
© Foto: He Junhui auf Unsplash (Symbolbild)
Das gab es bei Xiaomi in diesem Jahr noch nicht. Im Oktober rollten mehr als 50.000 Elektroautos zu den Kunden. Die Aktie sprang am Montag kräftig nach oben, doch reicht das schon für die Wende zum Guten hin? Der Chart sendet erste Signale und eine wichtige Hürde liegt nur noch wenige Cent entfernt. Dazu kommen ein Aktienrückkauf, ein Batterie-Deal und Zahlen am 24. November. Wir schauen, was wirklich dahintersteckt und worauf Anleger jetzt achten sollten.
Rekordmonat im Oktober
Xiaomi hat im Oktober richtig Tempo gemacht. Mehr als 50.000 Elektroautos gingen an die Kunden. Das ist der beste Monat des Jahres. Die Marke schaffte der Konzern erst einmal zuvor, im Dezember 2025 mit 50.212 Fahrzeugen. Der Weg zur jetzigen Rekordauslieferung war zuletzt steil nach oben gerichtet. Im August lagen die Auslieferungen bei über 30.000, im September bei über 40.000. Die Aktie legte zuletzt in Hongkong um mehrere Prozent zu. Seit Jahresbeginn kommt Xiaomi auf rund 336.500 ausgelieferte Autos. Für die letzten zwei Monate bleibt also noch einiges zu tun, um das Jahresziel zu erreichen. Rechnerisch wären es noch gut 100.000 Autos pro Monat. Ob das klappt, ist offen, dürfte aber schwierig werden. Klar ist: Der Konzern will weg vom reinen Smartphone-Image und im hart umkämpften chinesischen E-Auto-Markt mitspielen. Auch abseits der Zahlen tut sich etwas. Xiaomi will 1,7 Milliarden Yuan in den Batteriehersteller Sunwoda Mobility stecken und dafür 5,34 Prozent der Anteile bekommen. Die Aktionäre müssen noch zustimmen. Zudem kaufte der Konzern knapp zwei Millionen eigene Aktien zurück, für rund 50 Millionen Hongkong-Dollar. Dazu gibt es Gerüchte um eine Luxuslimousine namens SU9 LUX. Bestätigt ist davon nichts.

Charttechnik
Auch der Chart hellt sich auf. In Euro kostet die Aktie rund 3,13 Euro. Auf Monatssicht steht ein Gewinn von über 10 Prozent zu Buche. Den 50er SMA hat der Kurs bereits hinter sich gelassen, was ein gutes Zeichen ist. Nun fehlt nicht mehr viel bis zur Marke von 3,23 Euro. Dort verläuft der 200er SMa. Gelingt der Sprung darüber, wäre der Aufwärtstrend ein Stück belastbarer und dann könnte der Weg nach oben frei werden. Bis zum 52-Wochen-Hoch von knapp 5 Euro ist es allerdings noch weit. Auf Jahressicht liegt die Aktie immer noch über 30 Prozent im Minus. Scheitert der Kurs an dem 200er SMA, droht ein Rücksetzer, evtl. bis in den Bereich um 2,90 - 3 Euro. Das Jahrestief von 2,40 Euro liegt aber noch ein gutes Stück entfernt.
Was tun?
Die Lage ist besser geworden, aber nicht in Gänze. Die Auslieferungen stimmen, der Chart dreht, und Analysten sehen im Schnitt ein Kursziel von über 3,80 Euro. Vier Häuser raten zum Kauf, eines zum Halten, eines zum Verkauf. Offen bleibt, ob das Jahresziel erreicht wird. Echte Quartalszahlen gibt es erst am 24. November. Bis dahin liefern vor allem die Auslieferungen Anhaltspunkte. Wer schon dabei ist, kann die Entwicklung gelassen verfolgen. Wer neu einsteigen will, sollte auf den 200er SMA schauen. Ein Ausbruch darüber wäre ein klareres Signal. Auch die Zahlen am 24. November könnten Bewegung bringen. Geduld kann sich hier lohnen. Jede Aktie schwankt, da bildet Xiaomi auch keine Ausnahme.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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