WIESBADEN (ots) -
- 58,2 % der im Straßenverkehr Verunglückten waren 2025 männlich, bei den Getöteten waren es 73,6 %
- 15- bis 20-Jährige besonders gefährdet: Zahl der verunglückten Männer in diesem Alter 70,5 % höher als der gleichaltrigen Frauen
- Unfallursachen: Männer fallen häufiger dadurch auf, dass sie mit nicht angepasster Geschwindigkeit und unter Alkohol- oder Drogeneinfluss fahren
Männer verunglücken deutlich häufiger im Straßenverkehr als Frauen. Im Jahr 2025 waren 58,2 % oder 217 000 der im Straßenverkehr Verunglückten männlich, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltmännertags am 3. November mitteilt. 41,8 % oder 156 100 waren weiblich. Dabei gilt: Je schwerwiegender die durch den Unfall entstandenen Verletzungen, desto höher ist der Männeranteil unter den Verunglückten. Bei den Leichtverletzten waren 57,1 % männlich, bei den Schwerverletzten knapp zwei Drittel (64,0 %) und bei den Getöteten knapp drei Viertel (73,6 %).
Der Weltmännertag soll auf die niedrigere Lebenserwartung von Männern aufmerksam machen und für gesundheitliche Risiken speziell für Männer sensibilisieren und für Prävention werben.
Gemessen an der Bevölkerung sind ein Drittel mehr Männer als Frauen verunglückt
Das Risiko zu verunglücken ist für Männer deutlich höher. Je 100 000 Einwohner verunglückten im letzten Jahr 526 Jungen und Männer im Straßenverkehr, je 100 000 Einwohnerinnen waren es 369 Mädchen und Frauen, also knapp ein Drittel weniger. Noch größer sind die Unterschiede bei den tödlich Verunglückten: Je 100 000 Einwohner starben im Straßenverkehr mit rund 5 männlichen Personen mehr als doppelt so viele wie weibliche (2) gemessen an der Bevölkerung. Die Gründe dafür sind vielfältig. So nehmen Männer insgesamt mehr am Straßenverkehr teil und nutzen häufiger Verkehrsmittel mit schwerwiegenderen Unfallfolgen wie Krafträder. Ergebnisse zu Unfallursachen deuten zudem auf ein vorsichtigeres Verhalten von Frauen im Straßenverkehr hin.
Zahl der Verkehrstoten unter männlichen 15- bis 20-Jährigen fünf Mal so hoch wie unter weiblichen
Über alle Altersgruppen hinweg verunglücken Männer häufiger als Frauen. Am deutlichsten sind die Unterschiede bei den jungen Menschen, die geschlechtsübergreifend besonders unfallgefährdet sind. 28 631 Männer im Alter von 15 bis 20 Jahren verunglückten im Jahr 2025 im Straßenverkehr - das waren 70,5 % mehr als bei den Frauen im selben Alter (16 789). 161 junge Männer kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben, fünf Mal so viele wie Frauen im Alter von 15 bis 20 Jahren (32).
Männer verunglücken deutlich häufiger auf Motorrädern und Motorrollern
Männer verunglücken häufiger mit amtlich zugelassenen Krafträdern als Frauen. So waren 10,8 % der im Straßenverkehr verunglückten Männer im Jahr 2025 mit einem Motorrad oder Motorroller unterwegs. Bei den Frauen war der Anteil mit 3,0 % deutlich geringer. Weitere 28,3 % der männlichen Verunglückten fuhren Fahrrad, bei den Frauen waren es 23,0 %. Männer (40,6 %) wie Frauen (55,2 %) verunglückten am häufigsten mit dem Auto. Doch auch hier zeigten sich Unterschiede: Während bei den Männern vier Fünftel (79,5 %) der im Auto verunglückten selbst am Steuer saßen, waren es bei den Frauen lediglich zwei Drittel (66,2 %). Dagegen war der Anteil der männlichen Verunglückten, die zu Fuß unterwegs waren, mit 6,4 % etwas niedriger als bei weiblichen Verunglückten mit 8,9 %.
Männer häufiger Hauptverursacher eines Unfalls als Frauen
Männer tragen häufiger die Schuld am Zustandekommen eines Unfalls als Frauen. So waren 56,1 % der an Unfällen mit Personenschaden beteiligten Männer Hauptverursacher des Unfalls. Bei den Frauen waren es 50,4 %. Autofahrerinnen und -fahrer stellen die größte Gruppe unter den Unfallbeteiligten. Auch hier trugen Autofahrer (58,9 %) häufiger die Hauptschuld an Unfällen, in die sie verwickelt waren, als Autofahrerinnen (53,8 %). Auch Radfahrer (52,8 %) haben häufiger einen Unfall verursacht als Radfahrerinnen (48,4 %). Dasselbe gilt für E-Scooter-Fahrer (65,3 %) im Vergleich zu E-Scooter-Fahrerinnen (61,4 %). Dagegen sind Frauen zwar deutlich seltener als Kraftrad-Fahrende in Unfälle verwickelt als Männer. Wenn sie es sind, tragen sie (61,9 %) aber häufiger die Hauptschuld am Unfall als Männer am Kraftrad-Steuer (57,4 %).
