KIEW/ISTANBUL (dpa-AFX) - Nach der Zusage der USA zum Verkauf von 500 Patriot-Flugabwehrraketen an die Ukraine denkt deren Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits über Möglichkeiten für einen beschleunigten Erhalt der Waffen nach. Im Gespräch mit ukrainischen Journalisten am Randes seines Besuchs in der Türkei sprach er einen möglichen Tauschhandel mit Partnern seines Landes an.
"Ich werde versuchen, dies mit einigen Partnern zu vereinbaren, sodass wir aus diesem Paket von 500 Raketen bei jemandem 10, 20 oder 30 (Raketen) entnehmen können, um entsprechende Garantien und Verträge zu unterzeichnen, wonach wir diese Raketen später aus dem amerikanischen Paket mit einem gewissen Prozentsatz oder vielleicht auch ohne Aufschlag zurückgeben werden", sagte Selenskyj.
Auf diese Art könnte die Ukraine einen Teil der Raketen noch lange vor dem Eintreffen der amerikanischen Lieferung erhalten und einsetzen. Das US-Außenministerium hatte am Vortag den Verkauf von 500 Flugabwehrraketen vom Typ Patriot im Wert von knapp 2,1 Milliarden Dollar an die Ukraine genehmigt. Nach US-Angaben beteiligen sich unter anderem Deutschland, Kanada und Norwegen an den Kosten.
Wann diese Waffen in der Ukraine ankommen könnten, ging aus der Mitteilung nicht hervor. Nach Selenskyjs Angaben nach sollen die Lieferungen erst in ein paar Jahren beginnen.
Systeme vom Typ Patriot gelten als besonders wirksam bei der Abwehr ballistischer Raketen, die Russland in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine einsetzt. Das russische Militär hat in den vergangenen Wochen den Munitionsmangel der ukrainischen Flugabwehr zu großangelegten Angriffen gegen Ballungszentren in der Ukraine genutzt./cha/DP/zb
