Original-Research: SMARTBROKER HOLDING AG - von GBC AG
Einstufung von GBC AG zu SMARTBROKER HOLDING AG
Wachstum verschoben, Ergebnisperspektive 2026 verbessert Die Smartbroker Holding AG hat am 30.10.2026 per Ad-hoc-Mitteilung ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2026 angepasst. Die Anpassung verschiebt das Kundenwachstum ins Jahr 2027, hebt aber die Ergebnisspanne für 2026 an. Unsere bisherige EBITDA-Schätzung von 0,50 Mio. € liegt exakt in der Mitte der neuen Spanne, unsere Umsatzschätzung von 70,00 Mio. € dagegen am oberen Ende. Neukunden: Das neue Ziel schreibt im Wesentlichen den Trend seit März fort. Nach über 14.000 Neukunden im Januar und Februar kamen von März bis Juni weniger als 17.000 hinzu, also rund 4.200 pro Monat. Für das zweite Halbjahr impliziert die Prognose rund 4.000 Neukunden pro Monat, ein Vorzieheffekt aus dem Altersvorsorgedepot ist damit nicht mehr unterstellt. Laut Unternehmen hat sich die Zurückhaltung auch nach Vorstellung der Konditionen für das Altersvorsorgedepot im September nicht aufgelöst, da viele Interessenten die Depoteröffnung auf den Förderstart im Januar 2027 verschieben. Der Vorstand rechnet bis Jahresende daher mit einer weitgehend linearen Entwicklung und nur einem leichten saisonalen Anstieg im vierten Quartal. Ergebnis: Die höhere EBITDA-Spanne resultiert aus geringeren Marketing- und Akquisitionskosten, da das Management nach eigener Aussage kein Wachstum zu überhöhten Akquisitionskosten einkauft. Bei rund 160 € je Neukunde ergäben 24.000 Neukunden im zweiten Halbjahr Akquisitionskosten von rund 3,8 Mio. €, für das Gesamtjahr zusammen mit den im ersten Halbjahr angefallenen 4,87 Mio. € also rund 8,7 Mio. € statt der geplanten 12,0 Mio. €. Dass die Spanne nur um 0,5 Mio. € angehoben wurde, dürfte auch an der um 2,0 Mio. € niedrigeren Umsatzmitte liegen. Zudem gehen wir davon aus, dass ein Teil der Einsparungen in die Vorvermarktung des Altersvorsorgedepots im vierten Quartal fließt (Annahme der GBC AG). Umsatz: Neben der geringeren Neukundenzahl belastet ein etwas schwächeres Media-Geschäft, das im ersten Halbjahr noch um 6,7 % gewachsen war. Die Handelsaktivität der Bestandskunden hat sich nach dem sehr starken ersten Quartal beruhigt, bleibt laut Unternehmen aber hoch. Die Mitte der neuen Spanne impliziert für das zweite Halbjahr 2026 einen Umsatzrückgang von rund 11 % gegenüber dem Vorjahr, worin auch der vollständige Wegfall der PFOF-Erlöse enthalten ist (Umstellung ab März 2026, gesetzliches Verbot seit 01.07.2026). Altersvorsorgedepot: Der zentrale Katalysator bleibt intakt, verlagert sich aber vollständig ins Jahr 2027. Bestandskunden können das Depot bereits in der App beantragen, die staatliche Förderung startet am 01.01.2027 und die Branche rechnet für 2027 mit mehreren Millionen neuer Verträge. Die Vermarktung ist durch die Kreditlinie von bis zu 20 Mio. € und die eingesparten Akquisitionskosten finanziert. Produkt und Insiderkauf: Mit dem Smartbroker+ Trader, erweiterten Charts, allen Ordertypen der angebundenen Börsenplätze und Depotvollmachten hat die Gesellschaft die Plattform für aktive Anleger deutlich verbreitert. CEO André Kolbinger erwarb am 21.10.2026 Aktien für 247.200 € zu Ø 8,24 €; wir werten dies als Signal, dass das Management das aktuelle Kursniveau als attraktiv einschätzt. Prognosen Wir senken unsere Umsatzprognose 2026 auf 67,50 Mio. € (bisher: 70,00 Mio. €) und orientieren uns an der Mitte der neuen Spanne. Die EBITDA-Prognose von 0,50 Mio. € belassen wir, die Obergrenze von 2,00 Mio. € halten wir bei disziplinierten Marketingausgaben für erreichbar. EBIT und Nettoergebnis bleiben damit ebenfalls unverändert. Für 2027 und 2028 bestätigen wir unsere Prognosen. Durch die niedrigere Basis steigt das implizite Umsatzwachstum 2027 von 18,6 % auf 23,0 %. Wir halten dies für erreichbar, da sich die aufgestaute Nachfrage mit dem Förderstart ab Januar 2027 in Depoteröffnungen umsetzen sollte und die verbreiterte Plattform die Monetarisierung der Bestandskunden stützt. Das Risiko hat sich damit auf das erste Quartal 2027 konzentriert. Bleibt die Nachfrage nach dem Altersvorsorgedepot dann hinter den Erwartungen zurück, wären unsere Prognosen 2027 zu überprüfen. Die Neukundenzahlen zum Jahresauftakt sind daher der wichtigste operative Beobachtungspunkt. Bewertung Die niedrigere Umsatzprognose 2026 hat bei unverändertem EBITDA keinen wesentlichen Einfluss auf den fairen Wert. Auf Basis unseres DCF-Modells bestätigen wir das Kursziel von 17,80 € und das Rating KAUFEN. Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden: 20261105_Comment_Smartbroker Kontakt für Rückfragen: GBC AG Halderstraße 27 86150 Augsburg 0821 / 241133 0 research@gbc-ag.de ++++++++++++++++ Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a,5b,7,11). Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter: https://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung Hinweis zu Issuer-Sponsored Research: Vorliegende Researchstudie ist Issuer-Sponsored Research und wurde in Übereinstimmung mit dem EU-Verhaltenskodex (EU Code of Conduct) für Issuer-Sponsored Research erstellt. +++++++++++++++ Fertigstellung: 05.11.2026 (10:30 Uhr) Erste Weitergabe: 05.11.2026 (12:00 Uhr) Die EQS Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. | ||||||||||||||||||
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