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MÄRKTE EUROPA/Börsen vor US-Wahlen im Minus - Gute Berichtssaison

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen vor US-Wahlen im Minus - Gute Berichtssaison

DOW JONES--Sehr ruhig zeigen sich Europas Börsen am Dienstagmittag. Nach höheren Kursverlusten am Vormittag haben sich die meisten Börsenplätze wieder erholt. Händler sprechen von Absicherungen vor der US-Kongresswahl. Daneben wird das Geschäft immer ruhiger. Denn erst ab Mittwochmorgen dürften professionelle Marktteilnehmer neue Positionierungen vornehmen, sobald die künftigen Machtverhältnisse in den beiden US-Häusern bekannt sind. Fokussiert zeigen sich Anleger auf die Berichtssaison und sorgen dort für deutliche Bewegungen:

So sind Bayer, Lufthansa und Philips nach guten Quartalszahlen gesucht, Teamviewer stürzen hingegen ab. Die Börse London wird von fallenden Bergbau-Aktien ausgebremst. Der DAX fällt um 0,5 Prozent auf 25.861 Punkte, der Euro-Stoxx-50 verliert 0,4 Prozent auf 6.154 Punkte.

Auch der neuerliche Anstieg des Ölpreises bremst, wird aber bislang nur als Gegenbewegung auf den Einbruch vom Vortag gesehen. Der jüngste Vorfall zwischen dem US-Militär und dem Iran wird ebenso als keine Eskalation gesehen. Für Brent geht es um 0,2 Prozent auf 105,02 Dollar nach oben. Die US-Sorte WTI verteuert sich um 0,9 Prozent auf 97,30 Dollar.

Stärker im Fokus steht das neuerliche Kursminus der US-Technologiewerte. Einige Strategen sehen dahinter aber auch nur Versuche, die Bewertung von Anthropic beim anstehenden Börsengang zu drücken. Der KI-Riese will Mitte November an die Börse gehen. Allerdings ist es kein echtes "going public", da über verwinkelte Rechtskonstrukte die Aktionäre keine Mitspracherechte haben. Die Macht verbleibt vollständig beim Management. Selbst der staatliche Rechnungsprüfer von New York (Comptroller) hat dies kritisiert. Durch die Aufnahme in Börsen-Indizes müsste er Anthropic-Aktien in die Pensionsfonds des öffentlichen Dienstes aufnehmen.

Bremsend wirken auch Aussagen von Apple: Wie erwartet wurden zwar Rekorde bei Umsatz und Gewinn erzielt, jedoch vor allem aufgrund der massiven Preiserhöhungen im Jahresverlauf. Beim Geräteabsatz sieht Apple eher Probleme durch die Chip-Knappheit wegen der Nachfragekonkurrenz durch KI-Firmen. Geräteabsatz und Margen im Weihnachtsgeschäft dürften daher besonders spannend werden, heißt es von Analysten.

Tech-Werte in Europa wie Infineon, ASML, ST Micro und andere notieren danach 1 bis 2 Prozent im Minus.

Bei Philips geht es sogar um fast 6 Prozent nach oben. Die Niederländer haben mit der Gewinnstärke in ihren Quartalszahlen sehr positiv überrascht. Alstom verlieren es nach der Gewinnwarnung vom Vortag trotz des folgenden Kurseinbruchs weitere 5 Prozent. Die Aktien des Autozulieferers Schaeffler rutschen um 2 Prozent ab wegen der Ankündigung weiterer Massenentlassungen und Werksschließungen.

Gute Nachrichten kommen aber von der Berichtssaison: Bayer hat starke Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt und besonders mit dem Pharma-Geschäft überrascht. Der Markt sei noch immer thematisch zu sehr von den Monsanto-Problem geprägt gewesen, heißt es im Handel. Die Aktie ist mit einem Plus von 5,2 Prozent größter DAX-Gewinner.

Ebenso hat Lufthansa bessere Quartalsdaten vorgelegt. Dank der guten Absicherung der Kerosinpreise wurde der Ölpreis-Anstieg im Jahresverlauf gut weggesteckt. Die Aktien legen um 3,6 Prozent zu.

