 
USD/JPY          156,95  -0,5  -0,7400     157,69    157,8200 
GBP/USD          1,3425  +0,4   0,0050     1,3375     1,3370 
USD/CNY          6,6525  -0,1  -0,0085     6,6610     6,6610 
USD/CNH          6,6507  -0,1  -0,0051     6,6558     6,6574 
AUS/USD          0,7026  -0,0  -0,0001     0,7027     0,7036 
Bitcoin/USD      77.282,85  -2,0 -1.557,83    78.840,68   81.395,18 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         104,13  +2,1    2,13       102 
Brent/ICE          118  +2,7    3,12     114,88 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          3.966,12  -1,4   -54,30    4.020,42 
Silber           50,14  -4,3   -2,25      52,39 
Platin         1.430,38  -3,9   -57,37    1.487,75 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/flf/ros

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October 30, 2026 08:07 ET (12:07 GMT)

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