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Mehr Umsatz benötigt mehr Maschinen, mehr Material und häufig auch mehr Personal. Bei FACC zeigte das Geschäftsjahr 2025 allerdings eine interessante Entwicklung: Der Konzernumsatz stieg um 11,3% auf den Rekordwert von 984,4 Mio. Euro. Gleichzeitig erhöhte sich die Belegschaft zum Jahresende lediglich um 56 Vollzeitäquivalente auf 3.907 FTE. Das entsprach einem Zuwachs von gerade einmal rund 1,5%.
Noch stärker fiel die Entwicklung beim Ergebnis aus. Das EBIT legte um 49,4% auf 42,3 Mio. Euro zu. Hinter dem Rekordumsatz steckt deshalb eine zweite Geschichte: FACC versucht, zusätzliche Produktionsmengen zunehmend über höhere Produktivität und effizientere Prozesse abzubilden.
Mehr Output, ohne die Organisation proportional zu vergrößern
Die Differenz zwischen Umsatz- und Personalwachstum ist bemerkenswert. Rein rechnerisch stieg der Umsatz je FTE - auf Basis des jeweiligen Personalstands am Jahresende - von rund 230.000 auf etwa 252.000 Euro.
Diese Rechnung ist nur ein grober Produktivitätsindikator. Schließlich schwankt der Personalstand innerhalb eines Jahres, und auch Materialpreise oder der Produktmix beeinflussen den Umsatz. Die Richtung passt jedoch zu einem erklärten strategischen Ziel von FACC: Wachstum soll nicht durch einen proportionalen Aufbau der gesamten Kostenbasis erkauft werden.
Eine wichtige Rolle spielt dabei das 2024 gestartete Effizienzprogramm CORE. FACC arbeitet unter anderem an Materialkosten, Produktivität, Organisation und weiteren operativen Kostenblöcken.
2025 war die Wirkung erstmals deutlich im Konzern sichtbar. Die EBIT-Marge stieg von 3,2 auf 4,3%.
2026 setzt sich der operative Hebel fort
Auch die ersten sechs Monate 2026 zeigen, warum die Produktivität für FACC so wichtig ist. Der Umsatz erhöhte sich um 8,6% auf 526,3 Mio. Euro. Das EBIT stieg gleichzeitig um 38% auf 25,3 Mio. Euro. Die EBIT-Marge erreichte 4,8% nach 3,8% im Vorjahreszeitraum. Damit wächst das Ergebnis erneut deutlich schneller als der Umsatz.
FACC selbst führt diese Entwicklung unter anderem auf CORE zurück. Für das Gesamtjahr erwartet das Management inzwischen ein Umsatzwachstum von 10 bis 15% und erstmals einen Konzernumsatz von mehr als einer Milliarde Euro. Gleichzeitig soll die EBIT-Marge zwischen 5,25 und 6,25% liegen. Die nächste Stufe der Wachstumsstrategie erhöht den Anspruch allerdings nochmals.
Automatisierung wird zum Wachstumswerkzeug
Denn FACC baut seine Kapazitäten massiv aus. Bis 2030 sollen rund 350 Mio. Euro investiert werden. Das neue Werk in St. Martin allein kostet rund 120 Mio. Euro und soll die dortigen Fertigungskapazitäten für Strukturbauteile verdoppeln.
Entscheidend ist, wie diese Kapazitäten aufgebaut werden. FACC investierte allein im ersten Halbjahr 2026 weitere 6 Mio. Euro in Automatisierung und Digitalisierung. Prozesse sollen effizienter werden, die Qualität weiter steigen und der Anteil manueller Tätigkeiten sinken.
Das ist für die Investmentthese wichtiger als eine möglichst große Fabrikfläche. Zusätzliche Kapazität schafft Umsatzpotenzial. Automatisierung und Prozessverbesserungen entscheiden dagegen mit darüber, wie viel Ergebnis aus diesem Wachstum entsteht.
Die Milliarde ist nur der erste Prüfstein
FACC steht damit vor einer interessanten Verschiebung. Nach Jahren des Wiederaufbaus nähert sich der Konzern 2026 erstmals der Marke von mehr als einer Milliarde Euro Jahresumsatz.
Für Aktionäre dürfte künftig jedoch eine andere Zahl mindestens genauso wichtig werden: die Marge.
2025 wuchs die Belegschaft erheblich langsamer als der Umsatz, während das EBIT deutlich überproportional zulegte. Im ersten Halbjahr 2026 setzte sich dieser operative Hebel fort.
Wenn FACC auch die nächsten Produktionssteigerungen mit Automatisierung, besserer Organisation und einer zunehmend produktiven Kostenbasis verbindet, wird aus Umsatzwachstum etwas deutlich Wertvolleres: profitables Wachstum.
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Quellen
FACC - EN FACC - EN
FACC - Vorläufiges Ergebnis 2025
FACC - Rekordumsatz und Ergebnissteigerung 2025
FACC - Wachstum und Investitionen im ersten Halbjahr 2026
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