NEW YORK (dpa-AFX) - Die Ratingagentur Fitch blickt wegen gestiegener Finanzierungskosten und einer trägeren Wirtschaftsentwicklung vorsichtiger auf die Perspektiven für die Bonitätsbeurteilung Frankreichs. Der Ausblick wurde auf "negativ" gesetzt, womit in den kommenden Monaten eine Abstufung der aktuellen Bewertung von "A+" möglich ist.
Die Änderung des Ausblicks von "stabil" auf "negativ" sei erfolgt, nachdem sich die Lage in Frankreich seit der jüngsten Überprüfung im August verschlechtert habe, wie aus einer Mitteilung vom späten Freitagabend hervorgeht. Demnach habe sich das französische Wirtschaftswachstum verlangsamt und die Finanzierungskosten erhöht.
In den vergangenen Wochen waren die Renditen für französische Staatsanleihen deutlich gestiegen. In der Laufzeit von zehn Jahren wurden die Staatspapiere zeitweise mit Zinssätzen von mehr als 5,1 Prozent gehandelt und damit auf dem höchsten Stand seit 24 Jahren.
Der Risikoaufschlag französischer Staatsanleihen (Spread), also die Renditedifferenz zwischen französischen Staatsanleihen und deutschen Bundesanleihen mit einer Laufzeit von jeweils zehn Jahren, stieg zeitweise auf über 1,7 Prozentpunkte und damit auf den höchsten Stand seit etwa 15 Jahren.
Mittlerweile hat sich die Lage aber wieder etwas entspannt. Französische Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren wurden zu Beginn der Woche zu 4,92 Prozent gehandelt. Die Senkung des Ausblicks durch Fitch verlieh den Renditen keinen neuen Auftrieb.
Die Experten von Fitch verwiesen neben dem Anstieg der Kosten für die französische Schuldenlast auf die politische Zersplitterung des Landes und ein schwieriges soziales Umfeld. Dies mache es schwieriger, eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung zu erreichen.
Die Bonitätsnote "A+" liegt bei Fitch vier Stufen unter der Bestnote und sechs Stufen über dem Ramschniveau./jkr/jsl/mis
