Hannover (ots) -
- Präses Heinrich: "Wir dürfen nicht schweigen, wenn Menschenwürde und Demokratie angegriffen werden."
- Bischöfin Fehrs: "Als Kirche setzen wir uns entschieden und mit vereinten Kräften dafür ein, dass jüdische Menschen in Deutschland frei, sichtbar und sicher leben können."
- Vertreter*innen der EKD nehmen während der Tagung der Synode an Gedenken zur Reichspogromnacht in Würzburg teil.
Hannover, 05. November 2026 - Zum 88. Jahrestag der Novemberpogrome haben die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, und die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich, zu einem entschlossenen Eintreten gegen Antisemitismus aufgerufen. Sie warnten vor dem zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und der wachsenden Bedrohung jüdischen Lebens. Die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen vom 9. November 1938 sei deshalb nicht nur eine Verpflichtung gegenüber den Opfern der Vergangenheit, sondern auch ein dringender Auftrag für die Gegenwart: Jüdisches Leben müsse in Deutschland sichtbar, frei und sicher möglich sein.
Heinrich betonte die Bedeutung gelebter Solidarität mit jüdischen Menschen: "Fast 90 Jahre nach den Novemberpogromen erleben Jüdinnen und Juden in Deutschland erneut Anfeindungen, Bedrohungen und Ausgrenzung. Dass Menschen Angst haben müssen, ihre jüdische Identität offen zu zeigen, dürfen wir nicht hinnehmen. Wir dürfen nicht schweigen, wenn Menschenwürde und Demokratie angegriffen werden. Wir müssen uns immer wieder selbstkritisch fragen, ob wir entschieden genug widersprechen, Haltung zeigen und Widerstand leisten."
Bischöfin Fehrs erinnerte an die besondere Verantwortung von Christinnen und Christen: "Zum Gedenken an den 9. November 1938 gehört für uns als Kirche auch der Blick auf die eigene Geschichte. Christliche Judenfeindschaft hat dazu beigetragen, Ausgrenzung und Gewalt den Boden zu bereiten. Auch deswegen setzen wir uns als Kirche entschieden dafür ein, dass jüdische Menschen in Deutschland frei, sichtbar und sicher leben können. Jeder Form von Antisemitismus und jeder Bedrohung jüdischen Lebens müssen wir uns mit aller Entschiedenheit entgegenstellen. Das ist bedrückenderweise heute von besonderer Dringlichkeit."
Während der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die von Sonntag, 8. November, bis Mittwoch, 11. November, in Würzburg tagt, werden EKD-Vertreter*innen von Präsidium, Rat und Kirchenkonferenz an einer Gedenkveranstaltung der Stadt zum 88. Jahrestag der Pogromnacht teilnehmen.
Die Synode der EKD hat 2023 in einem Beschluss bekräftigt, dass christlicher Glaube und Antisemitismus unvereinbar sind. Die EKD hat dazu Materialien bereitgestellt, wie Gemeinden ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen können. Zudem erklärt eine vollständig überarbeitete Broschüre historische Wurzeln und aktuelle Erscheinungsformen. Sie fragt nach christlicher Judenfeindschaft, israelbezogenem Antisemitismus und problematischen postkolonialen Deutungen. Prüffragen, Handlungshinweise und weiterführende Links helfen, eigene Denkmuster zu hinterfragen, Betroffene zu unterstützen und judenfeindlichen Äußerungen zu widersprechen. Informationen dazu finden Sie unter: www.ekd.de/antisemitismus.
Den Synodenbeschluss finden Sie hier: https://www.ekd.de/beschluss-zu-christlicher-glaube-und-antisemitismus-sind-84718.htm
Über die Synode der EKD: Die Synode der EKD ist neben Rat und Kirchenkonferenz eines der drei Leitungsorgane der EKD. Sie tagt vom 8. bis 11. November in Würzburg. Nach der Grundordnung der EKD besteht die 13. Synode aus 128 Mitgliedern. Zu den Aufgaben der Synode zählen die Erarbeitung von Kundgebungen und Beschlüssen zu Fragen der Zeit sowie die Begleitung der Arbeit des Rates der EKD durch Richtlinien. Die Synode berät und beschließt aber auch den Haushalt und die Kirchengesetze. Geleitet wird die Synode vom Präsidium unter dem Vorsitz von Präses Anna-Nicole Heinrich. Sie ist zugleich Mitglied des 15-köpfigen Rates der EKD. Vorsitzende des Rates der EKD ist Bischöfin Kirsten Fehrs. Die EKD ist die Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen. 17,4 Millionen evangelische Christinnen und Christen in Deutschland gehören zu einer der 11.000 Kirchengemeinden.
