
© Foto: YearOne auf Unsplash (Symbolbild)
Milliardenverlust, Absatz im Sinkflug, Werke auf der Kippe: Bei Volkswagen brennt es an allen Ecken. Im dritten Quartal rutscht der Konzern tief ins Minus, in China bricht das Geschäft weg, und der Sparplan trifft Zehntausende Jobs. Die Aktie hängt nur knapp über ihrem Jahrestief fest. Charttechnisch sieht es düster aus. Reißt die Marke bei ca. 65,90 Euro, wird es richtig ungemütlich. Wie weit kann es noch nach unten gehen und was heißt das für Anleger, die schon drin sind? Die Antworten lesen Sie nachfolgend. Es wird interessant!
Milliardenloch statt Neustart
Das dritte Quartal war ein Tiefschlag, denn unterm Strich steht bei Volkswagen ein Verlust von 5,82 Milliarden Euro. Vor einem Jahr waren es noch gut 1,07 Milliarden. Der Hauptgrund ist eine Abschreibung von rund 6,4 Milliarden Euro auf Porsche. Dazu kommen die Flaute in China, US-Zölle und hohe Umbaukosten. Der Umsatz fiel um 6,3 Prozent auf 75,3 Milliarden Euro. Das erste Verlustjahr seit dem Dieselskandal rückt damit näher. China bleibt die offene Wunde. Dort sackte der Absatz im Quartal um 38,5 Prozent ab, weltweit um fast 14 Prozent. Die Jahresprognose ist längst gekappt, vom Umsatz bleibt kaum noch ein Prozent als Gewinn hängen. Der Sparplan über 31 Milliarden Euro könnte weitere 50.000 Stellen kosten. Der Elektro-Golf liegt auf Eis. Und es gibt auch "neue Dieselprozesse" in Braunschweig, die bis Ende 2028 laufen sollen.

Charttechnik
Der Chart sieht schlecht aus. Seit Jahresbeginn hat die Vorzugsaktie rund ein Drittel verloren und notiert bei etwas unter 70 Euro. Das 52-Wochen-Hoch von gut 109 Euro aus dem Dezember 2025 ist weit weg. Der Kurs liegt klar unter dem 50erund dem 200er SMA. Beide Linien zeigen nach unten und wirken wie eine Deckel nach oben. Jeder Erholungsversuch läuft dort bisher ins Leere. Der Abwärtstrend ist intakt und die Käufer sind rar, bzw. nicht so kaufwillig zu höheren Kursen. Entscheidend ist das Tief bei knapp 65,90 Euro. Es liegt nur gut wenige Prozent unter dem aktuellen Kurs. Hält die Marke nicht, wird es gefährlich. Dann dürfte die nächste Zielzone bei 50 bis 55 Euro liegen. Das wären weitere 21 bis 28 Prozent Minus. Erst ein Anstieg über die beiden wichtigen SMAs würde das Bild aufhellen. Danach sieht es im Moment aber nicht aus. Die Bullen müssen erst mal Boden gutmachen.
Was tun?
Fundamental gibt es ein paar Lichtblicke. Ohne Sondereffekte hätte VW im Quartal Geld verdient. Die Liquidität ist hoch, das KGV niedrig, die Dividende lockt. Einige Analysten sehen Ziele von 100 Euro und mehr. Aber J.P. Morgan, Kepler und Oddo haben ihre Ziele zuletzt gesenkt und Dividenden, wenn sie denn kommen, trösten nicht, wenn der Kurs weiter fällt. Die Zahlen sind schwach, der Umbau ist teuer, die Risiken bleiben groß. Unterm Strich spricht derzeit eher mehr für Verkaufen als für Kaufen. Wer bereits investiert ist, sollte die Marke bei 65,90 Euro im Blick haben. Neue Käufe machen erst nach einem Ausbruch über die SMAs Sinn. Die Aktie erscheint günstig, aber nicht ohne Grund und vor allem nicht ohne Risiken.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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