
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt
Erst der Absturz, dann der Auftragsknall! Man könnte meinen, dass es bei Aixtron gerade zugeht wie auf der Achterbahn. Die Aktie hat sich seit dem Hoch vor ein paar Monaten fast halbiert. Gleichzeitig melden die Aachener Aufträge, die sich mehr als verdoppelt haben. Kunden legen Millionen im Voraus auf den Tisch. Mehrere Analysten stufen die Aktie hoch. Und doch zeigt der Chart ein Warnsignal, das kein Anleger ignorieren sollte. Hält die Marke von 30 Euro? Dann könnte der Weg Richtung 50 Euro frei sein. Bricht sie, wird es ungemütlich. Wir zeigen, worauf es jetzt wirklich ankommen dürfte.
Aufträge wie im Rausch
Was für ein Quartal! Aixtron hat im dritten Quartal Aufträge über 274,9 Millionen Euro eingesammelt. Das ist ein Plus von 122 Prozent, also mehr als eine Verdopplung. Beim EBIT stehen 56,7 Millionen Euro in den Büchern, die Jahresprognose bleibt stehen. Besonders spannend ist, dass die Kunden rund 110 Millionen Euro vorab zahlen. Das ist ein starkes Signal für das Unternehmen und auch an die Aktionäre. Die Bücher sind so voll, dass Kunden jetzt rund zwölf Monate auf ihre Anlage warten, früher waren es "nur" sechs bis neun. Das Management rechnet für weitere zwei bis drei Quartale mit Bestellungen in dieser Größenordnung. Treiber sind der KI-Boom, die Optoelektronik und die Erholung bei Galliumnitrid. Die hohe Marge von 48 Prozent wird sich nicht dauerhaft halten. Aber die Richtung stimmt.
Charttechnik
Der Chart erzählt aber auch eine andere Geschichte. Seit dem Hoch vor knapp 5 Monaten hat die Aktie, ausgehend von 62,66 Euro, fast 50 Prozent verloren. Zuletzt kam auch noch ein Todeskreuz im Chartbild hinzu, was ein eindeutiges Warnsignal ist, das nicht nur die Profis ernst nehmen. Jetzt zählt die Marke von 30 Euro. Dort könnte der Boden schon zuletzt durch den Kursverlauf eingezogen worden sein. Hält diese Unterstützung, wäre ein Rebound Richtung 50 Euro möglich. Klettert die Aktie nachhaltig über 35 Euro, fällt der Startschuss für die Erholung. Dann rückt die 50er-Marke in Reichweite. Der Stopp gehört in diesem Fall knapp unter 30 Euro. Rutscht der Kurs vorher dagegen darunter, droht noch eher Ärger. Dann könnte es sogar ein (25 Euro) oder zwei Etagen tiefer gehen, bis Richtung 20 Euro. Das ist die Gefahr. Also heißt es: genau beobachten, was passiert.

Was tun?
Die Analysten sehen Aixtron momentan noch überwiegend positiv. Kepler und Deutsche Bank haben auf "Buy" hochgestuft, J.P. Morgan bleibt bei "Overweight" mit 52,50 Euro Kursziel. Der Schnitt der fünf Häuser liegt bei 43 Euro. Berenberg und die DZ Bank bleiben vorsichtig und sehen vieles schon eingepreist. Mit einem KGV von knapp 47 ist die Aktie auch nicht unbedingt billig. Das sollte man im Hinterkopf behalten, aber andererseits sind die Wachstumsraten auch enorm und die Aktie könnte in diese Bewertung noch hineinwachsen. Unterm Strich spricht fundamental viel für Aixtron. Die Aufträge laufen, die Nachrichten sind gut, die Prognose steht. Der Chart mahnt aber zur Vorsicht. Mutige Anleger steigen in mehreren Tranchen gestaffelt ein und bleiben diszipliniert mit einem entsprechenden Stoppkurs. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet auf einen Anstieg über 35 Euro. Unter 30 Euro heißt es: abwarten oder raus.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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