Berlin (ots) -
Es ist, wenn überhaupt, ein vergiftetes Angebot, mit dem die Unternehmensseite in die zweite Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie startete: 1,3 Prozent Lohnerhöhung ab Juli 2028, nach 20 Monaten ohne Lohnerhöhung. Bei einer Laufzeit von 26 Monaten sind das 0,6 Prozent pro Jahr. Zugleich gibt es eine Inflation von 3 Prozent, einen Produktivitätszuwachs von 1,5 Prozent, außerordentliche Gewinne in der Luft- und Raumfahrt, Elektro- und Medizintechnik und in der Rüstungsindustrie. Selbst die Autoindustrie verzeichnet Gewinne, wenn auch geringer ausgewiesen.
In Betrieben, denen es nach Buchhaltung der Unternehmen gut geht, wollen sie im Juli 2028 eine Einmalzahlung bis zu 800 Euro gewähren. Sie verlangen Maßnahmen zur Senkung der Krankheitskosten und Abweichungen vom Flächentarif in Betrieben, die nach eigenen Berechnungen geringe Gewinne ausweisen.
Alles zusammen ist das eine Verhöhnung, die von der IG Metall zu Recht als Kampfansage anstelle eines Angebots bewertet wird. Die Belegschaften in über 2000 Betrieben haben seit dem 1. November mit dem Streikauftakt von Dresden bis Köln, von Flensburg bis München starke Zeichen gesetzt und gezeigt, dass sie zusammen- und hinter der Gewerkschaft stehen. Die Erwartung der Mitglieder der IG Metall: die Abwärtsspirale beim Lohn angesichts der Preisentwicklung stoppen, das Leben wieder bezahlbar machen und den Abbau von Arbeitsplätzen in der Industrie zu beenden.
Die Gewerkschaft wäre auch aus eigenem Interesse gut beraten, das naheliegendste Mittel zur Sicherung von Arbeitsplätzen, eine Arbeitszeitverkürzung, zu fordern. Mehr Lohn sichert Kaufkraft und Binnennachfrage, die Vier-Tage-Woche sichert Arbeitsplätze.
"Ein Streik ist mehr wert als tausend Schulungen", sagte einst Willi Bleicher, der legendäre Bezirksleiter der IG Metall aus Baden-Württemberg. Das gilt, wenn der Streik erfolgreich ist; das gilt auch, sollte der Kampf verloren werden. Eine Lohnerhöhung unterhalb von Inflationsrate und Produktivitätsentwicklung und kein Ende des Personalabbaus wären jedenfalls eine Enttäuschung.
Die Kampfbereitschaft der Arbeiterinnen und Arbeiter ist so hoch wie die Erwartungen. Allein werden sie diese Klassenauseinandersetzung aber nicht für sich entscheiden. Mit praktischer Unterstützung der DGB-Gewerkschaften, der Sozialverbände und der Linken, mit einer umfassenden Mobilisierung und Solidarität sollte dieser Kampf gewonnen werden.
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/59019/6383650
Es ist, wenn überhaupt, ein vergiftetes Angebot, mit dem die Unternehmensseite in die zweite Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie startete: 1,3 Prozent Lohnerhöhung ab Juli 2028, nach 20 Monaten ohne Lohnerhöhung. Bei einer Laufzeit von 26 Monaten sind das 0,6 Prozent pro Jahr. Zugleich gibt es eine Inflation von 3 Prozent, einen Produktivitätszuwachs von 1,5 Prozent, außerordentliche Gewinne in der Luft- und Raumfahrt, Elektro- und Medizintechnik und in der Rüstungsindustrie. Selbst die Autoindustrie verzeichnet Gewinne, wenn auch geringer ausgewiesen.
In Betrieben, denen es nach Buchhaltung der Unternehmen gut geht, wollen sie im Juli 2028 eine Einmalzahlung bis zu 800 Euro gewähren. Sie verlangen Maßnahmen zur Senkung der Krankheitskosten und Abweichungen vom Flächentarif in Betrieben, die nach eigenen Berechnungen geringe Gewinne ausweisen.
Alles zusammen ist das eine Verhöhnung, die von der IG Metall zu Recht als Kampfansage anstelle eines Angebots bewertet wird. Die Belegschaften in über 2000 Betrieben haben seit dem 1. November mit dem Streikauftakt von Dresden bis Köln, von Flensburg bis München starke Zeichen gesetzt und gezeigt, dass sie zusammen- und hinter der Gewerkschaft stehen. Die Erwartung der Mitglieder der IG Metall: die Abwärtsspirale beim Lohn angesichts der Preisentwicklung stoppen, das Leben wieder bezahlbar machen und den Abbau von Arbeitsplätzen in der Industrie zu beenden.
Die Gewerkschaft wäre auch aus eigenem Interesse gut beraten, das naheliegendste Mittel zur Sicherung von Arbeitsplätzen, eine Arbeitszeitverkürzung, zu fordern. Mehr Lohn sichert Kaufkraft und Binnennachfrage, die Vier-Tage-Woche sichert Arbeitsplätze.
"Ein Streik ist mehr wert als tausend Schulungen", sagte einst Willi Bleicher, der legendäre Bezirksleiter der IG Metall aus Baden-Württemberg. Das gilt, wenn der Streik erfolgreich ist; das gilt auch, sollte der Kampf verloren werden. Eine Lohnerhöhung unterhalb von Inflationsrate und Produktivitätsentwicklung und kein Ende des Personalabbaus wären jedenfalls eine Enttäuschung.
Die Kampfbereitschaft der Arbeiterinnen und Arbeiter ist so hoch wie die Erwartungen. Allein werden sie diese Klassenauseinandersetzung aber nicht für sich entscheiden. Mit praktischer Unterstützung der DGB-Gewerkschaften, der Sozialverbände und der Linken, mit einer umfassenden Mobilisierung und Solidarität sollte dieser Kampf gewonnen werden.
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