Es bleibt dabei: Auch bei Apple und Palantir nutzen die Investoren selbst gute Unternehmensnachrichten, um ihre Positionen weiter abzubauen. Damit zeichnet sich ein Stimmungswechsel an der Börse ab. Während in den vergangenen Monaten häufig schon die Aussicht auf weiteres KI-Wachstum für kräftige Kursgewinne ausreichte, werden nun selbst überzeugende Geschäftszahlen zum Anlass für Gewinnmitnahmen. Die Anleger zweifeln nicht zwangsläufig an den langfristigen Perspektiven der Technologieunternehmen, wohl aber an der Nachhaltigkeit ihrer hohen Bewertungen. Gute Nachrichten werden verkauft, schlechte Nachrichten erst recht. Das ist kein besonders tragfähiges Fundament für eine Fortsetzung der Technologierally.
Im DAX wurden heute die Ergebnisse von Bayer überwiegend positiv aufgenommen und weckten Hoffnungen auf eine nachhaltige Verbesserung der Geschäftsperspektiven. Insbesondere eine mögliche Lösung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA könnte für den Konzern zu einem wichtigen Befreiungsschlag werden. Bei Zalando zeigte sich dagegen, dass selbst eine vergleichsweise robuste Konsumnachfrage nicht automatisch zu höheren Gewinnen führt. Steigende Kosten und der Druck auf die Bruttomargen belasten die Profitabilität.
Überlagert wird das Börsengeschehen von den heutigen Zwischenwahlen in den USA. Sie könnten die politischen Kräfteverhältnisse im Kongress erheblich verändern und damit die wirtschaftspolitischen Handlungsspielräume der Regierung einschränken. Umfragen deuten auf mögliche Mehrheitsverschiebungen zulasten der Republikaner hin. Auch im Senat könnte sich die politische Ausgangslage schwieriger gestalten. Für die Finanzmärkte steht damit einiges auf dem Spiel, denn eine veränderte Machtverteilung könnte die künftige Steuer-, Handels- und Haushaltspolitik maßgeblich beeinflussen. Entsprechend gering ist derzeit die Bereitschaft der Anleger, größere Risiken einzugehen.
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