NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Montag anfängliche Kursverluste deutlich ausgeweitet. Händler verwiesen auf verbesserte Aussichten auf Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Januar fiel auf 106,41 US-Dollar. Damit kostete die Referenzsorte 6,20 Dollar weniger als am Vortag.
Der oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei, habe grünes Licht für Verhandlungen gegeben, die den seit Monaten andauernden Krieg mit den USA beenden könnten, wie aus einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA hervorgeht. Der Krieg hat die Rohöllieferungen aus dem Nahen Osten belastet und die Preise nach oben getrieben.
Zuvor hatte bereits ein Medienbericht über diplomatische Bemühungen von US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit dem Iran die Ölpreise sinken lassen. Sorgen vor einer baldigen Wiederaufnahme amerikanischer Militärangriffe wurden so verringert.
Trump will der Diplomatie mit dem Iran einem Bericht des Nachrichtenportals "Axios" zufolge mehr Zeit geben, bevor er nach den US-Zwischenwahlen in dieser Woche möglicherweise neue Angriffe anordnet. Der US-Präsident habe dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu seine Präferenz für eine diplomatische Lösung in einem Telefonat mitgeteilt. Die USA und Israel hatten den Krieg Ende Februar mit gemeinsamen Angriffen auf den Iran begonnen. Öl- und Gaspreise sind seitdem kräftig gestiegen.
Unterdessen hat sich der Ölverbund Opec+ am Wochenende darauf verständigt, seine Förderquoten im Dezember unverändert zu lassen. Die Gruppe hatte ihre letzten freiwilligen Förderkürzungen bereits im September zurückgenommen. Wegen des Iran-Kriegs hat die Entscheidung allerdings vor allem symbolische Bedeutung. Die anhaltenden Kämpfe im Nahen Osten, einschließlich der Angriffe im Roten Meer, bedrohen weiterhin die Ölexporte und Förderanlagen in der Region./jsl/jkr/men