Bei Evonik wurde die Prognose für das Gesamtjahr leicht erhöht und die Zahlen positiv aufgenommen. Im Handel waren aber noch höhere Erwartungen herumgereicht worden. Daher geht es nur 1,0 Prozent nach oben.

Die Titel des britischen Stromversorgers Drax springen um 8,3 Prozent nach oben. Drax wird die Versorgung eines Datencenters im Gigawatt-Bereich zusammen mit Brookfield betreiben. Die Zusammenarbeit mit dem kapitalstarken Vermögensverwalter dürfte die Gewinne von Drax aus dieser Anlage für lange Zeit absichern, heißt es.

Zalando-Aktien reagieren volatil auf ihre Zahlen und liegt nach zwischenzeitlichem Plus wieder 4,3 Prozent im Minus. Allerdings waren nach der Rally im vergangenen Monat Gewinnmitnahmen erwartet worden. Von JP Morgan heißt es, die Zahlen seien "in-line", es fehle jedoch an zusätzlichen positiven Nachrichten. Der wichtige Bruttowarenvolumen-Umsatz (GMV) liege im dritten Quartal mit plus 6,1 Prozent genau im erwarteten Rahmen.

Die Aktien von Teamviewer brechen um fast 28 Prozent ein. Teamviewer sieht nun im Mittelwert die Gefahr eines Umsatzrückgangs von 1,5 Prozent, nachdem es zuvor ein Plus von 1,5 Prozent war. Zwar geht dies bislang nur auf zeitlich verzögerte Abschlüsse zurück, der Markt ist sich aber nicht sicher, ob dies im nächsten Quartal aufgeholt wird.

Die gesenkte Prognose von Hugo Boss wird von Anlegern nicht mehr als relevant betrachtet, da das Unternehmen nun mit der Frasers Group in den Händen eines Mehrheitsaktionärs sei. Die Aktien verlieren 1,5 Prozent.

=== 
Index      zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50  6.154,37  -0,4  -21,69    6.176,06    6,3 
Stoxx-50    5.382,73  -0,3  -18,60    5.401,33    9,4 
DAX      25.860,77  -0,5  -120,32    25.981,09    5,6 
MDAX      30.764,23  -0,3  -91,14    27.039,42    0,5 
TecDAX     4.074,94  -1,0  -40,80    3.091,28    12,5 
SDAX      18.028,11  -1,0  -189,58    13.062,07    5,0 
FTSE      10.694,84  -0,6  -66,49    10.761,33    7,7 
CAC       8.040,89  -0,1   -6,80    8.047,69    -1,3 
SMI      14.789,36  -0,1  -13,16    14.802,52    11,5 
ATX       6.434,31  +0,1   4,04    6.430,27    20,8 
 
DEVISEN         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mo, 17:20 Uhr 
EUR/USD          1,1175  -0,1  -0,0010     1,1185     1,1196 
EUR/JPY          176,85  +0,1  0,1700     176,68    176,7200 
EUR/CHF          0,9166  +0,1  0,0010     0,9156     0,9177 
EUR/GBP          0,8336  -0,1  -0,0007     0,8343     0,8341 
USD/JPY          158,23  +0,2  0,2900     157,94    157,8300 
GBP/USD          1,3402  -0,0  -0,0003     1,3405     1,3414 
USD/CNY          6,6721  +0,4  0,0241     6,6480     6,6480 
USD/CNH          6,6723  +0,4  0,0262     6,6461     6,6471 
AUS/USD          0,6976  -0,3  -0,0020     0,6996     0,7015 
Bitcoin/USD      77.340,02  +0,8  609,09    76.730,93   77.353,25 
 
ROHOEL          zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         97,30  +0,9   0,84      96,46 
Brent/ICE         105,02  +0,2   0,25     104,77 
 
Metalle         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          3.915,81  -0,8  -31,61    3.947,42 
Silber           49,33  -2,6   -1,30      50,63 
Platin         1.433,15  -1,1  -16,10    1.449,25 
 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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November 03, 2026 07:44 ET (12:44 GMT)

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