BERLIN (dpa-AFX) - Bundesumweltminister Carsten Schneider erhofft sich von der Weltklimakonferenz Signale an die Märkte für eine schnellere Energiewende. Vor allem der Ausbau der Stromnetze müsse schneller vorankommen, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Im türkischen Antalya kommt die Weltgemeinschaft ab Mitte des Monats zur Weltklimakonferenz zusammen.
Türkei hofft auf neues Ziel für Elektrifizierung
Nach dem Willen des Gastgebers Türkei sollen sich die Staatengemeinschaft ein neues globales Ziel zur Elektrifizierung setzen: Bis 2035 soll der Anteil elektrischer Energie beim Endverbrauch von heute 20 auf 35 Prozent zu steigen. Elektrifizierung soll fossile Energieträger wie Öl, Gas und Kohle durch Strom ersetzen. Dadurch sollen CO2-Emissionen deutlich sinken, da strombasierte Technologien wie Wärmepumpen und E-Autos Energie effizienter nutzen und fossile Importe reduzieren.
Kritiker weisen aber darauf hin, dass dies dem Klimaschutz nur weiterhilft, wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne oder Wasserkraft stammt und nicht aus fossilen Energieträgern.
Schneider: Energiewende keine deutsche Sonderveranstaltung
Das Risiko "schwerwiegender, teils katastrophaler und irreversibler" Folgen des Klimawandels steige weiter an, warnte Schneider. Dennoch gebe es rasante Fortschritte in vielen Bereichen. Er nannte den wachsenden Anteil von Elektroautos in Deutschland, den weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien und die in Deutschland wichtige Umwelt- und Recyclingbranche. "Die Energiewende, sie ist keine deutsche Sonderveranstaltung. Ganz im Gegenteil, sie ist eine globale Revolution."
Auf den Import von Öl und Gas angewiesen zu sein, bringe "unkalkulierbare Risiken und politische Abhängigkeiten" mit sich, betonte Schneider. Das sei bei erneuerbaren Energien nicht in diesem Ausmaß der Fall.
Schneider wies auch auf die negativen Folgen heißerer Somme für Wirtschaft und Natur hin. "Es wäre günstiger, in Klimaschutz zu investieren, als die Schäden zu reparieren."/hrz/DP/he