Unfallursachen: Männer und Frauen zeigen unterschiedliches Fehlverhalten
Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es auch bei den Fehlverhalten, die einen Unfall mit verursacht haben. Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren waren im Jahr 2025 die häufigste Unfallursache sowohl bei Fahrern mit einem Anteil von 14,4 % an allen Fehlverhalten, als auch bei Fahrerinnen mit 17,6 %. An zweiter Stelle standen bei Männern jedoch ein zu geringer Abstand zu einem anderen Fahrzeug (13,2 %) gefolgt von nicht angepasster Geschwindigkeit (12,9 %). Bei Frauen war das Missachten der Vorfahrt auf Platz 2 der häufigsten Unfallursachen (16,4 %), auf Platz 3 folgte mangelnder Abstand (12,9 %). Nicht angepasste Geschwindigkeit kam bei Frauen mit einem Anteil von 9,6 % an den Fehlverhalten seltener vor. Männer fallen zudem wesentlich häufiger als Frauen durch Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer auf (6,8 % im Vergleich zu 2,4 %).
Unfälle können dabei nicht immer auf einen einzigen Grund zurückgeführt werden. Häufig registriert die Polizei mehrere Fehlverhalten.
Methodische Hinweise:
Die Anteile männlicher und weiblicher bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückter beziehen sich auf die Zahl der Verunglückten mit Angabe des Geschlechts.
Die Hauptverursachende oder der Hauptverursachende eines Unfalls (1. Beteiligter) ist die Person, die nach Einschätzung der Polizei die Hauptschuld am Unfall trägt. Die Schuldfähigkeit spielt hierbei keine Rolle.
Weitere Informationen:
Der Unfallkalender im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes gibt einen Überblick darüber, an welchen Tagen der vergangenen vier Jahre besonders viele Menschen mit bestimmten Verkehrsmitteln oder unter Alkoholeinfluss verunglückt sind - und an welchen besonders wenige.
Weitere detaillierte Ergebnisse bieten der Statistische Bericht "Verkehrsunfälle 2025", die Tabellen und Grafiken auf der Themenseite "Verkehrsunfälle" im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes sowie die Tabellen 46241 in der Datenbank GENESIS-Online.
Informationen zur Nutzung von Verkehrsmitteln gibt die Studie "Mobilität in Deutschland".
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Straßenverkehrsunfälle
Telefon: +49 611 75 4852
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44
Original-Content von: Statistisches Bundesamt, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/32102/6381984
- 58,2 % der im Straßenverkehr Verunglückten waren 2025 männlich, bei den Getöteten waren es 73,6 %
- 15- bis 20-Jährige besonders gefährdet: Zahl der verunglückten Männer in diesem Alter 70,5 % höher als der gleichaltrigen Frauen
- Unfallursachen: Männer fallen häufiger dadurch auf, dass sie mit nicht angepasster Geschwindigkeit und unter Alkohol- oder Drogeneinfluss fahren
Männer verunglücken deutlich häufiger im Straßenverkehr als Frauen. Im Jahr 2025 waren 58,2 % oder 217 000 der im Straßenverkehr Verunglückten männlich, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltmännertags am 3. November mitteilt. 41,8 % oder 156 100 waren weiblich. Dabei gilt: Je schwerwiegender die durch den Unfall entstandenen Verletzungen, desto höher ist der Männeranteil unter den Verunglückten. Bei den Leichtverletzten waren 57,1 % männlich, bei den Schwerverletzten knapp zwei Drittel (64,0 %) und bei den Getöteten knapp drei Viertel (73,6 %).
Der Weltmännertag soll auf die niedrigere Lebenserwartung von Männern aufmerksam machen und für gesundheitliche Risiken speziell für Männer sensibilisieren und für Prävention werben.
Gemessen an der Bevölkerung sind ein Drittel mehr Männer als Frauen verunglückt
Das Risiko zu verunglücken ist für Männer deutlich höher. Je 100 000 Einwohner verunglückten im letzten Jahr 526 Jungen und Männer im Straßenverkehr, je 100 000 Einwohnerinnen waren es 369 Mädchen und Frauen, also knapp ein Drittel weniger. Noch größer sind die Unterschiede bei den tödlich Verunglückten: Je 100 000 Einwohner starben im Straßenverkehr mit rund 5 männlichen Personen mehr als doppelt so viele wie weibliche (2) gemessen an der Bevölkerung. Die Gründe dafür sind vielfältig. So nehmen Männer insgesamt mehr am Straßenverkehr teil und nutzen häufiger Verkehrsmittel mit schwerwiegenderen Unfallfolgen wie Krafträder. Ergebnisse zu Unfallursachen deuten zudem auf ein vorsichtigeres Verhalten von Frauen im Straßenverkehr hin.
