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MÄRKTE EUROPA/Schwach - Technologie-Werte unter Abgabedruck

DJ MÄRKTE EUROPA/Schwach - Technologie-Werte unter Abgabedruck

DOW JONES--Mit deutlichen Verlusten haben die europäischen Aktienmärkte die Handelswoche beendet. Belastungsfaktoren gab es vor allem für den Technologie-Sektor. So brach die Intel-Aktie in den USA nach einem schwachen Ausblick um 30 Prozent ein. Für das Amazon-Papier ging es ebenfalls nach unten. Die Geschäftszahlen der Technologiegiganten lösten neue Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Investitionsbooms aus. Der KI-arme DAX befindet sich da relativ betrachtet im Vorteil, hieß es. Gleichwohl standen im DAX Papiere mit KI-Fantasie unter Abgabedruck: Siemens Energy verloren 6,9 Prozent und Infineon 6,4 Prozent - im Euro-Stoxx-50 zählten ASML (-6,1%) zu den größten Verlierern. Der Technologiesektor im Stoxx-50 fiel um 3,2 Prozent.

Der DAX büßte 0,9 Prozent auf 25.818 Punkte ein, der Euro-Stoxx-50 verlor 1,2 Prozent auf 6.131 Punkte. Die Rendite der 10-jährigen US-Benchmarkanleihe fiel um 5 Basispunkte auf 4,94 Prozent. Prinzipiell positiv für die Börsen war der Renditerückgang hier auch Ausdruck von der Flucht in die "sicheren" Anleihehäfen. Belastet wurden die Aktienbörsen außerdem von den steigenden Rohölpreisen. Die Ukraine hat am Freitag eine Ölraffinerie in der russischen Region Samara angegriffen und beendete damit eine zweiwöchige Pause bei derartigen Angriffen, die unter starkem Druck der US-Regierung zustande gekommen war.

Dazu gesellten sich Wachstumssorgen, denn das Wirtschaftswachstum der Eurozone hat sich im dritten Quartal verlangsamt, da der Krieg zwischen den USA und dem Iran die Energiepreise hoch hielt. Gleichzeitig schrumpfte die Wirtschaft Frankreichs, was die Sorgen über die Schuldenlast der Regierung inmitten einer anhaltenden politischen Lähmung weiter verstärkte. Flankiert wurden die Wachstumssorgen von höheren Inflationsannahmen. Die regelmäßig von der Europäischen Zentralbank befragten Professional Forecasters haben ihre Prognosen für die Inflation im Euroraum für 2026 und 2027 angehoben und erwarten für 2027 und 2028 auch eine höhere Kerninflation.

Derweil hat der Inflationsdruck in Deutschland im Oktober deutlicher als erwartet nachgelassen. Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex sank gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent und lag um 2,8 (September: 3,3) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten Raten von plus 0,1 und 3,1 Prozent erwartet.

Unter den Einzelaktien gewannen Bayer 5,5 Prozent und führten damit die DAX-Gewinnerliste an. Die Tochter Monsanto hat im Milliardenrechtsstreit um die angeblich krebserregende Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat das nach eigener Darstellung erste Verfahren seit der richtungsweisenden Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA gewonnen. Ein Geschworenengericht in Missouri habe im Fall Aretino zugunsten von Monsanto entschieden, teilte der Pharma- und Agrarchemiekonzern mit.

Die AXA-Aktie fiel nach soliden Geschäftszahlen lediglich um 0,3 Prozent. Die Bruttoprämien seien im dritten Quartal 2026 rund 1 Prozent besser ausgefallen als vom Konsens erwartet, gestützt durch über Konsens liegende Prämien im Schaden- und Unfallgeschäft sowie im Neugeschäft der Lebensversicherung, so JP Morgan.

Credit Agricole verloren nach Vorlage von Drittquartalszahlen 2,0 Prozent. Der Ausblick der französischen Bank lese sich wenig vielversprechend, monierten die Analysten von Keefe, Bruyette & Woods (KBW). Sanofi gewannen dagegen 4,7 Prozent, der Pharma-Konzern hat nach Einschätzung von JP Morgan sehr starke Drittquartalszahlen vorgelegt. BP gewannen 0,5 Prozent. Zwar bescheinigte Raiffeisen starke Geschäftszahlen - hohe Raffineriemargen hätten den Gewinn kräftig steigen lassen. Doch bemängelten Börsianer den Verzicht auf neue Aktienrückkäufe.

Volkswagen gaben zwischenzeitliche leichte Gewinne wieder ab und schlossen 0,8 Prozent tiefer. Im Audi-Konzern hat sich der Margendruck in den ersten neun Monaten 2026 auf sämtliche Marken ausgeweitet - die VW-Tochter hat die Jahresprognose nach einem Gewinneinbruch in den ersten neun Monaten gesenkt.

Puma legten um 5,6 Prozent zu. Der Sportartikelhersteller hat im dritten Quartal bei einem Umsatzrückgang das zweite Quartal in Folge operativ und unter dem Strich Verluste ausgewiesen. Die angepeilte Verlustspanne wurde etwas eingegrenzt. Das Unternehmen verspricht künftiges Wachstum, was positiv aufgenommen wird. Die Trendwende scheine am Laufen zu sein, hieß es von Bernstein. Die Aktien von Adidas stiegen im Fahrwasser um 0,8 Prozent.

Evonik wird das verbesserte BASF-Übernahmeangebot in Höhe von rund 11 Milliarden Euro wohl ablehnen. Der Vorstand teilte mit, er trete nicht in Verhandlungen mit BASF ein. Man bleibe auf strategische Ausrichtung als eigenständiges Unternehmen fokussiert. Der Kurs gewann 0,1 Prozent, BASF stiegen um 0,2 Prozent.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.131       -1,2          +7,2 
Stoxx-50        5.392       -0,4         +10,0 
DAX          25.818       -0,9          +6,3 
FTSE-100 London    10.730       +0,1          +8,0 
CAC-40 Paris      7.969       -0,0          -2,2 
AEX Amsterdam     1.134       -0,7         +20,1 
BEL-20 Brüssel     5.841       +0,0         +15,0 
IBEX-35 Madrid    18.653       -1,1          +9,0 
SMI Zürich      14.811       +0,4         +11,2 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:25 Uhr 
EUR/USD          1,1155  -0,2  -0,0023     1,1178     1,1164 
EUR/JPY          175,7  -0,3  -0,5900     176,29    176,1800 
EUR/CHF          0,9187  -0,3  -0,0027     0,9214     0,9223 
EUR/GBP          0,8322  -0,4  -0,0032     0,8354     0,8348 
USD/JPY          157,49  -0,1  -0,2000     157,69    157,8200 
GBP/USD          1,3395  +0,2   0,0020     1,3375     1,3370 
USD/CNY          6,6538  -0,1  -0,0072     6,6610     6,6610 
USD/CNH          6,6533  -0,0  -0,0025     6,6558     6,6574 
AUS/USD          0,7035  +0,1   0,0008     0,7027     0,7036 
Bitcoin/USD      77.289,79  -2,0 -1.550,89    78.840,68   81.395,18 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         104,80  +2,8    2,80       102 
Brent/ICE         117,71  +2,5    2,83     114,88 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          3.893,43  -3,2  -126,99    4.020,42 
Silber           49,17  -6,1   -3,21      52,39 
Platin         1.434,70  -3,6   -53,05    1.487,75 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/cbr

(END) Dow Jones Newswires

October 30, 2026 13:11 ET (17:11 GMT)

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© 2026 Dow Jones News
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