Pressekontakt:
Carsten Splitt
Evangelische Kirche in Deutschland
Pressestelle
Stabsstelle Kommunikation
Herrenhäuser Strasse 12
D-30419 Hannover
Telefon: 0511 - 2796 - 269
E-Mail: presse@ekd.de
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Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/55310/6384710
- Präses Heinrich: "Wir dürfen nicht schweigen, wenn Menschenwürde und Demokratie angegriffen werden."
- Bischöfin Fehrs: "Als Kirche setzen wir uns entschieden und mit vereinten Kräften dafür ein, dass jüdische Menschen in Deutschland frei, sichtbar und sicher leben können."
- Vertreter*innen der EKD nehmen während der Tagung der Synode an Gedenken zur Reichspogromnacht in Würzburg teil.
Hannover, 05. November 2026 - Zum 88. Jahrestag der Novemberpogrome haben die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, und die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich, zu einem entschlossenen Eintreten gegen Antisemitismus aufgerufen. Sie warnten vor dem zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und der wachsenden Bedrohung jüdischen Lebens. Die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen vom 9. November 1938 sei deshalb nicht nur eine Verpflichtung gegenüber den Opfern der Vergangenheit, sondern auch ein dringender Auftrag für die Gegenwart: Jüdisches Leben müsse in Deutschland sichtbar, frei und sicher möglich sein.
Heinrich betonte die Bedeutung gelebter Solidarität mit jüdischen Menschen: "Fast 90 Jahre nach den Novemberpogromen erleben Jüdinnen und Juden in Deutschland erneut Anfeindungen, Bedrohungen und Ausgrenzung. Dass Menschen Angst haben müssen, ihre jüdische Identität offen zu zeigen, dürfen wir nicht hinnehmen. Wir dürfen nicht schweigen, wenn Menschenwürde und Demokratie angegriffen werden. Wir müssen uns immer wieder selbstkritisch fragen, ob wir entschieden genug widersprechen, Haltung zeigen und Widerstand leisten."
Bischöfin Fehrs erinnerte an die besondere Verantwortung von Christinnen und Christen: "Zum Gedenken an den 9. November 1938 gehört für uns als Kirche auch der Blick auf die eigene Geschichte. Christliche Judenfeindschaft hat dazu beigetragen, Ausgrenzung und Gewalt den Boden zu bereiten. Auch deswegen setzen wir uns als Kirche entschieden dafür ein, dass jüdische Menschen in Deutschland frei, sichtbar und sicher leben können. Jeder Form von Antisemitismus und jeder Bedrohung jüdischen Lebens müssen wir uns mit aller Entschiedenheit entgegenstellen. Das ist bedrückenderweise heute von besonderer Dringlichkeit."
Während der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die von Sonntag, 8. November, bis Mittwoch, 11. November, in Würzburg tagt, werden EKD-Vertreter*innen von Präsidium, Rat und Kirchenkonferenz an einer Gedenkveranstaltung der Stadt zum 88. Jahrestag der Pogromnacht teilnehmen.
Die Synode der EKD hat 2023 in einem Beschluss bekräftigt, dass christlicher Glaube und Antisemitismus unvereinbar sind. Die EKD hat dazu Materialien bereitgestellt, wie Gemeinden ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen können. Zudem erklärt eine vollständig überarbeitete Broschüre historische Wurzeln und aktuelle Erscheinungsformen. Sie fragt nach christlicher Judenfeindschaft, israelbezogenem Antisemitismus und problematischen postkolonialen Deutungen. Prüffragen, Handlungshinweise und weiterführende Links helfen, eigene Denkmuster zu hinterfragen, Betroffene zu unterstützen und judenfeindlichen Äußerungen zu widersprechen. Informationen dazu finden Sie unter: www.ekd.de/antisemitismus.
Den Synodenbeschluss finden Sie hier: https://www.ekd.de/beschluss-zu-christlicher-glaube-und-antisemitismus-sind-84718.htm
Über die Synode der EKD: Die Synode der EKD ist neben Rat und Kirchenkonferenz eines der drei Leitungsorgane der EKD. Sie tagt vom 8. bis 11. November in Würzburg. Nach der Grundordnung der EKD besteht die 13. Synode aus 128 Mitgliedern. Zu den Aufgaben der Synode zählen die Erarbeitung von Kundgebungen und Beschlüssen zu Fragen der Zeit sowie die Begleitung der Arbeit des Rates der EKD durch Richtlinien. Die Synode berät und beschließt aber auch den Haushalt und die Kirchengesetze. Geleitet wird die Synode vom Präsidium unter dem Vorsitz von Präses Anna-Nicole Heinrich. Sie ist zugleich Mitglied des 15-köpfigen Rates der EKD. Vorsitzende des Rates der EKD ist Bischöfin Kirsten Fehrs. Die EKD ist die Gemeinschaft von 20 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen. 17,4 Millionen evangelische Christinnen und Christen in Deutschland gehören zu einer der 11.000 Kirchengemeinden.
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