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Eben noch Erholungsrally, jetzt der Absturz. Die TeamViewer-Aktie verliert an einem einzigen Tag etwas mehr als ein Viertel ihres Werts. Der Auslöser ist eine gekappte Prognose, die plötzlich Schrumpfen statt Wachstum bedeutet. Große Deals fehlen, Kunden wandern ab, und die KI-Konkurrenz sitzt im Nacken. Der Kurs liegt unter den wichtigen SMAs, der RSI ist schon bei 33. Reicht das für einen Halt bei 5 Euro? Oder geht es weiter Richtung 4 Euro? Wer investiert ist, oder auf ein Schnäppchen lauert, sollte jetzt genau lesen.
Prognose gekappt, Anleger geschockt
Das war ein heftiger Schlag für die Aktionäre. TeamViewer rechnet für 2026 nicht mehr mit Wachstum, sondern mit einem Umsatzminus von ein bis zwei Prozent. Bisher standen null bis drei Prozent Plus im Plan. Die Aktie brach am Dienstag um knapp über 25 Prozent ein und schloss bei etwa 5,20 Euro. Im Oktober hatte sie noch über 7,70 Euro gekostet. Ein Großteil der Erholung seit April ist damit weg. Die Gründe klingen nach Ausreden, treffen aber einen wunden Punkt. Große Abschlüsse verzögern sich, auch erhoffte Verträge mit US-Behörden kommen nicht. Dazu bremst die Unsicherheit in Europa. Konzernchef Oliver Steil räumte ein, das Neugeschäft sei gut, aber nicht gut genug. Die DZ Bank spricht von überraschend vielen abgewanderten Großkunden und genau dort sollte eigentlich die Zukunft liegen. Auch die Quartalszahlen trösten nicht. Der Umsatz fiel um 3,9 Prozent auf 184,5 Millionen Euro, der wiederkehrende Umsatz um 2,6 Prozent. Die Marge lag mit 42,8 Prozent fast drei Punkte unter dem Vorjahr. Dazu kommen Nettoschulden von 819 Millionen Euro, kaum weniger als der gesamte Börsenwert. MWB Research gab prompt die Kaufempfehlung auf und senkte das Kursziel.

Charttechnik
Der Chart sieht düster aus. Die Aktie ist klar unter den 50er und auch den 200er SMA gerutscht. Beide Marken drücken jetzt von oben auf den Kurs. Die hingelegte Rally, die ausgehend von dem Rekordtief im April bei gut 4 Euro, ist fast komplett verpufft. Wer im Oktober auf einen Ausbruch gehofft hatte, wurde brutal ausgebremst. Die Käufer halten sich vorerst zurück. Immerhin liegt der RSI inzwischen bei 33. Die Aktie ist also kurz vor dem überverkauften Bereich und die Talfahrt könnte bald bremsen, aber sicher ist dies natürlich nicht. Eine erste Auffangzone liegt bei rund 5 Euro. Hält sie nicht und kommt noch mehr negatives Momentum dazu, wäre ein Rutsch bis in den Bereich von 4 Euro denkbar. Eine kurze Erholung ist möglich. Ein Trendwechsel ist das aber dann noch lange nicht.
Was tun?
Die Lage ist heikel, man könnte auch von desaströs sprechen. Für die Aktie sprechen eine hohe Marge, ein ordentlicher Cashflow und ein niedriges KGV. Dagegen stehen schrumpfender Umsatz, sinkender Vertragsbestand, abwandernde Kunden und wachsende KI-Konkurrenz. Dazu kommt der Vertrauensverlust nach der Prognosesenkung. Bessere Zeiten verspricht das Management erst für 2027, ohne konkrete Zahlen. Das ist dünn, sehr dünn und unterm Strich spricht derzeit mehr für Verkaufen als für Halten oder Kaufen. Wer drin ist, sollte nicht auf den schnellen Rebound hoffen. Besser könnte es tatsächlich sein, eine mögliche Erholung Richtung 6 Euro zum Ausstieg zu nutzen. Mutige warten erst auf eine Stabilisierung.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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