Zahl der Verkehrstoten unter männlichen 15- bis 20-Jährigen fünf Mal so hoch wie unter weiblichen
Über alle Altersgruppen hinweg verunglücken Männer häufiger als Frauen. Am deutlichsten sind die Unterschiede bei den jungen Menschen, die geschlechtsübergreifend besonders unfallgefährdet sind. 28 631 Männer im Alter von 15 bis 20 Jahren verunglückten im Jahr 2025 im Straßenverkehr - das waren 70,5 % mehr als bei den Frauen im selben Alter (16 789). 161 junge Männer kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben, fünf Mal so viele wie Frauen im Alter von 15 bis 20 Jahren (32).
Männer verunglücken deutlich häufiger auf Motorrädern und Motorrollern
Männer verunglücken häufiger mit amtlich zugelassenen Krafträdern als Frauen. So waren 10,8 % der im Straßenverkehr verunglückten Männer im Jahr 2025 mit einem Motorrad oder Motorroller unterwegs. Bei den Frauen war der Anteil mit 3,0 % deutlich geringer. Weitere 28,3 % der männlichen Verunglückten fuhren Fahrrad, bei den Frauen waren es 23,0 %. Männer (40,6 %) wie Frauen (55,2 %) verunglückten am häufigsten mit dem Auto. Doch auch hier zeigten sich Unterschiede: Während bei den Männern vier Fünftel (79,5 %) der im Auto verunglückten selbst am Steuer saßen, waren es bei den Frauen lediglich zwei Drittel (66,2 %). Dagegen war der Anteil der männlichen Verunglückten, die zu Fuß unterwegs waren, mit 6,4 % etwas niedriger als bei weiblichen Verunglückten mit 8,9 %.
Männer häufiger Hauptverursacher eines Unfalls als Frauen
Männer tragen häufiger die Schuld am Zustandekommen eines Unfalls als Frauen. So waren 56,1 % der an Unfällen mit Personenschaden beteiligten Männer Hauptverursacher des Unfalls. Bei den Frauen waren es 50,4 %. Autofahrerinnen und -fahrer stellen die größte Gruppe unter den Unfallbeteiligten. Auch hier trugen Autofahrer (58,9 %) häufiger die Hauptschuld an Unfällen, in die sie verwickelt waren, als Autofahrerinnen (53,8 %). Auch Radfahrer (52,8 %) haben häufiger einen Unfall verursacht als Radfahrerinnen (48,4 %). Dasselbe gilt für E-Scooter-Fahrer (65,3 %) im Vergleich zu E-Scooter-Fahrerinnen (61,4 %). Dagegen sind Frauen zwar deutlich seltener als Kraftrad-Fahrende in Unfälle verwickelt als Männer. Wenn sie es sind, tragen sie (61,9 %) aber häufiger die Hauptschuld am Unfall als Männer am Kraftrad-Steuer (57,4 %).
Unfallursachen: Männer und Frauen zeigen unterschiedliches Fehlverhalten
Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es auch bei den Fehlverhalten, die einen Unfall mit verursacht haben. Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren waren im Jahr 2025 die häufigste Unfallursache sowohl bei Fahrern mit einem Anteil von 14,4 % an allen Fehlverhalten, als auch bei Fahrerinnen mit 17,6 %. An zweiter Stelle standen bei Männern jedoch ein zu geringer Abstand zu einem anderen Fahrzeug (13,2 %) gefolgt von nicht angepasster Geschwindigkeit (12,9 %). Bei Frauen war das Missachten der Vorfahrt auf Platz 2 der häufigsten Unfallursachen (16,4 %), auf Platz 3 folgte mangelnder Abstand (12,9 %). Nicht angepasste Geschwindigkeit kam bei Frauen mit einem Anteil von 9,6 % an den Fehlverhalten seltener vor. Männer fallen zudem wesentlich häufiger als Frauen durch Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer auf (6,8 % im Vergleich zu 2,4 %).
Unfälle können dabei nicht immer auf einen einzigen Grund zurückgeführt werden. Häufig registriert die Polizei mehrere Fehlverhalten.
Methodische Hinweise:
Die Anteile männlicher und weiblicher bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückter beziehen sich auf die Zahl der Verunglückten mit Angabe des Geschlechts.
Die Hauptverursachende oder der Hauptverursachende eines Unfalls (1. Beteiligter) ist die Person, die nach Einschätzung der Polizei die Hauptschuld am Unfall trägt. Die Schuldfähigkeit spielt hierbei keine Rolle.
Weitere Informationen:
Der Unfallkalender im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes gibt einen Überblick darüber, an welchen Tagen der vergangenen vier Jahre besonders viele Menschen mit bestimmten Verkehrsmitteln oder unter Alkoholeinfluss verunglückt sind - und an welchen besonders wenige.
Weitere detaillierte Ergebnisse bieten der Statistische Bericht "Verkehrsunfälle 2025", die Tabellen und Grafiken auf der Themenseite "Verkehrsunfälle" im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes sowie die Tabellen 46241 in der Datenbank GENESIS-Online.
Informationen zur Nutzung von Verkehrsmitteln gibt die Studie "Mobilität in Deutschland".
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter www.destatis.de/pressemitteilungen.
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Telefon: +49 611 75 4852
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